Windows fällt unter 60%: Marktanteil auf historischem Tiefstand

Microsofts Windows sinkt auf historischen Tiefstand von 56,55 Prozent. Linux profitiert von Ubuntu 26.04 mit ARM-Unterstützung und Rust-Investitionen.

Laut aktuellen Daten von StatCounter für Juni 2026 liegt der globale Marktanteil von Microsofts Betriebssystem bei nur noch 56,55 Prozent. Damit fällt Windows erstmals seit Jahren unter die 60-Prozent-Marke – ein deutliches Signal für einen Wandel in der PC-Landschaft.

Während Microsoft Federn lässt, legen die Konkurrenten zu. macOS und OS X kommen gemeinsam auf rund 16,37 Prozent, wobei der aktuelle macOS-Anteil bei 4,48 Prozent und der ältere OS X bei 11,89 Prozent liegt. Linux klettert auf 4,39 Prozent – ein beachtlicher Wert für das Open-Source-System. Chrome OS von Google hält einen Anteil von 1,21 Prozent.

Canonical setzt auf ARM – Ubuntu 26.04 LTS als Meilenstein

Ein Treiber des Linux-Wachstums ist die zunehmende Hardware-Unterstützung. Mit der Veröffentlichung von Ubuntu 26.04 LTS hat Canonical einen strategischen Schritt vollzogen: ARM64-Pakete sind nun Teil des Hauptarchivs und nicht länger als „Ports“ klassifiziert. Das bedeutet eine vollständige Gleichstellung mit der x86-Architektur.

Die Neuerungen gehen weit über die reine Paketverwaltung hinaus. So unterstützt Ubuntu 26.04 LTS erstmals Livepatch für ARM64-Systeme – Kernel-Updates ohne Neustart werden damit auch auf ARM-Rechnern möglich. Zudem wurde Secure Boot auf Snapdragon X Elite-Plattformen integriert. Auch die Software-Verfügbarkeit wächst: Steam ist per Snap inklusive FEX-Übersetzung für ARM64 verfügbar, und Google hat eine native Chrome-Version für Linux ARM64 angekündigt.

Investition in Sicherheit: Canonical fördert Rust-Entwicklung

Canonical investiert gezielt in die Systemsicherheit. Als Gold Sponsor der Trifecta Tech Foundation stellt das Unternehmen jährlich 40.000 Euro für die Entwicklung von Rust-basierten Systemwerkzeugen bereit. Im Fokus steht „ntpd-rs“, eine Rust-Implementierung des Network Time Protocol (NTP).

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Das Ziel: ntpd-rs soll ab Ubuntu 27.04 als Standard-Zeitsynchronisationswerkzeug zum Einsatz kommen. Die Software hat sich bereits in der Praxis bewährt – Let’s Encrypt setzt sie seit Juni 2024 in der Produktion ein. Der Schritt ist Teil einer umfassenden Strategie, veraltete C-Komponenten durch speichersichere Alternativen zu ersetzen.

TUXEDO OS wechselt das Fundament – Von Ubuntu zu Debian

Während Canonical auf Expansion setzt, gehen einige Hardware-Partner eigene Wege. TUXEDO Computers hat angekündigt, sein Betriebssystem TUXEDO OS von Ubuntu auf Debian Testing umzustellen – ein Modell, das die Firma als „Continuous Debian“ bezeichnet.

Die Entscheidung fiel nicht leicht. Das Unternehmen nennt mehrere Gründe: die zunehmende Betonung von Snap-Paketen, eine mangelnde Transparenz bei der KI-Entwicklungs-Roadmap sowie Verzögerungen bei Sicherheitsupdates. Die neue Version von TUXEDO OS setzt auf Btrfs als Standard-Dateisystem in Kombination mit Snapper für System-Snapshots. Eine Beta-Version steht bereits zur Verfügung – allerdings ist für den Umstieg eine Neuinstallation erforderlich.

Open Source wächst global – GitHub verzeichnet Rekordzahlen

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Die Verschiebungen im Betriebssystem-Markt fallen in eine Zeit wachsender globaler Zusammenarbeit. Der GitHub Innovation Graph für das erste Quartal 2026 zeigt: Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit stieg um 16 Prozent im Vergleich zum Vorquartal – das zweithöchste Wachstum seit 2020.

Besonders bemerkenswert: Regionen wie Syrien verzeichnen nach der Lockerung bestimmter Sanktionen verstärkte Aktivität. Um den wachsenden Beitragsfluss zu bewältigen, hat GitHub neue Funktionen eingeführt, darunter Pull-Request-Limits, Repository-Ebene-Kontrollen und verbesserte Noise-Reduction-Banner für Entwickler.