Microsoft hat die Leistung von Windows 11 auf Geräten mit einer Speicherausstattung von 8 Gigabyte spürbar gesteigert. Wie das Unternehmen Anfang November mitteilte, arbeitet das Betriebssystem bei parallelen Aufgaben um bis zu 40 Prozent schneller und reagiert bei grundlegenden Eingaben um bis zu 20 Prozent zügiger im Vergleich zu einem Softwarestand von Januar 2026. Erzielt wurden diese Zuwächse durch eine verfeinerte Speicherkomprimierung und gezielte Anpassungen zentraler Systemkomponenten.
Optimierte Speicherverwaltung entlastet das System
Die überarbeitete Speicherkomprimierung sorgt dafür, dass bis zu 2 Gigabyte zusätzliche aktive Daten direkt im Arbeitsspeicher verbleiben, anstatt auf langsamere Massenspeicher ausgelagert zu werden. Physisch zusätzlicher Arbeitsspeicher wird dafür nicht verbaut. Zudem verringert sich der Zuwachs des zugesicherten Speichers um bis zu 900 Megabyte, wovon rund 360 Megabyte auf Büroanwendungen wie Word, Excel, PowerPoint und Outlook entfallen.
Der gemessene Zuwachs der Reaktionsfähigkeit um bis zu 20 Prozent basiert auf Telemetriedaten von 8-Gigabyte-Rechnern bei Aktionen im Startmenü, in der Suche, im Kontextmenü, in den Einstellungen, im Datei-Explorer sowie im Snipping Tool.
Verglichen wurden dabei die Systemversionen 26300.9550 und 26200.7628. Auch einzelne Anwendungen profitieren: Das Startmenü, die Suche, die Einstellungen und der Datei-Explorer reagieren bis zu 20 Prozent schneller. Der Webbrowser Edge startet bis zu 33 Prozent zügiger, während Microsoft Teams mit aktiviertem Effizienzmodus ein Geschwindigkeitsplus von bis zu 20 Prozent verzeichnet.
Weitere Einsparungen ergeben sich im Detail. So werden Widgets erst beim tatsächlichen Aufrufen geladen, was rund 200 Megabyte einspart. Inaktive Browser-Registerkarten in Edge werden nun bereits nach 15 Minuten statt wie bisher nach 2 Stunden in einen Ruhezustand versetzt.
Wer die Vorteile der neuen Speicheroptimierung nutzen möchte, sollte den Wechsel auf das aktuelle Betriebssystem gut vorbereiten. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie ohne Risiko und mit all Ihren Daten auf die neueste Version umsteigen. Windows 11 Komplettpaket jetzt kostenlos herunterladen
Technische Voraussetzungen und Hintergrund
Die technischen Verbesserungen sind das Ergebnis eines mehrjährigen Projekts zur Optimierung des Speichermanagements. Dazu gehören Verfahren wie die Bereinigung des Arbeitsspeichers im Hintergrund laufender Anwendungen sowie Profile für geringe Latenz, die den Hauptprozessor für kurze, anspruchsvolle Aufgaben schneller hochfahren lassen. Um von diesen Neuerungen zu profitieren, ist mindestens Windows 11 Version 26H2 ab der Build-Nummer 26300.9818 erforderlich.
Der Windows-Verantwortliche Pavan Davuluri verglich den Arbeitsspeicher bildlich mit einem Schreibtisch und Festplattenspeicher mit einer Schublade. Es sei vorteilhaft, wenn der Schreibtisch voll genutzt werde. Ziel sei es, dass sich Geräte mit 8 Gigabyte Arbeitsspeicher im laufenden Betrieb kontinuierlich besser anfühlten.
Untersuchungen auf Windows 11 26H2 zeigten nach einem Neustart einen Systemverbrauch von 2,4 Gigabyte bei Geräten mit 4 Gigabyte RAM, 2,9 Gigabyte bei 8-Gigabyte-Systemen und 3,7 Gigabyte bei Modellen mit 16 Gigabyte.
Das Update auf die Version 26H2 reduzierte den Bedarf nach dem Hochfahren auf einem 8-Gigabyte-Laptop von 5 Gigabyte auf 3,3 Gigabyte und auf einem PC mit 16 Gigabyte um bis zu 2 Gigabyte.
Viele Nutzer fragen sich, ob ihre aktuelle Hardware die neuen Systemanforderungen überhaupt noch erfüllt. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wie Sie die Installation auch auf Geräten meistern, die offiziell als nicht kompatibel gelten. Legalen Upgrade-Trick für Windows 11 gratis entdecken
Grenzen der Optimierung und Marktsituation
Der Wert von bis zu 40 Prozent Beschleunigung beim Multitasking beruht auf einem internen Labortest auf einem HP OmniBook 3 mit Snapdragon X Plus 8-Core und stellt keinen universellen Benchmark dar. Dabei liefen 20 Edge-Tabs, ein 4K-Video, umfangreiche Office-Dokumente, Outlook und der Explorer parallel. Unabhängige Tests dieser Leistungssteigerungen auf Systemen mit Intel- und AMD-Prozessoren stehen bislang noch aus.
Für rechenintensive Workloads wie 3D-Modellierung, professionelle Videobearbeitung und die Verarbeitung sehr großer Datenmengen empfiehlt Microsoft weiterhin Geräte mit 16 Gigabyte Arbeitsspeicher oder mehr.
Als Warnsignale für Engpässe nennt die Unternehmensdokumentation einen nahezu erschöpften verfügbaren Speicher, stetig anwachsenden komprimierten Speicher sowie ein Auslagerungsvolumen nahe der Kapazitätsgrenze. Sogenannte RAM-Cleaner-Programme brachten dabei laut Dokumentation keine Verbesserung.
Die Maßnahmen erfolgen vor einem angespannten Branchenhintergrund: Die Preise für dynamischen Direktzugriffsspeicher sind innerhalb eines Jahres um über 300 Prozent gestiegen. Vor diesem Hintergrund warnt das Marktforschungsunternehmen Gartner davor, dass das Segment der PCs unter 500 US-Dollar bis zum Jahr 2028 vollständig verschwinden könnte.
Mehr zum Thema bei t-online: „Windows 11 mit 8 GB RAM und weniger: Multitasking soll schneller werden“

