Wonderchat Workspace: KI-Plattform mit Quellenangaben ab 25 Dollar

Singapurer Startup Wonderchat launcht Workspace, eine private KI zur Erschließung firmeninterner Datenquellen zu einem günstigen Preis.

Das Singapurer Startup Wonderchat hat am Mittwoch seinen „Workspace“ vorgestellt – eine private KI-Plattform, die unternehmenseigene Daten erschließt und klassische Suchsysteme ersetzen soll. Das Tool fungiert als interne Version von ChatGPT, maßgeschneidert auf das Firmenwissen.

Antworten mit Quellenangabe aus internen Daten

Die neue Workspace-Plattform liefert Antworten, die mit Quellen belegt sind. Dafür indexiert sie eine Vielzahl interner Unterlagen. Das System integriert sich laut Unternehmensangaben in SharePoint, Google Drive und verschiedene ERP-Systeme. Zudem verarbeitet es PDFs, interne Schulungsvideos und Firmenwebseiten. So erhalten Mitarbeiter präzise, kontextreiche Antworten auf ihre Fragen.

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Wonderchat wurde 2023 in Singapur gegründet. Ziel des Startups: die ineffiziente Standardsuche in Unternehmen ablösen. Zu den ersten Anwendern gehören der Industriekonzern ESAB und der Energieriese Aramco. Berichten zufolge spart ESAB durch die Plattform monatlich über 100 Stunden bei der Informationssuche ein.

Preislich attraktiv im Vergleich zur Konkurrenz

Wonderchat positioniert Workspace als kostengünstige Alternative zu etablierten Wettbewerbern wie Glean. Während Glean zwischen 50 und 65 US-Dollar pro Nutzer und Monat verlangt, startet Wonderchats Enterprise-Tarif bei 25 Dollar pro Sitzplatz und Monat. Für Teams mit bis zu fünf Mitgliedern gibt es einen kostenlosen Einstiegstarif, die Premium-Version kostet 99 Dollar im Monat.

Der Launch kommt zu einer Zeit, in der sich der KI-Markt zunehmend auf spezialisierte Unternehmenslösungen konzentriert. Daten von Ende Mai 2026 zeigen: ChatGPTs Marktanteil unter den KI-Assistenten fiel auf 46,4 Prozent. Konkurrenten wie Google Gemini und Anthropic Claude legen zu. Analysten führen diese Verschiebung unter anderem auf die wachsende Nachfrage nach datenschutzfreundlichen und unternehmensspezifischen Tools zurück.

Welle neuer KI-Assistenten für Unternehmen

Die Veröffentlichung von Workspace reiht sich in eine Serie ähnlicher Entwicklungen ein. Bereits am Dienstag machte Microsoft seinen Copilot Cowork allgemein verfügbar – ein System, das eigenständig mehrstufige Aufgaben im Microsoft-365-Ökosystem ausführt. Ebenfalls am Dienstag brachte Databricks seinen „agentic AI coworker“ Genie One auf den Markt, der eine spezielle Kontextebene für den Umgang mit komplexen Daten bietet.

Weitere Neuzugänge: Zenphi startete einen No-Code-KI-Agenten-Baukasten für Google Chat, Innovative Solutions veröffentlichte DarcyIQ Anywhere. Diese Tools setzen auf „agentic Discovery“ – einen Begriff, der in einem aktuellen Playbook von Synscribe beschrieben wird. Gemeint ist eine dritte Ebene moderner Suche, in der KI-Agenten eigenständig Fakten prüfen und Produkte basierend auf den Anforderungen der Organisation auswählen.

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Ausblick: Nächste Modellgeneration in den Startlöchern

Während Unternehmen wie Wonderchat die Benutzeroberflächen verfeinern, arbeiten die Entwickler der zugrunde liegenden Modelle unter Hochdruck an neuen Versionen. OpenAI wird voraussichtlich Ende Juni GPT-5.6 veröffentlichen. Chefwissenschaftler Jakub Pachocki bezeichnet das Update als „bedeutenden Sprung“ gegenüber dem aktuellen 5.5-Modell. Erwartet werden niedrigere Latenzzeiten und ein Kontextfenster von 1,5 Millionen Tokens.

Parallel bereitet OpenAI eine größere Bereitstellung für die Pentagon-Plattform GenAI.mil vor – geplant für Anfang Juli 2026. Die im Februar angekündigte Partnerschaft wird KI-Werkzeuge für über 3 Millionen Verteidigungsangehörige zugänglich machen. Ein weiteres Zeichen dafür, dass generative KI zunehmend in sicherheitskritische Regierungs- und Unternehmensumgebungen einzieht.