Statt Web-Technologien setzt Microsoft künftig auf native Programmierung – für mehr Tempo und weniger Speicherverbrauch.
Native Code statt Web-Frameworks
Auf der Entwicklerkonferenz Build 2026 gab Microsoft bekannt, zentrale Elemente von Windows 11 komplett neu zu schreiben. Unter der Leitung von Rudy Huyn arbeitet ein Team daran, die Oberfläche des Betriebssystems von Web-basierten Komponenten auf native WinUI-Codebasis umzustellen. Betroffen sind unter anderem das Startmenü und weitere Shell-Elemente, die bislang auf Frameworks wie React Native oder Electron aufbauten.
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Die Umstellung hat handfeste Vorteile: Weniger RAM-Verbrauch, die Beseitigung altbekannter Fehler und ein neuer System-Compositor für flüssigere Übergänge zwischen Fenstern. Parallel dazu benennt Microsoft WinUI 3 schlicht in WinUI um – eine Version 4 ist demnach nicht geplant.
Entwickler dürfen sich über neue Steuerelemente freuen: DataGrid und Charting werden ins Framework integriert. Auch die Zusammenarbeit mit WinForms und WPF-Anwendungen wird verbessert. Als experimentelles Projekt stellte Microsoft zudem Microsoft UI Reactor vor, das einen C#-ersten Entwicklungsansatz verfolgt.
Juni-Update bringt Turbo-Modus
Ab dem 9. Juni 2026 rollt Microsoft ein Sicherheitsupdate für die Windows-11-Versionen 24H2 und 25H2 aus. Herzstück ist das sogenannte Low Latency Profile. Es erlaubt temporäre CPU-Boosts zwischen einer und drei Sekunden.
Die internen Testergebnisse sind beeindruckend: Programmstarts sollen sich um bis zu 40 Prozent beschleunigen, System-Flyouts reagieren sogar bis zu 70 Prozent schneller. Das Update war zuvor als Vorschau-Version KB5089573 manuell installierbar und bringt weitere Neuerungen:
- Task-Manager mit NPU-Überwachung: Neue Metriken für neuronale Prozessoren zeigen Auslastung und Speichernutzung auf KI-fähiger Hardware.
- Shared Audio: Zwei Bluetooth-LE-Audiogeräte lassen sich gleichzeitig nutzen.
- Optimiertes Windows Hello: Kürzere Aufwachzeiten aus dem Standby.
- Schnellere Dateisuche: Windows Search liefert bereits bei zwei Zeichen Ergebnisse. Dev-Volumes zeigen Speicherkapazität jetzt in Gigabyte an.
Kontextmenü wird anpassbar
Im Rahmen der sogenannten „K2“-Initiative will Microsoft die grundlegende Windows-11-Erfahrung verbessern. Marcus Ash, Corporate Vice President für Windows Design und Research, bestätigte, dass das Rechtsklick-Kontextmenü bald individuell anpassbar sein wird.
Nutzer können künftig Einträge hinzufügen oder entfernen – eine direkte Reaktion auf die seit Jahren anhaltende Kritik an überladenen Menüs. Die K2-Strategie umfasst weitere Oberflächen-Verfeinerungen für die kommenden Monate: ein modulares Startmenü, eine Auffrischung der Systemsteuerung und die Option für eine verschiebbare oder vertikale Taskleiste.
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KI-Integration und neue Hardware
Parallel zu den Betriebssystem-News veröffentlichte Microsoft auf der Build 2026 die Version 1.123 von Visual Studio Code. Die neue Funktion synchronisiert KI-Kontext und Arbeitssitzungen über mehrere Geräte hinweg – per GitHub-Konto. Entwickler behalten so Chat-Verlauf, Dateikontext und Repository-Status beim Wechsel zwischen Rechnern.
Der Fokus auf Systemleistung kommt nicht von ungefähr. Hardware-Partner rüsten sich für eine neue Generation KI-zentrierter Prozessoren. Nvidia stellte kürzlich seine RTX-Spark-Chips vor, die bis zu 128 Gigabyte Unified Memory unterstützen. Ab Herbst 2026 sollen sie in Geräten von Dell, HP, Lenovo und der Microsoft-Surface-Reihe verbaut werden – ein weiterer Grund für das optimierte Betriebssystem, das Microsoft gerade entwickelt.

