Microsoft hat mehrere technische Probleme bestätigt, die nach jüngsten Updates für Windows und den Microsoft Defender aufgetreten sind. Betroffen sind falsche Sicherheitswarnungen, gebrochene Domänenverbindungen sowie Störungen bei Audio- und Browserfunktionen. Der Konzern arbeitet an Korrekturen, ein konkreter Zeitplan steht bislang nicht fest.
Falsche Defender-Warnungen nach dem Start
Nutzer melden seit Kurzem, dass Windows nach dem Neustart die Meldung „Microsoft Defender Antivirus is turned off“ anzeigt, obwohl der Schutz tatsächlich aktiv bleibt. Die fehlerhafte Warnung erscheint meist direkt nach dem Boot-Vorgang, teils sogar dann, wenn Benachrichtigungen deaktiviert wurden.
Betroffen sind nicht nur Windows 11, sondern alle Windows- und Windows-Server-Versionen. Konkret betroffen sind die Versionen Platform 4.18.26080.3, Engine 1.1.26080.3 und Security Intelligence 1.1.159.11.0. Microsoft bestätigte das Problem und kündigte einen Fix in einem künftigen Defender-Update an, ohne einen genauen Termin zu nennen.
Nach Unternehmensangaben handelt es sich lediglich um einen Anzeigefehler auf Benachrichtigungsebene – der Virenschutz selbst bleibe durchgehend aktiv.
Domänenverbindungen brechen nach Sammelupdate
Größere Auswirkungen zeigt ein Fehler im September-Sammelupdate KB5124008 für Windows 11 (Version vom 8. September 2026, Builds 26100.9445/25100.9445), das laut Angaben über 960 CVEs schließt, davon 106 als hochriskant eingestuft und zwei bereits in freier Wildbahn ausgenutzt.
Nach der Installation verlieren Maschinenkonten mit Credential-Guard-Schutz den sicheren Kanal zu lokalen Active-Directory-Domänen. Die Anmeldung mit gültigen Domänenzugangsdaten scheitert dabei, während der Offline-Login mit zwischengespeicherten Zugangsdaten weiterhin funktioniert.
Betroffen sind domänenverbundene Systeme mit Windows 11 24H2, 25H2 und 26H1; die zugrunde liegende „Machine Identity Isolation“ wird derzeit nur ab Windows Server 2025 mit entsprechendem Domänenfunktionsebene-Status unterstützt.
Als vermutliche Ursache gilt die aktivierte Einstellung „MachineIdentityIsolation=2″ in der Registry. Typische Symptome sind ein fehlgeschlagener sicherer Kanal (Test-ComputerSecureChannel=False), nltest-Fehler mit Code 1786 sowie Ereignis-ID 4625 in den Protokollen.
In der Praxis berichtete ein Administrator, dass eine Windows-11-25H2-Workstation nach dem Update Anmeldefehler zeigte und erst nach Deinstallation und Reparatur wieder funktionierte.
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Ein anderer Administrator meldete, dass von rund 256 Windows-11-25H2-Enterprise-Geräten elf das Domänenvertrauen verloren, begleitet von zahlreichen Kerberos-Fehlern und einem Rückfall auf NTLM beziehungsweise Netlogon.
Als Übergangslösung empfiehlt sich, die Machine Identity Isolation per Intune, Gruppenrichtlinie oder Registry-Eintrag auf den Wert 0 zu setzen, das System neu zu starten und anschließend den Befehl „Test-ComputerSecureChannel -Repair“ auszuführen.
Ein dauerhafter Fix ist für ein künftiges Windows-Update vorgesehen. Der bereits veröffentlichte Notfallpatch KB5129195 behebt zwar Probleme mit Remote Desktop Services und USB-Audio, das Domänenproblem bleibt davon jedoch unberührt.
Weitere Störungen bei Audio, Netzwerk und Browser
KB5124008 sorgt zudem bei USB-Audio-Geräten der Version 1.0 für den Fehler „This device cannot start (Code 10)“ mit Tonausfällen, besonders bei Mehrkanal-Konfigurationen wie 8-Kanal-Audio. Als Workaround wird eine Umstellung auf zwei Kanäle genannt.
Weitere gemeldete Probleme im Zusammenhang mit dem Update betreffen die Konnektivität von Linux-VMs, Remote Desktop, Abstürze des Explorer.exe-Prozesses sowie Black-Screens bei AMD-Radeon-Grafikkarten.
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Auch Microsoft Edge ist von einem eigenständigen Fehler betroffen: In Version 153 frieren Web-App-Fenster ein und reagieren nicht mehr auf Maus- oder Tastatureingaben.
Microsoft bestätigte das Problem und empfiehlt als Übergangslösung einen Rollback auf Edge Version 152. Dafür müssen Updates per Gruppenrichtlinie deaktiviert, das passende MSI-Paket heruntergeladen und über die Befehlszeile mit Administratorrechten mittels „msiexec /I FileName.msi /qn ALLOWDOWNGRADE=1″ installiert werden. Alternativ steht Betroffenen offen, vorübergehend auf einen anderen Browser zu wechseln.

