Linux hingegen erreicht neue Höchstwerte – und Valve treibt die Verbreitung seines Gaming-Betriebssystems SteamOS massiv voran.
Windows verliert, Linux gewinnt
Die aktuellen Zahlen von StatCounter für Juni 2026 sprechen eine deutliche Sprache: Windows fiel auf 56,61 Prozent Marktanteil. Linux kletterte im selben Zeitraum auf 4,36 Prozent – ein Jahreshoch. Besonders unter Spielern legt das Open-Source-System zu: Die Steam-Hardware-Umfrage vom März 2026 verzeichnete mit 5,33 Prozent einen Rekordwert.
Doch nicht nur bei den Betriebssystemen tut sich etwas. Auch die Hardware-Präferenzen der Gamer verschieben sich. Zum ersten Mal führt eine Notebook-Grafikkarte die Rangliste an: Die Nvidia GeForce RTX 4060 Laptop Edition liegt bei 3,81 Prozent, gefolgt von der Desktop-RTX-3060 (3,73 Prozent) und der neueren RTX 5060 (2,66 Prozent).
Innerhalb des Microsoft-Ökosystems läuft derweil der Umstieg auf Windows 11: 70 Prozent der Steam-Nutzer haben bereits gewechselt. Der Gesamtanteil von Windows auf der Plattform beträgt 94,1 Prozent. Zeitgleich verdichten sich die Berichte über einen Stellenabbau bei Microsoft – rund 5.500 Mitarbeiter sollen in den Bereichen Vertrieb, Beratung und der Xbox-Sparte gehen.
SteamOS 3.8: Neue Ära für Linux-Gaming?
Valve hat SteamOS 3.8 in den Early Access gebracht – und das ist weit mehr als ein Routine-Update. Das Betriebssystem öffnet sich nun für eine breite Hardware-Palette jenseits des Steam Deck. Die wichtigste Neuerung: Universelle Unterstützung für AMD-, Intel- und Nvidia-Grafikkarten. Dazu kommt der neue grafische Installer „Neptune“, der Dual-Boot mit Windows ermöglicht.
Technisch setzt Valve auf Proton 9.0. Die Kompatibilitätsschicht soll nun über 85 Prozent der 1.000 meistgespielten Steam-Titel auf Gold-Niveau oder höher bringen. Ein lange schmerzender Punkt wird ebenfalls adressiert: Anti-Cheat-Systeme für Blockbuster wie Call of Duty, Destiny 2 und Fortnite werden jetzt unterstützt.
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Doch es gibt einen Wermutstropfen. Valve-Ingenieur Pierre-Loup Griffais bestätigte, dass man zwar direkt mit Nvidia an der Optimierung arbeite – ein vollständiger Support für Nvidia-Hardware sei aber frühestens 2027 zu erwarten. Valves Botschaft ist klar: SteamOS bleibt eine Gaming-Plattform, kein Windows-Ersatz für den Alltag.
Neue Hardware: Zwischen Aufbruch und Rückschlag
Der Markt reagiert auf die Entwicklung. MetaPCs bringt mit dem „Steamroller“ einen vorkonfigurierten Gaming-PC auf Basis von SteamOS. Ausgestattet mit AMD Ryzen 5 9600X und Radeon RX 7600 kostet das System 1.299 Euro.
Im portablen Segment liefert System76 nach: Der Adder Pro 15 kommt Mitte Juli 2026 auf den Markt. Das 1,53 Kilogramm leichte Linux-Notebook setzt auf Intels Core Ultra 7 356H und Nvidias RTX 5070.
Ganz anders die Lage bei den günstigen Handhelds: MagicX hat seinen Mini Zero 28 eingestellt. Grund sind explodierende DDR4-Preise – die Speicherkosten haben sich versechsfacht. Nun prüft das Unternehmen, ob ein Nachfolger mit günstigerem DDR3-Speicher und einem Zielpreis von 49 Euro machbar ist. Parallel arbeitet MagicX an einem Design, das an Nintendos 2DS erinnert – mit MediaTek-Chipsätzen der Serien Helio G99 oder Dimensity 7300.
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Spieleentwickler entdecken Linux
Die wachsende Nutzerbasis lockt auch die Spieleentwickler. Catoio Software hat kürzlich die Steam-Seite für XENOFLEKT freigeschaltet – ein Roguelite-Weltraum-Shooter, entwickelt in Godot 4.6.x. Das Spiel läuft laut Hersteller mit stabilen 60 FPS auf dem Steam Deck via Proton. Ein weiteres Indiz dafür, dass Linux als Gaming-Plattform ernst genommen wird.

