Der Patch KB5089573 für die Versionen 24H2 und 25H2 führt einen sogenannten Low Latency Profile (LLP) ein – einen Leistungsmodus, der die Bedienung des Betriebssystems deutlich flüssiger machen soll.
Trotz neuer Performance-Updates kämpfen viele Anwender mit Fehlermeldungen oder Systemausfällen. Dieser kostenlose PDF-Report zeigt Ihnen, wie Sie die häufigsten Windows-Probleme ohne teuren IT-Techniker in wenigen Minuten selbst beheben. Erste Hilfe für Windows 11 kostenlos herunterladen
Turbo für die Benutzeroberfläche
Der neue LLP-Modus funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Bei bestimmten Nutzerinteraktionen erhöht Windows kurzzeitig die Taktfrequenz des Prozessors für ein bis drei Sekunden. Die Folge: Apps starten bis zu 40 Prozent schneller, Systemmenüs öffnen sich sogar bis zu 70 Prozent flotter. Besonders auf älterer Hardware oder bei rechenintensiven Hintergrundprozessen dürfte der Unterschied spürbar sein.
Doch das Update bringt noch mehr. Der Task-Manager zeigt künftig die Auslastung von Neural Processing Units (NPUs) an – ein wichtiger Schritt, da immer mehr KI-Funktionen direkt auf dem Gerät laufen. Auch die Windows-Hello-Anmeldung wurde überarbeitet. Und wer oft sucht, wird sich freuen: Die System-Suche liefert bereits nach der Eingabe von zwei Zeichen erste Ergebnisse.
Kamera-Freigabe und Startmenü-Revolution
Ein langjähriger Kritikpunkt fällt mit diesem Update endlich weg: Mehrere Apps können nun gleichzeitig auf die Kamera zugreifen. Bislang blockierte Windows den Zugriff, sobald eine Anwendung die Kamera belegte. Die neue Option „Mehrere Apps dürfen die Kamera verwenden“ findet sich in den Systemeinstellungen. Zusätzlich gibt es einen „Basic Camera“-Modus, der helfen soll, Probleme mit Kamera-Treibern zudiagnostizieren.
Noch weiter gehen die Änderungen im aktuellen Insider Preview Build 26300.8553. Hier experimentiert Microsoft mit einem grundlegend überarbeiteten Startmenü. Nutzer können künftig einzeln festlegen, ob angeheftete Apps, zuletzt genutzte Dateien oder die vollständige App-Liste angezeigt werden sollen. Sogar das Profilbild lässt sich ausblenden. Dazu kommen verschiedene Größenkonfigurationen für das Menü.
Anmelde-Chaos: Tausende Nutzer berichten von Problemen
Die technischen Neuerungen überschatten jedoch eine wachsende Krise: Über 9.200 aktive Beschwerden auf den Microsoft-Community-Plattformen drehen sich um Anmeldeprobleme. Besonders nach Hardware-Wechseln wie dem Austausch des Mainboards berichten Nutzer von massiven Schwierigkeiten.
PIN-Resets schlagen fehl, die Gesichtserkennung bleibt stumm, und Sicherheitsfragen werden mit falschen Antworten quittiert. Der größte Frust: Die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) funktioniert oft nicht mehr. Die Microsoft Authenticator-App liefert nach einem Gerätewechsel keine Codes, SMS-Optionen sind nicht verfügbar.
Ob Update-Fehler oder streikende Hardware – wenn Windows 11 plötzlich den Dienst quittiert, ist schnelle Hilfe gefragt. IT-Experte Manfred Kratzl verrät in seinem Gratis-Leitfaden, wie Sie auch hartnäckige Systemfehler und Druckerprobleme ohne Fachkenntnisse lösen. Kostenlosen Windows 11 Problemlöser sichern
Wer den Zugang zu seinem privaten Konto verliert, steht vor einer Mauer. Microsoft setzt hier ausschließlich auf automatisierte Wiederherstellungsprozesse. Der Support darf nicht manuell eingreifen. Scheitert die automatisierte Prüfung, ist das Konto unwiederbringlich verloren.
Sicherheitsforscher im Visier: Microsoft eskaliert Konflikt
Parallel dazu verschärft sich ein öffentlicher Streit mit der Sicherheitsforscherin Nightmare Eclipse. Seit April 2026 hat sie sechs Windows-Zero-Day-Lücken offengelegt – darunter die als BlueHammer, GreenPlasma und RedSun bekannten Schwachstellen. Vier davon tragen inzwischen offizielle CVE-Identifikatoren (CVE-2026-33825, CVE-2026-41091, CVE-2026-45498, CVE-2026-45585).
Microsoft reagiert mit maximaler Härte. Der Konzern verurteilt die unkoordinierten Veröffentlichungen als unverantwortlich und hat seine Digital Crimes Unit eingeschaltet. Rechtliche Schritte und die Einschaltung von Strafverfolgungsbehörden werden geprüft. Die Forscherin wiederum wirft Microsoft vor, sie bei Bug-Bounty-Zahlungen betrogen und ihr Konto gelöscht zu haben.
Die US-amerikanische Cybersicherheitsbehörde CISA hat bereits drei der Schwachstellen in ihren Katalog aufgenommen – ein Zeichen dafür, dass sie aktiv ausgenutzt werden. Branchenexperten warnen: Microsofts aggressive Rechtsstrategie könnte andere Sicherheitsforscher abschrecken, künftig verantwortungsvoll mit Funden umzugehen. Ein Teufelskreis, der am Ende vor allem den Nutzern schadet.

