Die turnusmäßigen Aktualisierungen zum Patchday im September 2026 haben in verschiedenen IT-Infrastrukturen zu erheblichen Funktionsstörungen geführt. Microsoft bestätigte mehrere Fehler in den aktuellen Softwarepaketen, die von Beeinträchtigungen der Audioausgabe über Instabilitäten in Remote-Umgebungen bis hin zu Fehlfunktionen in Tabellenkalkulationsprogrammen reichen.
Störungen der Audioausgabe und Hardware-Konflikte
Mit der Veröffentlichung des Updates KB5124008 am 8. September 2026 (Builds 26200.9445/25H2 und 26100.9445/24H2) traten bei zahlreichen Systemen Probleme mit USB-Audio-Geräten auf. Berichten zufolge starten betroffene Geräte nicht und geben den Fehlercode 10 aus, während Sound-Einstellungen systemseitig hängen bleiben.
Davon betroffen sind insbesondere Mikrofone und Multichannel-Audio-Systeme (3D- und 8-Kanal-Audio), die den Standard USB Audio Class 1.0 nutzen. Bluetooth-Geräte sowie nicht kabelgebundene Hardware sind von diesem spezifischen Fehler nicht betroffen. Windows Server-Systeme weisen diesen Bug laut Angaben vom 14. September 2026 ebenfalls nicht auf.
Als vorläufiger Workaround gilt die Umstellung auf den 2-Kanal-Modus oder die vollständige Deinstallation des Updates KB5124008. Ein permanenter Fix seitens Microsoft steht noch aus, das Unternehmen untersuche die Vorfälle jedoch.
Parallel dazu meldeten Nutzer von AMD-Hardware Mitte September Instabilitäten in Verbindung mit dem genannten Update sowie dem .NET-Update KB5126052. Betroffen sind Konfigurationen mit Radeon RX 7800 XT oder RX 7900 XTX Grafikkarten in Kombination mit Ryzen 7 7800X3D oder Ryzen 9 7900X3D Prozessoren.
In den Ereignisprotokollen wird die Datei amdxx64.dll als Fehlerquelle angeführt. Als einzige Hilfsmaßnahme gilt derzeit die Deaktivierung der AMD-Audiotreiber.
Einschränkungen bei Remote-Diensten und Virtualisierung
Die Stabilität von Remote-Desktop-Diensten (RDS) ist nach den Aktualisierungen ebenfalls beeinträchtigt. Microsoft bestätigte in Berichten vom 14. September 2026, dass RDS-Umgebungen kurz nach dem Login instabil werden können.
Nutzer stoßen auf Fehlermeldungen wie „Please wait for Remote Desktop Configuration“, zudem hängen das Microsoft Management Console (MMC) und der Datei-Explorer. Für virtuelle Maschinen (VMs) besteht der einzige derzeitige Workaround in einem Neustart der Instanz.
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Auch die Virtualisierungs-Schnittstelle Hyper-V ist betroffen. In Hyper-V-basierten Linux-VMs wurde die Plan9-Hostordner-Freigabe deaktiviert. Dies beeinträchtigt das Windows-Subsystem für Linux (WSL) sowie die Anwendung Claude Cowork von Anthropic. Anthropic bestätigte bereits, dass das Update KB5124008 die Funktionalität von Claude Cowork unterbricht.
Citrix meldete nach dem September-Rollup Probleme auf Virtual Delivery Agents (VDAs). Hierbei kommt es zu hängenden Verbindungen und Schwierigkeiten beim Abmeldevorgang. Zudem wurden nach der Installation von KB5124008 oder KB5120998 vereinzelt schwarze Bildschirme beobachtet. Microsoft hat für diese spezifischen Citrix-Probleme bereits Known Issue Rollback (KIR) Patches bereitgestellt.
Funktionseinschränkungen in Microsoft Excel
Ein separates Sicherheitsupdate für Excel (KB5002914), das am 9. September 2026 erschien, verursacht Fehler bei Kernfunktionen der Tabellenkalkulation. In den Versionen Office 2016 bis 2024 (einschließlich LTSC Standard 2021) schlagen Copy-and-Paste-Vorgänge sowie das automatische Ziehen von Formeln fehl.
Microsoft bestätigte diesen Fehler am 11. September 2026 als offizielles „Known Issue“. Das Problem betrifft sowohl MSI- als auch Click-to-Run-Installationen. Eine Wiederherstellung der Funktionen ist derzeit nur durch die Deinstallation des spezifischen KB-Artikels möglich.
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Sicherheitskontext und Nutzerakzeptanz
Trotz der technischen Mängel dienten die Updates der Schließung kritischer Sicherheitslücken. KB5124008 behebt mehr als 900 CVEs, wobei die Zählungen je nach Quelle zwischen 964 und 974 liegen. Darunter befinden sich die Zero-Day-Lücken CVE-2026-81963 (Eskalation von SYSTEM-Privilegien im Windows Update Stack) und CVE-2026-85880 (ALPC).
Zusätzlich zu den genannten Fehlern wurden weitere Probleme dokumentiert:
– Blackscreens durch Abstürze der Explorer.exe bei RDP- oder Citrix-Verbindungen.
– Bootloops auf HP-Laptops, sofern die Windows-Wiederherstellungspartition (WinRE) kleiner als 750 MB ist (Fehler 0xc0430001).
– Verlust des Domänen-Vertrauens (Domain-Trust) über VPN-Verbindungen (Fehler 1786).
Eine Umfrage des Portals TechPowerUp unter rund 33.000 Teilnehmern, deren Ergebnisse Mitte September veröffentlicht wurden, deutet darauf hin, dass eine Mehrheit der Nutzer die Qualitätsstandards von Windows 11 zunehmend kritisch bewertet. Eine Lösung für die Gesamtheit der gemeldeten Probleme steht noch aus.

