WLAN-Sicherheit: BSI warnt vor unsicheren Routern und fordert 20-Zeichen-Passwörter

Das BSI empfiehlt starke Passwörter, WPA2-Verschlüsselung und aktive Firewalls, um Heimnetzwerke vor unbefugten Zugriffen zu schützen.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat eine offizielle Warnung bezüglich unzureichend gesicherter WLAN-Router herausgegeben. Die Behörde betont die zentrale Rolle dieser Geräte als Schnittstelle zwischen privater Infrastruktur und dem öffentlichen Internet.

Um die Integrität persönlicher Daten zu gewährleisten und unbefugte Zugriffe auf Heimnetzwerke zu verhindern, empfiehlt das BSI eine Reihe konkreter Sicherheitsmaßnahmen und die Deaktivierung potenziell riskanter Funktionen.

Basisschutz durch individuelle Zugangsdaten

Ein zentraler Aspekt der aktuellen Sicherheitsempfehlungen betrifft die Werkseinstellungen der Hardware. Das BSI rät dringend dazu, voreingestellte Standard-Passwörter bei WLAN-Routern umgehend zu ändern. Dies gelte explizit auch für weit verbreitete Modelle wie die Fritzbox. Standardmäßig vergebene Kennwörter könnten unter Umständen durch automatisierte Verfahren von Angreifern ermittelt werden, was den Zugang zum internen Netzwerk erleichtere.

Hinsichtlich der Komplexität des WLAN-Passworts gibt die Behörde einen neuen Orientierungswert vor: Nutzer sollten ein Passwort wählen, das aus mindestens 20 Zeichen besteht. Diese Länge soll die Widerstandsfähigkeit gegenüber sogenannten Brute-Force-Angriffen erhöhen, bei denen eine Vielzahl von Zeichenkombinationen in kurzer Zeit durchprobiert wird.

Verschlüsselungsstandards und Netzwerkkonfiguration

Bei der technischen Absicherung der Funkverbindung weist das BSI darauf hin, dass die WLAN-Verschlüsselung mindestens den Standard WPA2 verwenden müsse. Ältere Protokolle gelten mittlerweile als unsicher und bieten keinen zeitgemäßen Schutz gegen moderne Angriffsszenarien.

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Zusätzlich zur Verschlüsselung spielt die Konfiguration der integrierten Sicherheitssoftware eine entscheidende Rolle. Das Bundesamt empfiehlt, die im Router integrierte Firewall grundsätzlich zu aktivieren. Diese fungiert als Barriere und überwacht den ein- und ausgehenden Datenverkehr nach festgelegten Regeln.

Parallel dazu sollte der Fernzugriff auf den Router deaktiviert werden. Während diese Funktion den Zugriff auf das heimische Gerät von unterwegs ermöglicht, stellt sie gleichzeitig ein potenzielles Einfallstor für externe Angreifer dar, sofern sie nicht zwingend benötigt und gesondert abgesichert wird.

Funktionale Trennung und automatische Wartung

Ein weiterer Baustein für ein sicheres Heimnetzwerk ist laut BSI die Einrichtung eines separaten Gast-Netzwerks. Durch diese Maßnahme können Besucher das Internet nutzen, ohne Zugriff auf das primäre Netzwerk zu erhalten, in dem beispielsweise private Computer, Netzwerkspeicher oder Smart-Home-Komponenten angemeldet sind. Diese logische Trennung verhindert, dass Schadsoftware von Gast-Geräten auf die sensiblen Bereiche der privaten Infrastruktur überspringen kann.

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Für den langfristigen Schutz der Geräte ist zudem die Aktualität der Betriebssoftware entscheidend. Das BSI empfiehlt, Router so zu konfigurieren, dass verfügbare Updates automatisch eingespielt werden. Sicherheitslücken, die nach der Auslieferung eines Geräts bekannt werden, können so zeitnah geschlossen werden, ohne dass der Nutzer manuell eingreifen muss.

In diesem Zusammenhang verweist die Behörde auch auf die allgemeine Bedeutung des Hersteller-Supports. Die Sicherheit eines Routers hänge maßgeblich davon ab, wie zuverlässig und über welchen Zeitraum der Produzent Sicherheitsaktualisierungen bereitstelle. Nutzer sollten daher bereits bei der Anschaffung darauf achten, dass für das gewählte Modell ein langfristiger Support gewährleistet ist.