Windows 11: Oktober-Updates schließen 1.411 Sicherheitslücken

Microsoft veröffentlichte Sicherheitskorrekturen für mehrere Windows-11-Versionen und ergänzte Funktionen; Installations- und Authentifizierungsprobleme bleiben teilweise bestehen.

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Am 13. Oktober veröffentlichte Microsoft die kumulativen Sicherheitsupdates KB5127648 und KB5126653 für Windows 11. Die Aktualisierungen enthalten die verpflichtenden Sicherheitskorrekturen des regulären Oktober-Patchdays und richten sich an die Betriebssystemversionen 26H2, 25H2, 24H2 sowie 23H2. Das Update KB5127648 erschien als kumulatives Paket für Windows 11 24H2 mit der Build-Nummer 26100.9711, für die Version 25H2 mit Build 26200.9711 sowie für 26H2 mit Build 26300.9711. Für die Editionen Windows 11 24H2 Home und Pro stellt dies die letzte unterstützte Aktualisierung dar, während Enterprise- und Education-Ausgaben von 24H2 noch bis zum 12. Oktober 2027 mit Support versorgt werden. Die Unterstützung für Windows 11 23H2 in den Editionen Enterprise, Education und IoT Enterprise endet mit dem kommenden Patchday am 10. November.

Umfangreiches Paket schließt über tausend Schwachstellen

Die aktuellen Updates adressieren insgesamt 1.411 Sicherheitslücken im Betriebssystem. Die Aufschlüsselung der behobenen Schwachstellen umfasst 677 Lücken zur Rechteausweitung, 317 zur Remotecodeausführung, 254 zur Informationsoffenlegung, 73 Denial-of-Service-Probleme, 40 Fälle von Sicherheitsumgehung sowie 28 Spoofing-Lücken. Insgesamt 70 Schwachstellen sind als kritisch eingestuft.

Unter den Korrekturen befinden sich drei Zero-Day-Lücken: Eine Schwachstelle in der Windows Shell mit der Kennung CVE-2026-96951 ermöglichte die Umgehung des Mark-of-the-Web-Sicherheitsmechanismus und wurde bereits vor der Bereitstellung des Patches aktiv ausgenutzt. Zudem war eine Schwachstelle im .NET Framework unter CVE-2026-108398 bereits vor der Veröffentlichung öffentlich bekannt.

Neben den reinen Sicherheitsbereinigungen enthalten die Aktualisierungen funktionale Neuerungen. Nutzer können die Copilot-Taste künftig als rechte Strg- oder Kontextmenü-Taste umbelegen, ausgenommen bei Tastenkombinationen mit der rechten Strg-Taste in Verbindung mit Windows oder Shift.

Zudem führt Microsoft eine Einstellung ein, um Apps standardmäßig maximiert zu öffnen, und integriert Emoji 17.0. Der Datei-Explorer erhält eine Vorschau für HTML-Dateien mit vorheriger Bestätigung sowie eine automatische PDF-Vorschau und speichert den Zustand der Startseite.

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Ergänzend stehen ein Fernverwaltungs-Plug-in für die Wiederherstellungsumgebung WinRE sowie Anpassungen im Kiosk-Modus bereit, bei denen Windows+Tab deaktiviert wird und Windows+A sowie Windows+C im Einzel-App-Kiosk geregelt sind. Die bisherige Funktion zur PC-zu-PC-Migration entfällt künftig unter Verweis auf Windows Backup.

Fehlerbehebungen und bekannte Installationsprobleme

Die Updates korrigieren zudem bestehende Betriebssystemfehler. Dazu zählen eine verbesserte Bluetooth-Stabilität samt Korrektur eines Audiofehlers mit dem Fehlercode 0x139 sowie die Behebung von Problemen bei Always-On-VPN-Verbindungen. Diese hatten nach den September-Updates auf Windows 11 24H2 und neuer bei automatischer Protokollauswahl oder Fallback zu Fehlern wie belegten Ports oder Verbindungsabbrüchen geführt, was zuvor nur durch feste Profile auf SSTP oder IKEv2 umgangen werden konnte.

Gleichzeitig verzeichnet Microsoft mehrere bekannte Probleme. Bei aktiver Schutzfunktion Administrator Protection können Nicht-Admin-Nutzer unter Umständen keine Remote-Desktop-Verbindungen aufbauen, was den Fehler 0xC000000D auslöst. Als Übergangslösung gilt die Deaktivierung der Richtlinie. Weiterhin bestehen Authentifizierungskonflikte bei NTLMv1 über WLAN, Ethernet und VPN sowie seit dem 15. Oktober gemeldete Störungen bei MS-CHAPv2.

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Zusätzlich bleibt die Funktion Smart App Control auf betroffenen Systemen ausgegraut. Bei den begleitenden Updates KB5127654 und KB5127363 helfen als Behelfslösung das Setzen der Registry-Werte 2883193997 und 2850574478 auf den Wert 1 gefolgt von einem Neustart oder die Installation der Gruppenrichtlinien-Pakete KB5074105 261015_19222 und KB5074105 261015_19221 für 24H2, 25H2 und 26H2. Bei der installation von KB5127648 traten vereinzelt die Fehlercodes 0x800f0845, 0x80070306 und 0x800f0989 auf, für die noch keine offizielle Dokumentation oder Problembehebung vorliegt.

Seit dem 14. Oktober zeigten sich zudem Xbox-Live-Anmeldefehler auf Heim-PCs mit dem Code 0x87DD0005, zu denen bis zum 17. Oktober über 70 Beschwerden vorlagen, jedoch noch keine formale Bestätigung des Herstellers. Mit dem Update startete Microsoft zudem Phase 1 der ReFS-Sperre für externe USB-Laufwerke mit Warnmeldungen über das Ereignis 524 im System-Tray für bis zu 32 Laufwerke pro Systemstart, bevor ab Januar 2027 ReFS-formatierte USB-Datenträger standardmäßig blockiert werden.