Microsoft hat am 17. Juni 2026 experimentelle Unterstützung für Nvidia GeForce RTX-Grafikkarten in Windows 11 eingeführt. PCs mit einer RTX-30-Serie oder neuer können nun bestimmte KI-Aufgaben lokal ausführen, die zuvor einem speziellen Neural Processing Unit (NPU) vorbehalten waren. Der Schritt erweitert den Kreis der KI-fähigen Windows-Rechner erheblich.
Lokale KI jetzt auch ohne NPU
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Die Aktualisierung ermöglicht den Einsatz lokaler Large-Language-Model-APIs auf Systemen mit mindestens 6 GB Videospeicher (VRAM). Im Hintergrund arbeitet Microsofts Phi-Silica-Modell, das bei Bedarf über Windows Update nachgeladen wird. Der Fokus liegt zunächst auf textbasierten KI-Funktionen über die Windows.AI.Text-APIs – nicht auf dem gesamten Copilot+-Funktionsumfang.
Bestimmte visuelle KI-Tools bleiben jedoch an die NPU-Hardware gebunden. Funktionen wie Recall und Click to Do erfordern weiterhin einen Copilot+-PC mit qualifiziertem NPU-Chip. Zeitgleich veröffentlichte Microsoft am 16. Juni ein Update, das die Task-Manager-Überwachung um NPU-Auslastung und Speicherbelegung erweitert – ein klares Signal, dass die Zahl KI-fähiger Systeme rasant wächst.
RTX Spark: Nvidias ARM-Offensive
Den Weg für die GPU-basierte KI ebnete Nvidias RTX-Spark-Plattform, vorgestellt auf der Computex 2026. Die Architektur kombiniert einen 20-Kern-Grace-Prozessor (ARM-basiert) mit einer Blackwell-GPU und läuft unter Windows on Arm. Mit 6.144 CUDA-Kernen und rund 1 Petaflop KI-Leistung ist Spark für anspruchsvolle lokale KI-Anwendungen ausgelegt.
Erste Geräte zeichnen sich ab:
- Lenovo: Das Yoga Pro 9n soll zu den ersten RTX-Spark-Notebooks gehören – mit 15-Zoll-OLED-Display und bis zu 128 GB Unified Memory.
- HP: Am 17. Juni kündigte HP die OmniBook Ultra 16 und OmniBook X 14 an, dazu die Workstation ZGX Fury GB300 mit Nvidias GB300-Superchip für Unternehmenskunden.
- Preise: Die High-End-Modelle kommen voraussichtlich im Herbst 2026 – zwischen 1.800 und 2.900 Euro.
KI-Spielefiguren ohne Cloud-Zwang
Auch im Gaming-Sektor treibt Nvidia die lokale KI voran. Am 18. Juni veröffentlichte das Unternehmen die Beta des ACE Game Agent SDK samt Plugins für Unreal Engine 5. Entwickler können damit KI-gesteuerte Spielfiguren erschaffen, die Spracherkennung und Sprachmodellierung direkt auf der RTX-GPU verarbeiten – ohne Cloud-Anbindung.
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Erste Tests laufen in PUBG (KRAFTON) und Total War: PHARAOH (Creative Assembly). Voraussetzung ist eine GPU mit mindestens 8 GB VRAM, etwa eine RTX 3060.
Prozessormarkt im Umbruch
Während Microsoft und Nvidia auf bestehende und kommende GPU-Architekturen setzen, justieren andere Chipentwickler ihre Roadmaps. Branchenleaks zufolge könnte AMDs künftige Zen-6-Desktop-Plattform (Codename „Morpheus“) die integrierte Grafik durch einen dedizierten NPU ersetzen. Der Schritt, erwartet für Ende 2026 oder Anfang 2027, unterstreicht den Trend: Spezialisierte KI-Chips wandern direkt in die Verbraucherhardware, um die wachsenden Anforderungen lokaler generativer KI zu erfüllen.

