Sicherheitsforscher von Malwarebytes haben einen Bericht über eine neue Bedrohung für mobile Endgeräte veröffentlicht. Die Malware namens WindRelay nutzt die NFC-Kommunikation (Near Field Communication) von Android-Smartphones aus, um Kartenzahlungsdaten in Echtzeit an Angreifer zu übertragen. Dies ermöglicht es Cyberkriminellen, ferngesteuerte Kartenzahlungen durchzuführen, während die physische Karte oder das Mobilgerät des Opfers unbeteiligt scheinen.
Auch das Sicherheitsunternehmen Group-IB warnte vor dieser speziellen Schadsoftware, die demnach bereits in Tschechien, der Slowakei und in Slowenien aktiv beobachtet wurde. Zwischen November 2025 und Juli 2026 seien insgesamt 23 Proben von WindRelay auf der Analyseplattform VirusTotal identifiziert worden. Erste Erkenntnisse zur Existenz der Malware datieren laut den Forschern auf den August 2025.
Ermittlungserfolg gegen internationales Betrugsnetzwerk
Parallel zu den technologischen Bedrohungen durch neue Malware-Stämme meldeten deutsche Strafverfolgungsbehörden signifikante Erfolge im Kampf gegen den organisierten Online-Banking-Betrug. Das Bundeskriminalamt (BKA) hat in Zusammenarbeit mit der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt ein internationales Netzwerk zerschlagen.
Im Rahmen der sogenannten Operation Klonen wurden vier Personen in Brasilien verhaftet und 21 Objekte durchsucht. Drei weitere Tatverdächtige konnten in Spanien und Bulgarien festgenommen werden.
Hintergrund der Ermittlungen war ein Vorfall aus dem November 2023, bei dem eine Sicherheitslücke durch ein fehlerhaftes Softwareupdate bei einem Zahlungsdienstleister zu einem massiven Schaden führte.
Die Commerzbank gab in diesem Zusammenhang bekannt, dass betroffenen Kunden bei dem Vorfall mit einem Gesamtschaden von zirka 30 Mio. € keine Verluste entstanden seien. Ein Großteil der Beute wurde den Ermittlungen zufolge nach Brasilien transferiert, wo die Behörden im Rahmen der Operation Klonen Vermögenswerte in Höhe von 106 Mio. R$ beschlagnahmten.
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Hohe Betrugsfrequenz und neue Schutzmechanismen
Die Dringlichkeit verbesserter Sicherheitsmaßnahmen wird durch aktuelle Marktdaten unterstrichen. Laut der Studie State of Scams Germany 2026 (Stichprobe n=2550) gaben 66% der Deutschen an, innerhalb der letzten zwölf Monate Betrugsversuche erlebt zu haben. Im Durchschnitt seien die Befragten mit 130 Versuchen konfrontiert worden.
In 25% der Interaktionen kam es tatsächlich zu einem finanziellen Schaden, wobei der durchschnittliche Verlust pro Fall bei 2.619 € lag. Besonders effektiv erweise sich der Einsatz von Künstlicher Intelligenz: KI-gestütztes Phishing erreiche eine Klickrate von 10%, während generisches Phishing lediglich bei 3,9% liege.
Als Reaktion auf Bedrohungen durch Fernsteuerung und Manipulation führt Google in der Version Android 17 QPR2 Beta 3 (verfügbar ab dem Pixel 6a) neue Sicherheitsfunktionen ein. Diese sollen unter anderem vor Rufumleitungs-Betrug schützen, indem die Eingabe von USSD-Codes wie 21 eine explizite Bestätigung durch den Nutzer erfordert.
Internationale Dimension der Smartphone-Manipulation
Berichte über massive Betrugsfälle häufen sich weltweit. In Indien wurde ein 31-jähriger Ingenieur namens Ankit Verma im Zusammenhang mit einem Cyberbetrug in Höhe von 21,05 Crore ₹ festgenommen. Die Täter nutzten manipulierte APK-Dateien, um Einmalpasswörter (OTP) automatisch weiterzuleiten und so Bankkonten zu plündern.
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In China berichtete die Polizei von Vorfällen, bei denen Smartphones vollständig remote gesteuert wurden. In einem Fall in der Provinz Jiangxi verlor eine Frau über 520.000 Yuan durch 18 unautorisierte Transaktionen, wobei nach Rückbuchungen ein Verlust von 420.000 Yuan verblieb.
In Xi’an wurde eine 18-jährige beim Verkauf eines Tablets betrogen, wobei 210.183 Yuan in acht Transaktionen an Juweliere überwiesen wurden. Eine weitere Eskalation der Bedrohungslage stellt der Leak des Quellcodes der Android-RAT Flying Eagle dar. Diese Software, die sich als offizielle Behörden-App tarnst, ermöglicht unter anderem Bildschirmaufnahmen und das Protokollieren von Tastatureingaben.

