Windows 25H2: Copilot-Seitenleiste und KI im Explorer

Microsoft reagiert auf Kritik mit neuer Copilot-Seitenleiste und KI-Verbesserungen für Taskleiste und Datei-Explorer.

Der Softwarekonzern hat auf anhaltende Kritik an der starren Benutzeroberfläche reagiert und bringt mit den neuesten Updates grundlegende Veränderungen. Im Zentrum steht die Rückkehr eines andockbaren Seitenbereichs für den KI-Assistenten Copilot sowie zahlreiche Verbesserungen für Taskleiste und Datei-Explorer.

Copilot kehrt als Seitenleiste zurück

Bereits im Frühjahr begann Microsoft mit der Auslieferung einer aktualisierten Version des KI-Assistenten. Nutzer können Copilot nun wieder links oder rechts am Bildschirmrand andocken – eine Funktion, die viele aus den ersten Konzepten des Jahres 2023 kannten.

Im angedockten Modus passt das Betriebssystem die Desktop-Anordnung dynamisch an. Aktive Fenster werden automatisch verkleinert, um Platz für den „Always-Visible-Compact-Assistant“ zu schaffen. Der Assistent lässt sich wahlweise als schwebendes Fenster, im Bild-in-Bild-Modus oder eben in der neu eingeführten angedockten Position nutzen.

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Die Begeisterung hält sich jedoch in Grenzen. Branchenbeobachter weisen darauf hin, dass die Seitenleiste auf 15-Zoll-Laptops wertvollen Bildschirmplatz frisst. Microsoft hat reagiert: Copilot startet standardmäßig als schwebendes Fenster, und die dedizierte Copilot-Taste lässt sich neu belegen. Für Unternehmen und Puristen kann die Funktion per Gruppenrichtlinie oder über einen Registry-Eintrag komplett deaktiviert werden.

KI-gesteuerte Verbesserungen für Taskleiste und Explorer

Parallel arbeitet Microsoft an den Versionen 24H2 und 25H2. Die kommende 25H2 soll die Neural Processing Units (NPUs) moderner Copilot+-PCs nutzen, um KI-Aufgaben lokal zu verarbeiten.

Die Taskleiste, seit jeher ein Kritikpunkt bei Windows 11, hat mehrere dringende Fehlerbehebungen erhalten. Das Benachrichtigungscenter auf zweiten Monitoren funktioniert nun korrekt. Zudem wurden Snap-Layouts verfeinert und Inkonsistenzen im Dark-Modus behoben – insbesondere in Dialogfenstern für Dateikopien.

Der Datei-Explorer bekommt ein KI-gestütztes Kontextmenü und eine überarbeitete Startseite. Die neuen Funktionen sollen die Dateiverwaltung vereinfachen, indem sie kontextbezogene Vorschläge basierend auf dem Nutzerverhalten liefern.

Barrierefreiheit und Stabilität im Fokus

Am 25. Mai 2026 veröffentlichte Microsoft den Insider-Build 26300.8497 für den Experimental-Channel. Das Update bringt eine Funktion namens „Screen Tint“ mit, die eine anpassbare Farbüberlagerung über den gesamten Bildschirm legt und so die Augen schonen soll. Aktiviert man den Bildschirmton, werden andere Farbfilter automatisch deaktiviert.

Ebenfalls neu: Die Unterstützung für HID-Braillezeilen per Plug-and-Play. Diese funktioniert bereits während der ersten Windows-Einrichtung.

Die Stabilitätsverbesserungen im Überblick:
– Behobene Abstürze des Explorer.exe-Prozesses
– Fehlerkorrektur für das Energiespar-Symbol im Quick-Settings-Menü
– Verbesserte Zuverlässigkeit der Win+X-Tastenkombination
– Stabilitätsupdates für DISM-Befehle und SSDP-Benachrichtigungen
– Korrektur eines Fehlers, der zu unerwarteter Stummschaltung führte

Das wachsende Vertrauensproblem

Trotz der funktionalen Verbesserungen steht Microsoft weiterhin in der Kritik. Eine Analyse der Nutzerstimmung Ende Mai 2026 offenbart ein wachsendes Misstrauen gegenüber der Cloud-Integration und den Monetarisierungsstrategien des Konzerns.

Zu den häufigsten Beschwerden zählen Werbung und „Empfehlungen“ im Startmenü, hartnäckige OneDrive-Aufforderungen sowie die Notwendigkeit eines Microsoft-Kontos bei der Systemeinrichtung. Viele Nutzer wünschen sich eine lokale Konto-Option und einen schlankeren Installer ohne überflüssige Zusatzprogramme. Einige weichen bereits auf Alternativen wie Tiny11 aus – eine abgespeckte Version des Betriebssystems für ältere Hardware.

Der Interessenkonflikt ist offensichtlich: Während Microsoft ein modernes, KI-gestütztes Betriebssystem liefern will, steht der Wunsch nach Service-Abonnements oft im Widerspruch zu den Nutzererwartungen an Privatsphäre und lokale Kontrolle. Die Microsoft-Q&A-Plattform verzeichnete am 25. Mai 2026 fast 90.000 unternehmensbezogene Anfragen – von BitLocker-Wiederherstellungsproblemen bis hin zu hoher CPU-Auslastung durch Windows Defender.

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Ausblick: KI als treibende Kraft

Mit der Version 25H2 rückt die Symbiose von Hardware und künstlicher Intelligenz weiter in den Mittelpunkt. Das Update soll auf derselben Codebasis wie 24H2 aufbauen und nahtlos per Standard-Updatepaket installiert werden können.

Die Rückkehr der andockbaren Seitenleiste und die Verbesserungen an der Taskleiste sind ein strategischer Versuch, die Gunst der Power-User zurückzugewinnen. Ob diese UI-Änderungen langfristig Erfolg haben, wird davon abhängen, ob Microsoft seine KI-Ambitionen mit dem grundlegenden Nutzerbedürfnis nach einem stabilen, vorhersagbaren und werbefreien Arbeitsplatz in Einklang bringen kann. Die flexibleren Layout-Optionen deuten zumindest darauf hin, dass der Konzern die Forderungen nach mehr Anpassungsmöglichkeiten gehört hat.