Windows 11 Wetter-App: Frisst bis zu 1,2 GB RAM im Leerlauf

Die Windows-11-Wetter-App belastet Systeme durch hohen RAM-Bedarf. Werbeblocker reduzieren den Verbrauch deutlich, ein WinUI-Update steht aus.

Aktuelle Berichte bestätigen erhebliche Effizienzprobleme bei der unter Windows 11 vorinstallierten Wetter-App (MSN Weather). Die Anwendung, die auf vielen Systemen standardmäßig im Hintergrund aktiv ist, verbraucht demnach eine unverhältnismäßig große Menge an Arbeitsspeicher. Insbesondere auf Geräten mit einer Ausstattung von 8 Gigabyte RAM führt dies zu einer spürbaren Belastung der Systemressourcen, wobei die App bis zu 15 Prozent des verfügbaren Speichers beanspruchen kann.

Hoher Ressourcenverbrauch im Leerlauf und bei Interaktion

Analysen der Hardware-Auslastung verdeutlichen das Ausmaß des Speicherbedarfs. Im Leerlauf verbraucht die Wetter-Anwendung unter Windows 11 bis zu 1,2 Gigabyte RAM. Im direkten Vergleich mit der Wetter-App unter macOS, die rund 250 Megabyte belegt, entspricht dies einer fünffach höheren Belastung. Bei aktiver Interaktion mit der Anwendung steigen die Werte weiter an. Beobachtungen zeigen Spitzenwerte von bis zu 1,6 Gigabyte RAM. Für Nutzer von Systemen mit 8 Gigabyte Arbeitsspeicher bedeutet dies, dass allein die Wetter-App etwa 20 Prozent der gesamten Kapazität für sich beansprucht.

Die technische Ursache für diesen hohen Bedarf liegt in der Architektur der Anwendung. Es handelt sich nicht um eine nativ programmierte App, sondern um einen sogenannten Web-Wrapper, der auf der WebView2-Laufzeitumgebung basiert. Die App nutzt dabei acht bis neun Chromium-Subprozesse gleichzeitig. Ein wesentlicher Teil der Last entfällt auf den Renderer-Prozess, der allein 662 Megabyte beansprucht. Ein Grund für diese Struktur ist die Integration von Drittanbieter-Werbung innerhalb der App. Dabei werden unter anderem Inhalte von Unternehmen wie LendingTree, Spotify und Adobe Acrobat ausgespielt.

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Auswirkungen auf die Systemstabilität und mögliche Abhilfe

Die hohe Speicherauslastung bleibt für die Gesamtperformance des Betriebssystems nicht ohne Folgen. Auf Rechnern mit 8 oder 16 Gigabyte RAM kann der exzessive Verbrauch dazu führen, dass Windows vermehrt Daten auf die SSD auslagert (SSD-Swapping). Dieser Vorgang verlangsamt nicht nur das System, sondern kann bei dauerhafter Nutzung auch die Lebensdauer des Massenspeichers negativ beeinflussen.

Untersuchungen zeigen jedoch, dass die Speicherlast durch gezielte Eingriffe reduziert werden kann. Da die App eng mit dem Browser Microsoft Edge verzahnt ist, senkt der Einsatz von Werbeblockern wie uBlock Origin innerhalb des Browsers den Speicherverbrauch der Wetter-App deutlich. In entsprechenden Tests konnte die Last so von den ursprünglichen Werten auf etwa 130 Megabyte reduziert werden. Dies unterstreicht die Vermutung, dass ein erheblicher Teil des Ressourcenverbrauchs auf die eingebetteten Werbe- und Tracking-Elemente entfällt.

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Microsoft plant Neufassung der Anwendung

In der Branche ist bekannt, dass Microsoft an einer technologischen Neuausrichtung seiner Standard-Apps arbeitet. Das Unternehmen plant demnach eine Neufassung der Wetter-App auf Basis von WinUI, um die Performance und Integration in das Betriebssystem zu verbessern. Bisher wurde dieses Update jedoch noch nicht für die breite Nutzerschaft bereitgestellt.

Obwohl Microsoft Windows 11 weiterhin für Hardware mit 8 Gigabyte RAM optimiert, steht eine offizielle Bestätigung für einen kurzfristigen Fix der aktuellen Wetter-App noch aus. Bis zur Veröffentlichung einer überarbeiteten Version bleibt betroffenen Nutzern vorerst nur die Deaktivierung der App oder der Einsatz technischer Workarounds, um die Systemressourcen zu schonen.