Wistron eröffnet erste US-Fabrik für NVIDIA-Superchips in Texas

Wistron nimmt in Texas ein Werk für KI-Superchips in Betrieb. Die Aktie steigt nach der Eröffnung und dem Besuch von NVIDIA-Chef Jensen Huang deutlich.

Der taiwanische Auftragsfertiger Wistron hat am Dienstag in Fort Worth, Texas, sein erstes Massenproduktionswerk in den USA eröffnet. Die 324.000 Quadratmeter große Anlage namens D1 AI Smart Facility soll die heimische Lieferkette für hochwertige KI-Infrastruktur stärken. Die Investitionssumme beträgt umgerechnet rund 650 Millionen Euro.

Das Werk hat bereits mit der Serienproduktion von Basisplatinen für den NVIDIA GB300 Grace Blackwell Ultra Superchip begonnen. NVIDIA-CEO Jensen Huang persönlich besuchte die Eröffnungszeremonie und signierte den ersten dort gefertigten GB300-Chip. Die Ankündigung ließ die Wistron-Aktie am Mittwoch um 9,7 Prozent in die Höhe schnellen.

Milliarden schwere KI-Systeme vom Fließband

Die Fabrik ist die erste Massenproduktionsstätte eines NVIDIA-Originaldesignherstellers (ODM) in den USA. Sie ist speziell für den Bau und Test komplexer KI-Supercomputer ausgelegt. Ein einziges GB300-System besteht aus rund 1,5 Millionen Einzelteilen, wiegt zwei Tonnen und ist etwa 3,7 Millionen Euro wert.

Aktuell steuert das D1-Werk rund fünf Prozent zur gesamten NVIDIA-Produktion bei. Doch Wistron und seine Partner planen, die Fertigung auf Zehntausende Platinen pro Monat hochzufahren. Auch die kommenden Vera-Rubin-Superchips sollen hier vom Band laufen.

Wistron-Chef Simon Lin bezeichnete den Standort als eines der strategisch wichtigsten Zentren des Unternehmens für die kommenden Jahre. Bereits jetzt ist eine zweite Anlage namens D2 in Planung – mit der doppelten Kapazität. Die Expansion folgt auf eine erste Ankündigung vom August 2025, in der Wistron zwei Werke am Standort AllianceTexas mit einem Gesamtvolumen von 710 Millionen Euro plante.

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KI-Boom treibt Produktionsverlagerung an

Die Eröffnung ist Teil einer breiten Onshoring-Initiative. NVIDIA hat gemeinsam mit Partnern wie Wistron, TSMC und Foxconn Investitionen von bis zu 465 Milliarden Euro in US-amerikanische KI-Plattformen zugesagt. Huang betonte, dass sich die KI-Nachfrage jährlich verdoppele – der Ausbau der Fertigungskapazitäten sei daher unvermeidlich. Branchenbeobachter sehen auch fortschrittliche KI-Modelle wie Kimi 3 als Treiber für den steigenden Infrastrukturbedarf.

Die D1-Anlage setzt auf modernste Fertigungstechnologien. Sie wurde als digitaler Zwilling auf der NVIDIA-Omniverse-Plattform entworfen, sodass Produktionsabläufe virtuell getestet werden konnten. Der Automatisierungsgrad liegt bei 60 Prozent – NVIDIA-beschleunigte Datenverarbeitung und intelligente Fertigungsstrategien optimieren die Montage der Superchips.

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Hunderte neue Arbeitsplätze in Texas

Rund 500 Mitarbeiter arbeiten derzeit in dem neuen Werk. Wistron will die Belegschaft in Fort Worth bis Ende 2026 auf 1.000 Beschäftigte verdoppeln.

Der Schritt spiegelt einen wachsenden Trend taiwanischer Technologieunternehmen wider, ihre Fertigung in den USA auszubauen. Ziel ist die räumliche Nähe zu den großen nordamerikanischen Kunden und die Reduzierung von Logistikrisiken in globalen Lieferketten. Bereits Anfang des Jahres hatten mehrere ODM-Partner ähnliche Verlagerungen angekündigt, um den rasanten Aufbau von KI-Supercomputing-Clustern zu unterstützen.