Windows-Papierkorb zeigt Systemdateien: Microsoft räumt Fehler ein

Nach Rekord-Patch-Day kämpft Microsoft mit Papierkorb-Fehlern, Zero-Day-Lücke in Defender und weiteren Sicherheitsproblemen.

Microsoft hat ein technisches Problem im Windows-Papierkorb offiziell eingeräumt. Nach dem umfangreichsten Patch-Day der Unternehmensgeschichte mit über 200 geschlossenen Sicherheitslücken kämpft der Konzern nun mit mehreren neuen Baustellen – darunter eine Zero-Day-Lücke in der eigenen Sicherheitssoftware.

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Papierkorb zeigt Systemdateien statt Benutzernamen

Der neu bestätigte Papierkorb-Fehler trat nach den Juni-Updates auf. Betroffen sind Windows 11 (Versionen 23H2 bis 26H1), Windows 10 (22H2 und LTSC) sowie Windows Server von 2012 bis 2025. Nutzer sehen beim Löschen von Dateien interne Systemnamen anstelle der tatsächlichen Dateibezeichnungen.

Eine dauerhafte Lösung steht noch aus. Microsoft hat jedoch Workarounds für Unternehmenskunden über den offiziellen Support bereitgestellt.

Probleme mit Office-Integrationen

Ein separates Problem betrifft das Update KB5095051 vom 9. Juni. Nutzer können Office-Anwendungen wie Word, Excel und PowerPoint nicht mehr über Drittanbieter-Software wie CRM-Systeme oder Workflow-Tools starten. Der direkte Programmstart funktioniert weiterhin. Die Ursache wird noch untersucht. Das Update enthielt unter anderem Sicherheitshärtungen für Systemdateien und Aktualisierungen der KI-Komponenten.

„RoguePlanet“: Zero-Day in Windows Defender

Microsoft arbeitet an einer Lösung für die Sicherheitslücke CVE-2026-50656 in Windows Defender, die den Namen „RoguePlanet“ trägt. Der Fehler ermöglicht Angreifern durch eine Race-Condition SYSTEM-Rechte zu erlangen. Sicherheitsforscher veröffentlichten bereits einen Proof-of-Concept-Exploit, der den aktiven Echtzeitschutz umgeht. Ein Patch ist in Entwicklung, ein konkreter Termin steht noch nicht fest.

USB-Wurm klaut Kryptowährungen

Zudem entdeckte Microsoft einen selbstverbreitenden USB-Wurm namens „Crypto Clipper“ oder „CryptoBandits.A“. Die Schadsoftware überwacht die Zwischenablage auf Kryptowährungsadressen und ersetzt diese durch Angreifer-Adressen. Der Wurm nutzt das Tor-Netzwerk zur Kommunikation und erstellt schnelle Bildschirmaufnahmen infizierter Systeme.

„SearchLeak“: Sicherheitslücke in Copilot Enterprise Search

Am 19. Juni wurden Details zu einer Schwachstelle in Microsoft 365 Copilot Enterprise Search bekannt. Die als „SearchLeak“ bezeichnete Lücke (CVE-2026-42824) könnte unbefugten Zugriff auf sensible Daten wie E-Mails und Kalendereinträge ermöglichen. Angreifer nutzen eine Kombination aus Prompt-Injection und anderen technischen Umgehungen. Microsoft hat laut eigenen Angaben Gegenmaßnahmen auf Backend-Ebene implementiert.

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Ungeschlossene Lücke im Windows-Suchprotokoll

Sicherheitsexperten haben zudem auf eine ungepatchte Schwachstelle im Windows-„search:“-URI-Handler hingewiesen. Durch Klicken eines manipulierten Links könnten Angreifer NTLMv2-Hashes abgreifen. Ähnliche Fehler wurden in der Vergangenheit bereits behoben – dieser spezielle Fall bleibt vorerst ungeschützt.

Rekord-Patch-Zyklus wirft Qualitätsfragen auf

Der Juni 2026 ging als größter Patch-Zyklus in die Microsoft-Geschichte ein. Branchenbeobachter äußerten Bedenken zur Softwarequalität. Die hohe Anzahl an Korrekturen wurde teilweise durch KI-Tools ermöglicht. Unter den behobenen Schwachstellen befand sich die kritische Kernel-Lücke CVE-2026-45657, die als „wurmartig“ eingestuft wurde.

Am 18. Juni behob Microsoft zudem den Installationsfehler 0x80070002, der Sicherheitsupdates für Windows Server 2016 blockierte. Gleichzeitig kämpft das Unternehmen mit Problemen beim Continuous Feature Rollout (CFR) für Windows 11. Nutzer berichten, dass neue Funktionen nicht aktiviert wurden, obwohl die entsprechenden Einstellungen eingeschaltet waren. Die technischen Teams konnten die Ursache bislang nicht erklären.