Microsoft hat am Dienstag ein umfangreiches Vorschau-Update für Windows 11 veröffentlicht, das Nutzern erstmals eine vollständige Systemwiederherstellung auf Knopfdruck ermöglicht. Die Updates KB5095093 (für Versionen 24H2 und 25H2) sowie KB5095091 (für Version 26H1) zielen darauf ab, Kontrolle und Stabilität des Betriebssystems deutlich zu verbessern.
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Point-in-Time Restore: System auf Knopfdruck zurückdrehen
Das Herzstück des Juni-Updates ist die allgemeine Verfügbarkeit der Point-in-Time-Wiederherstellung. Damit lassen sich Betriebssystem, Anwendungen, Einstellungen und lokale Dateien auf einen früheren Zustand zurücksetzen – basierend auf Snapshots des Volume Shadow Copy Service (VSS).
Für Privatanwender ist die Funktion standardmäßig aktiviert. Voraussetzung: mindestens 200 Gigabyte freier Speicher auf dem Systemlaufwerk. Das System erstellt dann automatisch alle 24 Stunden Wiederherstellungspunkte und bewahrt diese für 72 Stunden auf. Dafür werden etwa zwei Prozent der Festplattenkapazität genutzt.
Anders sieht es in Unternehmen aus: Enterprise- und Education-Editionen sowie verwaltete Pro-Geräte erhalten die Funktion erst mit Version 26H2 standardmäßig. Administratoren können die Snapshot-Intervalle jedoch bereits jetzt auf 4, 6, 12, 16 oder 24 Stunden einstellen. Die Wiederherstellung erfolgt derzeit über die Windows-Wiederherstellungsumgebung – eine Fernsteuerung über Intune ist für die Zukunft geplant. Interne Tests zeigen: Eine vollständige Wiederherstellung dauert rund 40 Minuten.
Weniger Ablenkungen, mehr Kontrolle
Das Update räumt mit zwei der größten Nutzer-Ärgernisse auf: Update-Zwang und Widgets-Chaos. Updates lassen sich nun per Kalenderauswahl bis zu 35 Tage pausieren – eine deutliche Verbesserung gegenüber den bisherigen Einschränkungen.
Das Widgets-Dashboard wurde grundlegend überarbeitet. Die automatische Öffnung beim Überfahren mit der Maus ist standardmäßig deaktiviert. Stattdessen gibt es einen neuen „Ruhemodus“-Schalter. Neulinge sehen künftig ein aufgeräumtes Dashboard statt eines überladenen Newsfeeds. Auch der Papierkorb in der Taskleiste zeigt jetzt korrekte Benutzernamen an – ein Bug, der zuvor interne Dateinamen preisgab.
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Bessere Sicht und Klang
Für die Augen hat Microsoft einen „Bildschirmtönung“-Modus entwickelt. Eine Vollbild-Farbüberlagerung soll die Augen schonen – mit sechs voreingestellten Farben sowie individuellen Farb- und Intensitätsreglern. Die Lupenfunktion unterstützt jetzt voreingestellte Zoomstufen und direkte Prozentangaben.
Bei der Konnektivität gibt es ebenfalls Fortschritte: AirPods koppeln sich schneller, die Mikrofonzuverlässigkeit von Beats Studio Pro wurde verbessert. Auch Bluetooth-LE-Audio profitiert von Bugfixes – Synchronisationsprobleme und Verbindungsabbrüche gehören der Vergangenheit an.
Hardware-Monitoring und neue Standards
Besitzer von Snapdragon-X2-Geräten mit Windows 11 Version 26H1 erhalten erstmals eine NPU-Auslastungsanzeige im Task-Manager. Das ist ein wichtiger Schritt, denn KI-Prozessoren werden in modernen Laptops immer relevanter.
Weitere Neuerungen:
– Das Standard-Druckprotokoll wechselt zum Internet Printing Protocol (IPP)
– Sprachzugriff und Spracheingabe unterstützen jetzt Französisch, Deutsch und Spanisch
– Das Emoji-Panel wird bis zum 30. Juni 2026 auf GIPHY umgestellt
Sicherheit: 58 Schwachstellen geschlossen
Der Qualitätsupdate vom Juni schließt 58 Sicherheitslücken (CVEs), darunter vier als kritisch eingestufte. Besonders brisant: eine Schwachstelle für Code-Ausführung aus der Ferne in Windows Media Foundation.
Für mehr Stabilität sorgt der neue „Secure Rollback with Validation“ -Mechanismus. Das System schreibt doppelte Rollback-Anweisungen und nutzt eine versteckte Partition als Rettungsanker, falls Windows nach drei erfolglosen Startversuchen nicht mehr bootet. Branchenexperten erwarten, dass sich die Support-Anfragen zu nicht bootfähigen Systemen um 12 bis 15 Prozent reduzieren.
Während viele Funktionen bereits im optionalen Vorschau-Update verfügbar sind, plant Microsoft den breiten Rollout für den Patch-Day im Juli 2026. Ein bekanntes Problem: Manche Drittanbieter-Programme haben nach der Installation Schwierigkeiten, Office-Anwendungen zu starten.

