Windows-Patchday: Microsoft schließt Rekordzahl von 974 Schwachstellen

Microsoft beseitigt zahlreiche kritische Windows-Fehler, darunter RDS-, DNS- und Kerberos-Lücken sowie zwei bereits ausgenutzte Zero-Days.

Im Rahmen des monatlichen Patchday hat Microsoft eine Reihe gravierender Sicherheitslücken geschlossen, die weite Teile des Windows-Ökosystems betreffen. Im Fokus steht dabei insbesondere eine Schwachstelle im Windows Remote Desktop Client, die es Angreifern ermöglicht, aus der Ferne Schadcode auf Zielsystemen auszuführen. Die als CVE-2026-69485 identifizierte Lücke weist einen CVSS-Score von 8.8 auf und wird als hohes Risiko eingestuft.

Die Problematik betrifft eine Vielzahl von Betriebssystemversionen, darunter Windows 10 (Versionen 1607 bis 22H2), Windows 11 (23H2 bis 26H1) sowie die Server-Varianten von Windows Server 2016 bis 2025. Laut den vorliegenden Berichten können authentifizierte Angreifer mit niedrigen Privilegien diese Schwachstelle durch eine manipulierte Netzwerkanfrage ausnutzen. Microsoft hat zur Behebung unter anderem das Update-Paket KB5123099 bereitgestellt.

Rekordzahl an behobenen Schwachstellen im September

Der aktuelle Patchday markiert einen neuen Höchststand bei der Anzahl der adressierten Sicherheitslücken. Je nach Zählweise wurden zwischen 964 und 974 CVEs behoben. Davon entfallen allein 723 auf Windows, 111 auf das Office-Paket, 62 auf SQL-Datenbanken und 22 auf Entwickler-Werkzeuge. Branchenbeobachter führen diese enorme Menge unter anderem auf den verstärkten Einsatz von künstlicher Intelligenz bei der Entdeckung von Softwarefehlern zurück.

Von den fast tausend Schwachstellen stuft Microsoft über 100 als kritisch ein. Besonders besorgniserregend sind 20 als „wormable“ klassifizierte Sicherheitslücken, die eine automatisierte Ausbreitung von Schadsoftware im Netzwerk ermöglichen könnten.

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Neben der eingangs erwähnten RDS-Lücke sticht die Schwachstelle CVE-2026-69525 hervor. Diese weist einen CVSS-Score von 9.8 auf und betrifft ebenfalls die Remote Desktop Services (RDS), wobei hier eine Remote Code Execution (RCE) möglich ist.

Kritische Lücken in DNS-Diensten und Kerberos

Zusätzlich zu den RDS-Problemen wurden schwerwiegende Lücken in anderen Kernkomponenten von Windows geschlossen. Die DNS-Schwachstelle CVE-2026-69730, die ebenfalls mit einem CVSS-Wert von 9.8 bewertet wurde, wird in Fachkreisen bereits als Nachfolger einer bekannten früheren DNS-Lücke („SigRed“) gehandelt. Ebenfalls als kritisch eingestuft wurde CVE-2026-69676, eine RCE-Lücke im Authentifizierungsprotokoll Kerberos (CVSS 8.8).

Für Administratoren ist zudem die Behebung von zwei bereits aktiv ausgenutzten Zero-Day-Lücken von hoher Relevanz. Es handelt sich um CVE-2026-85880, einen Heap-Overflow im ALPC-Dienst, sowie CVE-2026-81963, eine Schwachstelle im Windows Update Stack. Beide ermöglichen eine lokale Ausweitung von Privilegien auf SYSTEM-Ebene.

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Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat diese bereits in ihren Katalog der bekannten ausgenutzten Schwachstellen aufgenommen und eine Frist zur Behebung bis zum 22. September gesetzt.

Weitere Sicherheitsupdates für Unternehmen

Abseits der Windows-Plattform hat auch Adobe auf aktuelle Bedrohungen reagiert. Das Unternehmen veröffentlichte Korrekturen für 172 CVEs. Darunter befindet sich ein seit Anfang September ausgenutzter Zero-Day in den E-Commerce-Lösungen Magento und Adobe Commerce. Die unter dem Namen „StyleSmuggler“ bekannte Lücke (CVE-2026-75650) muss laut behördlichen Vorgaben bis zum 11. September geschlossen werden.

Innerhalb des Microsoft-Portfolios wurden zudem Fehler in Exchange (CVE-2026-55007), im Microsoft Authenticator sowie im Cloud Files Mini Filter korrigiert. Experten raten angesichts der hohen Anzahl kritischer Lücken und der zum Teil bereits stattfindenden Ausnutzung zu einer zeitnahen Installation der bereitgestellten Sicherheitsupdates, um die Integrität der Firmennetzwerke zu gewährleisten.