Der Juli-Patchday von Microsoft gerät zum Stresstest: Der Konzern pausiert das Sicherheitsupdate KB5101650 für bestimmte Dell-PCs mit Intel-Chips, nachdem Nutzer über Systemabstürze und Überhitzung klagten. Gleichzeitig stopft Microsoft mit über 570 behobenen Sicherheitslücken einen Rekordwert an Schwachstellen.
Update-Stopp für ausgewählte Dell-Systeme
Am 17. und 18. Juli 2026 setzte Microsoft die Auslieferung des Updates KB5101650 für bestimmte Dell-Computer mit Intel-Prozessoren aus. Grund waren massive Stabilitätsprobleme: Betroffene Nutzer berichteten von unerwarteten Systemabschaltungen, träger Performance, extremer Hitzeentwicklung und rasantem Akkuverbrauch.
Die technische Analyse förderte einen Konflikt zwischen dem neuen Windows-USB-C-Verbindungsmanager und dem Intel Innovation Platform Framework (IPF) Processor Participant-Treiber zutage. Im Geräte-Manager zeigt sich das Problem durch ein gelbes Ausrufezeichen beim Intel-Treiber. Der Stopp betrifft Windows 11 in den Versionen 24H2 und 25H2. Ein dauerhafter Fix soll in den kommenden Tagen erscheinen.
Rekordjagd bei Sicherheitslücken
Der Juli-Patchday 2026 geht als einer der umfangreichsten in die Geschichte ein. Microsoft schloss mehr als 570 Schwachstellen, darunter knapp 60 als kritisch eingestufte Lücken. Besonders brisant: Zwei Zero-Day-Lücken werden bereits aktiv ausgenutzt. Die Schwachstelle CVE-2026-56155 betrifft die Active Directory Federation Services (AD FS), CVE-2026-56164 steckt in SharePoint.
Sicherheitsforscher warnen zudem vor CVE-2026-48561 – einer schwerwiegenden Schwachstelle in Copilot, die Codeausführung aus der Ferne ermöglicht. Ein weiterer Zero-Day (CVE-2026-50661) umgeht den BitLocker-Schutz und wurde bereits öffentlich gemacht.
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Die Lage verschärfte sich am 17. Juli: Ein Forscher namens Nightmare Eclipse veröffentlichte einen Exploit namens „LegacyHive“, der den Windows-Benutzerprofildienst für eine Rechteausweitung auf vollständig gepatchten Systemen nutzt. Microsoft untersucht den Vorfall.
Secure Boot und veraltete Produkte
Am 18. Juli liefen bestimmte Secure-Boot-Zertifikate von Windows 11 ab. Microsoft warnt, dass Geräte ohne die unter CVE-2023-24932 eingeführten UEFI-CA-2023-Updates Probleme beim Erhalt aktualisierter Boot-Komponenten bekommen könnten. Das Windows Production PCA für den Boot-Manager läuft planmäßig am 19. Oktober 2026 aus.
Parallel dazu stellte Microsoft den Support für mehrere Legacy-Produkte ein, darunter SharePoint Server 2016 und 2019, SQL Server 2016 und InfoPath 2013. Die Juli-Updates schlossen zudem die Verschärfung der Kerberos-RC4-Richtlinien ab.
Neue Funktionen trotz Update-Chaos
Trotz der Probleme auf bestimmter Hardware bringt das Juli-Update auch frische Features:
- Point-in-Time-Wiederherstellung: Ein neues Recovery-Feature nutzt den Volume Shadow Copy Service (VSS) und erstellt System-Snapshots bis zu 72 Stunden rückwirkend. Voraussetzung: mindestens 200 GB freier Speicherplatz, wobei bis zu 50 GB belegt werden.
- Widgets und Update-Steuerung: Die Widgets-Leiste öffnet sich nicht mehr beim Überfahren mit der Maus. Die Windows-Update-Oberfläche bietet nun einen Kalender, um Updates bis zu 35 Tage auszusetzen.
- Verwaltungstools: Für Entra-ID-Geräte können IT-Administratoren per Registry-Richtlinie Single Sign-On (SSO) automatisch genehmigen – das reduziert lästige Zustimmungsabfragen.
- Bildschirm und Bluetooth: Ein neuer „Screen Tint“-Farbfilter und verbesserte Bluetooth-Funktionen – darunter schnellere Kopplung von AirPods und bessere Wiederherstellung von LE-Audio – runden das Update ab.
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Microsoft erneuerte am 17. Juli auch die Windows-11-Installationsmedien, um die aktuellen Sicherheitspatches für Neuinstallationen zu integrieren. Die Versionsnummer des Media Creation Tools blieb unverändert.

