Windows 11: Rekord-Update schließt 570 Lücken und bringt Zeitreise

Microsoft schließt 570 Sicherheitslücken und führt Point-in-Time Restore ein. Nutzer erhalten mehr Kontrolle über Updates.

570 Schwachstellen wurden geschlossen – fast dreimal so viele wie im Vormonat. Doch der eigentliche Paukenschlag ist eine neue Funktion namens Point-in-Time Restore, die Windows 11 zurückspulen kann wie ein Tonband.

System-Reset per Zeitreise

Die neue Point-in-Time Restore (PITR)-Funktion erlaubt es, das gesamte Systemlaufwerk auf einen früheren Zustand zurückzusetzen. Das System erstellt automatisch alle vier bis 24 Stunden Schnappschüsse und behält diese maximal 72 Stunden. Gedacht ist das als eine Art „Rückgängig“-Knopf für den ganzen PC – inklusive Apps, Einstellungen und lokaler Dateien.

Allerdings gibt es Hürden: Die Systempartition muss mindestens 200 Gigabyte groß sein, die Snapshots belegen bis zu zwei Prozent des Speicherplatzes. Während die Funktion für Privatanwender standardmäßig aktiviert ist, bleibt sie auf IT-verwalteten Geräten deaktiviert. Wer einen Rollback durchführt, muss seinen BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel parat haben – und Sicherheitsupdates im Anschluss neu installieren.

Mehr Kontrolle über Updates – weniger nervige Eingriffe

Microsoft hat sich jahrelange Nutzerkritik zu Herzen genommen. Das Update führt eine verlängerbare 35-tägige Pause für Systemupdates ein. Per Kalenderauswahl können Anwender Installationen verschieben – und das nun unbegrenzt oft in 35-Tage-Schritten.

Auch die Oberfläche wurde entschärft. Die Widgets-Leiste öffnet sich nicht mehr automatisch beim Überfahren mit der Maus, und die Benachrichtigungsflut wurde reduziert. Die Windows-Suche zeigt künftig bevorzugt lokale Dateien, Ordner und Einstellungen an – Werbung und Trend-Suchen sind Geschichte. Wer will, kann Web- und Store-Ergebnisse komplett abschalten.

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Rekordverdächtige Sicherheitsoffensive

Die zahl von 570 geschlossenen Sicherheitslücken ist beispiellos. Zum Vergleich: Im Juni waren es knapp 200, im Juli 2025 gerade einmal gut 140. Darunter befinden sich 61 kritische Schwachstellen und mindestens zwei Zero-Day-Lücken, die bereits aktiv ausgenutzt wurden.

Technisch bringt das Update weitere Verbesserungen:

  • Datei-Explorer: Deutlich schnellere Startzeiten und Unterstützung für doppelte Backslash-Pfade
  • Bluetooth: Schnellere Erkennung von AirPods und Beats Studio Pro, neuer Mikrofon-Stummschalter
  • Barrierefreiheit: Neue Bildschirmtönungen, präzisere Lupe, Sprachsteuerung nun auch auf Deutsch, Französisch und Spanisch
  • Hardware-Management: Verbessertes Grafikspeicher-Management für Systeme mit über 32 Gigabyte RAM bei KI-Modellen

Vorsicht: Diese Dell-PCs bleiben außen vor

Die Ausrollung erfolgt schrittweise. Doch Microsoft hat einen Safeguard Hold für bestimmte Dell-Computer mit Intel-Prozessoren verhängt. Diese Geräte erhalten das Update vorerst nicht – Grund sind Berichte über Überhitzung und beschleunigte Akkuentladung.

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Für Unternehmen gibt es gute Nachrichten: Neue Funktionen können künftig über optionale Vorschau-Updates in der vierten Woche des Monats getestet werden. Microsoft bewirbt zudem Hotpatching als Methode, um Neustarts zu reduzieren – das Ziel ist ein vierteljährlicher Rhythmus für System-Neustarts.

Ob das Update den Abwärtstrend von Windows stoppen kann? Laut aktuellen Statcounter-Zahlen fiel der globale Marktanteil im Juni auf 72 Prozent, in den USA sogar auf 58 Prozent – ein Minus von sechs Prozentpunkten allein im Mai. Die neuen Funktionen könnten ein Signal an unzufriedene Nutzer sein: Microsoft hört zu.