Microsoft hat architektonische Verbesserungen in Windows 11 vorgestellt, die den Bedarf an Arbeitsspeicher und Systemressourcen verringern und zu einer um bis zu 20% besseren Reaktivität führen sollen. Nachdem die Anpassungen vorab im Insider-Programm erprobt wurden, beginnt nun der reguläre Rollout für das Betriebssystem.
Höhere Geschwindigkeit im Alltag und effizientere Speicherzuteilung
Wie Navjot Virk, Corporate VP of Windows Experiences bei Microsoft, erklärte, zeigt sich das System durch die Eingriffe bei alltäglichen Aufgaben deutlich agiler. Der Zuwachs an Reaktivität von bis zu 20% betrifft zentrale Bereiche wie den Systemstart, den Datei-Explorer, die integrierte Suche, das Snipping Tool sowie Programme aus der Microsoft-365-Reihe und den Browser Microsoft Edge.
Einen Schwerpunkt legen die Entwickler auf Geräte mit begrenzter Hardwareausstattung: Auf Rechnern mit 8 GB RAM hält Windows künftig bis zu 2 GB mehr aktive Daten direkt im flüchtigen Arbeitsspeicher, anstatt sie auf langsamere Speichermedien auszulagern.
Zusätzliche Kapazitäten schafft eine geänderte Handhabung von Widgets. Diese werden nun erst beim expliziten Öffnen geladen, wodurch vor allem auf Systemen mit höchstens 8 GB RAM mehr als 200 MB Arbeitsspeicher freigegeben werden.
Zudem priorisiert die Speicherverwaltung aktive Vordergrund-Anwendungen, damit diese bevorzugt Rechenleistung und Systemressourcen erhalten. Diese Anpassung greift auch für die Windows Shell sowie für ruhende Hintergrund-Reiter (Sleeping Tabs) im Edge-Browser.
Messbare Entlastung in ersten Benchmark-Tests
Unabhängige Messungen des Fachportals Windows Latest verdeutlichen die Auswirkungen des Updates. Ein Vergleich zwischen Windows 11 26H2 (Build 26300.9550) und der Vorgängerversion 25H2 (Build 26200.9550) auf einem Notebook mit 8-GB-DDR4-Speicher wies nach dem Hochfahren eine deutliche Entlastung nach: Der belegte RAM ging von 5,0 GB (63%) auf 3,3 GB (42%) zurück, während die verfügbare Speichermenge von 2,9 GB auf 4,6 GB anstieg.
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Auch der komprimierte Speicher reduzierte sich von 324 MB auf 62,7 MB, während der zugesicherte Speicherbedarf von 4,8 GB auf 2,9 GB sank. Auf einer virtuellen Maschine mit 8 GB RAM und frischer Installation sank der RAM-Verbrauch im Versionsvergleich von 4,1 GB (25H2, Stand Oktober 2025) auf etwa 2,8 bis 3,2 GB unter 26H2 im Oktober 2026.
Schnellerer Start von Anwendungen und kleinere Updates
Ergänzend zu den Speicheranpassungen verteilt Microsoft derzeit in den Insider-Builds 26200.9807 und 26300.9807 eine Optimierung für den Start von Anwendungen. Den Anfang macht der hauseigene Browser: Der Start von Microsoft Edge greift künftig auf eine bestehende Hintergrundinstanz zu, anstatt temporäre neue Prozesse zu initiieren, wofür die Funktion Startup Boost aktiviert sein muss.
Microsoft beabsichtigt, dieses Verfahren später auch Drittanbietern zur Verfügung zu stellen, wofür diese ein Freigabe-Token für die entsprechende Programmierschnittstelle benötigen.
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Parallel dazu verkleinert eine überarbeitete Update-Engine den Datenverkehr: Da künftig nur zwingend erforderliche Dateien von den Servern heruntergeladen werden, sinkt der Umfang von Software-Updates um bis zu 40%.
Abgerundet wird das Maßnahmenpaket durch flexiblere Aktualisierungszeitpunkte, Verbesserungen bei der Authentifizierung über Windows Hello und eine ab Build 26200.8737 um bis zu 15 s schnellere Kopplung von AirPods.
Für Gaming-Szenarien – darunter Titel wie Forza Horizon 6 oder Gears of War: E-Day – integriert das System Advanced Shader Delivery, flankiert von Überarbeitungen am Startmenü, dem Info-Center und dem Microsoft Store im Zuge der Ausrichtung auf hybride Arbeitsumgebungen.

