Windows 11: Neue Leistungs-Updates machen Menüs 70% schneller

Microsofts Vorschau-Update KB5089573 beschleunigt Flyouts um 70 Prozent und integriert NPU-Überwachung im Task-Manager.

Microsoft hat ein neues optionales Vorschau-Update für Windows 11 veröffentlicht, das die Systemleistung deutlich verbessern soll. Der Patch mit der Bezeichnung KB5089573 steht seit dem 26. Mai 2026 für Nutzer der Version 24H2 sowie der kommenden 25H2-Entwicklungsversion bereit. Er gilt als Vorbote für den größeren Patch-Day im Juni 2026.

Die neuen Builds 26100.8524 und 26200.8524 sind Teil einer intern als „Windows K2″ bezeichneten Initiative. Ziel ist es, langjährige Kritik an der Trägheit der Windows-11-Oberfläche endlich zu beheben.

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Schnellere Menüs und kürzere Ladezeiten

Herzstück des Updates ist ein neues „Low Latency Profile“. Es sorgt dafür, dass System-Flyouts – etwa für Lautstärke, Helligkeit oder Netzwerk – sich bis zu 70 Prozent schneller öffnen als zuvor. Auch die Startzeiten von Anwendungen sollen um rund 40 Prozent sinken.

Die Optimierungen betreffen zudem das Startmenü, die Suchfunktion und den Task-Wechsel. Microsoft rollt die Verbesserungen schrittweise aus, um die Stabilität per Telemetrie zu überwachen. Einige Nutzer profitieren daher früher von den Neuerungen als andere.

Der Datei-Explorer wurde ebenfalls überarbeitet: Abstürze sollen seltener auftreten, die Suche läuft flüssiger, und die Stabilität von Netzwerkfreigaben wurde verbessert.

Shader-Technologie für Gamer

Für Spieler mit spezieller Hardware testet Microsoft zudem „Advanced Shader Delivery“. Erste Tests vom 26. Mai mit einer Radeon RX 9070 XT zeigten, dass sich Wartezeiten bei der Shader-Kompilierung in bestimmten Titeln um bis zu 96 Prozent reduzieren ließen. Aktuell ist die Technik auf den Xbox Store und bestimmte AMD-Architekturen beschränkt, soll aber später auf andere Hersteller und Plattformen ausgeweitet werden.

KI-Hardware im Blick: Task Manager zeigt NPU-Auslastung

Künstliche Intelligenz spielt in Windows 11 eine wachsende Rolle. Der aktualisierte Task Manager bietet nun eine Echtzeit-Überwachung für Neural Processing Units (NPUs). Nutzer und Entwickler können die Auslastung des KI-Chips sowie die Belegung des dedizierten und gemeinsam genutzten NPU-Speichers direkt im Leistungs-Tab einsehen.

Auch bei der Konnektivität gibt es Neuerungen: Shared Audio via Bluetooth LE erlaubt es, dass zwei kabellose Kopfhörer gleichzeitig den Ton von einem Windows-Gerät empfangen. Eine neue Multi-App-Kamerafunktion ermöglicht zudem mehreren Programmen den gleichzeitigen Zugriff auf die Kamera – ohne Hardwarekonflikte.

Für den 26H1-Zweig (Build 28000.2179) testet Microsoft weitere Änderungen. Dazu gehören ein „Xbox-Modus“ für Vollbild-Gaming, die Umbenennung der „Drag Tray“ in „Drop Tray“ sowie die native Unterstützung für Archivformate wie uu, cpio, xar und nupkg. Auch haptisches Feedback für Eingabegeräte und verbesserte Spracheingabe sind in der Entwicklung.

Sicherheits-Uhren ticken: Secure-Boot-Zertifikate laufen aus

Parallel zu den Leistungsverbesserungen mahnt Microsoft zur Eile bei einem sicherheitskritischen Thema. Die Secure-Boot-Zertifikate aus dem Jahr 2011 laufen im Juni 2026 aus. Der Konzern fordert Nutzer auf, rechtzeitig auf das „Windows UEFI CA 2023″-Zertifikat umzustellen. Wer die Frist verpasst, riskiert den Verlust wichtiger Sicherheitsupdates für Bootloader – und könnte künftige Windows-Installationen blockieren.

Die Aktualisierung erfolgt normalerweise automatisch über Windows Update und ist mit BitLocker kompatibel. Nutzer sollten dennoch den Status in der Windows-Sicherheitszentrale überprüfen.

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Weitere Änderungen betreffen die Sicherheitsarchitektur: Virtualization-Based Security (VBS) Enclaves werden für ältere Versionen eingestellt. Während die Funktion in Version 24H2 und Windows Server 2025 noch unterstützt wird, ist sie für Windows 11 23H2 und Windows Server 2022 nicht mehr vorgesehen. Entwickler, die diese Enclaves oder UWP Map Controls nutzen, sollten auf Azure Maps umsteigen und ihre SDKs aktualisieren.

Microsoft hat zudem am 26. Mai einen Patch für eine kritische Sicherheitslücke in SharePoint veröffentlicht (CVE-2026-45659). Auch eine Schwachstelle im SMBv3-Protokoll (CVE-2025-1176), die eine Codeausführung ohne Authentifizierung ermöglicht, wurde in früheren kumulativen Updates geschlossen. Der Konzern empfiehlt die sofortige Installation für Nutzer älterer Windows-10- und Windows-11-Versionen.

Zurück zum Altbewährten: Copilot-Button verschwindet

Microsoft reagiert auf Nutzerkritik und rollt ab Ende Mai 2026 den schwebenden Copilot-Button in Word und Excel zurück. Das KI-Assistent-Symbol kehrt in die normale Menüleiste zurück. Grund war die häufige Beschwerde, dass das schwebende Icon den Arbeitsbereich verdeckte.

Im Unternehmensbereich gibt es Neuigkeiten: Die „Computer-Use Agents“ von Copilot Studio haben Anfang Mai die allgemeine Verfügbarkeit erreicht. Diese Agenten können grafische Benutzeroberflächen in Systemen ohne moderne APIs navigieren. Sie unterstützen High-Level-Modelle und bieten Enterprise-Funktionen wie Azure Key Vault und Purview-Auditing. Der Preis liegt bei etwa 0,04 Euro pro Schritt. Für US-Government-Cloud-Umgebungen ist der Dienst vorerst nicht verfügbar.

Ausblick: Juni-Patch und Windows 25H2

Die in KB5089573 getesteten Funktionen sollen voraussichtlich mit dem Patch-Day im Juni 2026 für alle Nutzer freigegeben werden. Die Version 25H2 von Windows 11 mit experimentelleren Features wie „Screen Tint“ zur Farbtemperatur-Anpassung und optimiertem Speichermanagement wird für September bis Oktober 2026 erwartet.

Mit der „K2″-Initiative konzentriert sich Microsoft darauf, die grundlegende Shell und das Dateisystem an die Leistungsfähigkeit moderner PCs anzupassen. Die Integration von NPU-Überwachung und Low-Latency-Profilen zeigt: Der Konzern will die Balance zwischen KI-Fortschritt und der grundlegenden Reaktionsfähigkeit des Betriebssystems finden – pünktlich zu den nächsten großen Versionszyklen.