Windows Juni-Update: Task-Manager zeigt KI-Hardware in Echtzeit

Microsofts Juni-Patchday bringt unbegrenzte Update-Pausen für Insider und entkoppelte Defender-Updates für Unternehmen.

Windows-Nutzer bekommen mehr Macht über ihre Systemupdates – und die Sicherheitsarchitektur wird grundlegend umgestellt.

Microsoft hat am heutigen Dienstag sein monatliches Patch-Patchday-Update für Juni 2026 veröffentlicht. Neben den üblichen Sicherheitskorrekturen bringt der Update-Tag eine Reihe tiefgreifender Veränderungen mit sich. Besonders im Fokus: eine neue Flexibilität bei der Update-Steuerung und eine grundlegende Neuausrichtung der Sicherheitsupdates für Unternehmen.

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Unbegrenzte Update-Pausen im Beta-Kanal

Die wohl wichtigste Neuerung für Privatanwender betrifft die Windows-Insider-Vorschau. Mit Build 26220.8575, der ebenfalls heute ausgeliefert wurde, können Tester im Beta-Kanal Systemupdates künftig unbegrenzt verschieben. Bislang gab es hier zeitliche Beschränkungen. Microsoft reagiert damit auf jahrelange Nutzerwünsche nach mehr Kontrolle über den Update-Zeitplan.

Sicherheitsupdates werden entkoppelt

Noch bedeutender ist die Ankündigung vom gestrigen Montag: Microsoft Defender for Endpoint EDR-Updates werden nicht länger mit dem monatlichen Patch-Day ausgeliefert. Stattdessen erfolgt die Verteilung künftig über einen separaten Kanal (KB5005292) direkt über Microsoft Update. Der Rollout für Windows 10 begann bereits Ende Mai, Windows-11-Geräte sollen bis Herbst folgen.

Unternehmen müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um von der entkoppelten Auslieferung zu profitieren. Dazu zählen eine Mindestversion des Sense-Clients (10.8798.25857.1000) sowie kumulative Updates, die bis Juli 2025 zurückreichen.

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Leistungs-Boost für den Alltag

Die stabilen Juni-Updates – KB5094126 für die Versionen 25H2 und 24H2 sowie KB5093998 für Version 23H2 – bringen technische Verbesserungen für den Alltag. Ein neuer Low Latency Profile verschafft Startmenü, Windows-Suche und dem Action Center einen kurzen CPU-Boost, was die gefühlte Reaktionsgeschwindigkeit spürbar verbessern soll.

Task-Manager zeigt KI-Hardware an

Der Task-Manager erhält ein lang erwartetes Feature: Neue Spalten für Neural Processing Units (NPUs). Nutzer können künftig in Echtzeit verfolgen, wie stark die KI-Prozessoren ausgelastet sind, welche Engines laufen und wie viel Arbeitsspeicher sie belegen. Ein wichtiger Schritt, denn NPUs werden in aktuellen Prozessoren von Intel, AMD und Qualcomm zunehmend zum Standard.

Weitere Neuerungen im Überblick:

  • Shared Audio: Unterstützung für Bluetooth LE – Musik auf zwei Kopfhörer gleichzeitig
  • Multi-App Camera: Verbesserte Kamerasteuerung über verschiedene Anwendungen hinweg
  • USB-Konnektivität: Stabilitätskorrekturen für USB4 und USB3
  • Setup-Anpassung: Benutzerdefinierte Ordnernamen bei der Ersteinrichtung
  • Schriftart-Update: Times New Roman mit verbesserter Darstellung griechischer und kyrillischer Zeichen

Sicherheitszertifikate und neue Testkanäle

Ein kritischer Punkt: Das Update enthält ein Secure-Boot-Zertifikat-Update für Zertifikate, die im Juni 2026 auslaufen. Ohne dieses Update könnten Systeme nach Ablauf der Zertifikate Probleme beim Starten bekommen.

Microsoft hat zudem einen neuen Beta-Kanal für Windows 11 Version 26H1 gestartet, der speziell auf ARM-Geräte abzielt. Im Experimentalkanal testet der Konzern einen Administrator-Schutz, der unter den Kontoeinstellungen zu finden ist.

Bekannte Probleme

Trotz der Neuerungen gibt es auch technische Hürden. In den Microsoft-Foren vom heutigen Dienstag werden zwei Fehler gemeldet: Der DISM-Fehler 0x800f0915 sowie ein BSOD-Hypervisor-Fehler, der speziell bei der Software Trimble Business Center auftritt.

Geduld gefragt

Microsoft weist darauf hin, dass das Juni-Update auf der Controlled Feature Rollout (CFR)-Methodik basiert. Selbst wenn ein System als „aktuell“ gemeldet wird, können bestimmte Funktionen zeitverzögert aktiviert werden. IT-Administratoren sollten daher gezielt die entsprechenden Richtlinien prüfen, um sicherzustellen, dass alle Neuerungen für die Endnutzer sichtbar sind.