Windows verbietet bis heute die Ordner-Namen CON, NUL und PRN

Windows 11 blockiert 2026 weiterhin Ordner wie CON oder NUL. Grund ist eine 45 Jahre alte Systemregel aus der MS-DOS-Ära.

Wer einen Ordner „CON“ nennen will, scheitert an einer 45 Jahre alten Systemregel.**

Die Einschränkung betrifft alle aktuellen Windows-11-Builds. Versucht ein Nutzer im Datei-Explorer einen Ordner „CON“, „NUL“ oder „PRN“ zu benennen, erscheint die Fehlermeldung: „Der angegebene Gerätename ist ungültig.“ Was wie ein Bug wirkt, ist tatsächlich ein Stück Computergeschichte, das Microsoft aus Gründen der Abwärtskompatibilität bewahrt.

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Die vollständige Liste der verbotenen Namen

Die Sperrliste umfasst weit mehr als nur drei Namen. Laut aktueller technischer Dokumentation von Anfang 2026 sind folgende Bezeichnungen tabu:

  • CON (Konsole)
  • PRN (Drucker)
  • AUX (Hilfsgerät)
  • NUL (Nullgerät)
  • COM1 bis COM9 (serielle Schnittstellen)
  • LPT1 bis LPT9 (parallele Druckerports)

Die Groß- und Kleinschreibung spielt keine Rolle. „con“, „Con“ und „CON“ werden gleichermaßen abgewiesen. Auch Dateiendungen helfen nicht: „NUL.txt“ oder „CON.jpg“ lehnt das System ebenfalls ab.

Eine besonders kuriose Entdeckung machten Entwickler Ende 2025: Windows erkennt die hochgestellten Ziffern ¹, ² und ³ aus dem ISO/IEC-8859-1-Zeichensatz als gültige Ziffern für die Gerätezuordnung. Das bedeutet: Auch „COM¹“ oder „LPT³“ sind faktisch gesperrt, weil das System sie als veraltete Hardware-Ports interpretiert.

Ursprung im CP/M-Betriebssystem

Die Wurzeln dieser Einschränkung reichen zurück in die Zeit, als Ordner und Verzeichnisse noch nicht zum Standard gehörten. Computerhistoriker führen die Namen auf das CP/M-Betriebssystem von Gary Kildall zurück, das die Entwicklung von MS-DOS maßgeblich beeinflusste.

In diesen frühen Systemen behandelte der Computer Hardware-Geräte wie Tastatur, Bildschirm und Drucker, als wären sie Dateien. Programmierer konnten Daten an den Drucker senden, indem sie eine Datei an das Ziel „PRN“ kopierten. Tastatureingaben lasen sie über „CON“ (die Konsole) aus.

Als MS-DOS 2.0 Anfang der 1980er Jahre hierarchische Verzeichnisse einführte, machte Microsoft diese Gerätenamen „global“. So konnte ein Programm Drucker oder Konsole immer finden, egal in welchem Ordner der Nutzer gerade arbeitete.

Warum Microsoft die Regeln nicht abschafft

Mit dem Wechsel zum Windows-NT-Kernel waren diese Namen so tief in der Software-Landschaft verankert, dass ihre Entfernung ein erhebliches Risiko darstellte. Zwar sind parallele Druckerports aus der Unterhaltungselektronik weitgehend verschwunden, die Software-„Platzhalter“ blieben jedoch erhalten.

Die Gefahr: Würde Windows die Erstellung einer Datei namens „NUL.txt“ erlauben, könnte eine ältere Anwendung, die Daten an das „NUL“-Gerät sendet, versehentlich die Benutzerdatei überschreiben oder abstürzen.

Workarounds für Entwickler

Interessanterweise verbieten die Dateisysteme NTFS, ReFS und die neuen Dev Drive-Konfigurationen diese Namen nicht grundsätzlich. Die Sperre existiert hauptsächlich in der Win32-Pfadparserschicht.

Entwickler stoßen regelmäßig auf diese „Geister“ der Vergangenheit, wenn sie mit plattformübergreifenden Tools arbeiten. Ein auf Linux oder macOS erstelltes Repository mit einem Ordner namens „aux“ lässt sich unter Windows nicht klonen – die Win32-Schicht verweigert die Erstellung.

Fortgeschrittene Nutzer helfen sich mit Tricks:
Der Namespace-Prefix: Mit \\?\ lässt sich die Win32-API anweisen, die Pfadparsung zu deaktivieren. So entsteht eine Datei namens „CON“ auf Dateisystemebene – die sich dann aber oft nicht mehr löschen lässt.
Windows Subsystem for Linux (WSL): Hier gelten andere Regeln, reservierte Namen sind erlaubt. Allerdings führen sie zu unerwartetem Verhalten, wenn man sie von der Windows-Seite aus betrachtet.
Kommandozeilen-Tools: Spezielle Befehle umgehen manchmal die Shell-Beschränkungen, erschweren aber die Verwaltung des Verzeichnisses.

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Die Kosten der Abwärtskompatibilität

Systemarchitekten sehen in den verbotenen Dateinamen ein Paradebeispiel für „technische Schulden“. Während macOS und Linux sauberere Namenskonventionen haben, muss Windows ein riesiges Ökosystem an Legacy-Software unterstützen.

Manche dieser Anwendungen, die 2026 noch in Industrie und Finanzwesen laufen, sind auf die Ansteuerung von „COM1“ oder „NUL“ angewiesen. Microsofts neue Funktion „Dev Drive“ mit dem ReFS-Dateisystem bringt zwar Leistungsverbesserungen, aber die Win32-API-Beschränkungen bleiben bestehen – um die Kompatibilität mit dem restlichen Windows-Ökosystem zu gewährleisten.

Ausblick: Die ewigen Dateinamen

Die Wahrscheinlichkeit, dass Microsoft diese Namen jemals freigibt, ist verschwindend gering. Das Risiko, eine kritische Unternehmensanwendung zu beschädigen, wiegt schwerer als der Komfort, einen Ordner „CON“ nennen zu dürfen.

Für den modernen Anwender bleiben die Einschränkungen eine Mahnung: Plattformunabhängige Namenskonventionen sind wichtiger denn je. Experten empfehlen, nicht nur die reservierten Namen wie AUX und NUL zu meiden, sondern auch Sonderzeichen wie Doppelpunkte, Backslashes und Sternchen – sie sind als Trennzeichen oder Platzhalter reserviert.

So bestimmt das Erbe der 1980er Jahre auch 2026 noch die Grenzen des globalen digitalen Dateisystems.