Australiens größte Supermarktkette Woolworths setzt mit Google Cloud auf einen proaktiven KI-Assistenten. Die neue Technologie soll Kunden komplexe Einkaufsaufgaben abnehmen – von der Rezeptplanung bis zum Sonderangebots-Check.
Die Partnerschaft, die diese Woche auf der Einzelhandelsmesse NRF 2026 in New York vorgestellt wurde, macht Woolworths zum ersten Händler in der Asien-Pazifik-Region, der Googles neue KI-Plattform Gemini Enterprise for Customer Experience einsetzt. Der bestehende digitale Assistent „Olive“ wird damit vom einfachen Chatbot zum vorausschauenden Einkaufshelfer aufgerüstet. Die neuen Funktionen sollen noch in diesem Jahr an den Start gehen.
Vom Chatbot zum persönlichen Einkaufs-Concierge
Der Kern der Ankündigung ist die Verwandlung von „Olive“. Seit 2018 im Einsatz, soll der Assistent künftig als „proaktiver digitaler Concierge“ agieren. Die Technologie versteht nuancenreiche Anfragen und erledigt Aufgaben, die den gesamten Einkaufsprozess vereinfachen – von der Mahlzeitenplanung bis zum Budgetmanagement.
„Diese Partnerschaft ist ein globaler Wendepunkt für den Einzelhandel“, erklärt Woolworths-Chefin Amanda Bardwell. „Sie nimmt unseren Kunden schwere Arbeit ab und gibt ihnen Zeit zurück.“ Der verbesserte Assistent kann wöchentliche Mahlzeiten basierend auf persönlichen Vorlieben planen, passende Sonderangebote identifizieren und aus einem Rezept eine Einkaufsliste erstellen.
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Anders als traditionelle Chatbots, die oft nur Informationen liefern, kann die Google-Technologie im Hintergrund sogar Artikel in den Warenkorb legen. Der Checkout erfolgt allerdings nur mit ausdrücklicher Nutzererlaubnis. „Beim Start wird der Assistent keine Käufe automatisch abschließen“, so Woolworths.
Multimodale KI versteht Text, Sprache und Bilder
Ein Schlüsselmerkmal ist die multimodale Interaktion. Kunden können mit „Olive“ per Text, Sprache oder sogar Bildern kommunizieren. Ein Foto eines handgeschriebenen Rezepts reicht aus – die KI erkennt die Zutaten und fügt sie der Liste hinzu.
Das System behält den Kontext über mehrere Interaktionen hinweg bei und schafft so einen nahtlosen Workflow. Diese „komplexe Denkfähigkeit“ ermöglicht es der KI, anspruchsvolle Anfragen zu verstehen und mehrere Variablen gleichzeitig zu filtern.
„Ein Kunde kann nach einer Woche glutenfreier Abendrezepte fragen, die im Sonderangebot sind und weniger als 30 Minuten Zubereitungszeit benötigen“, erläutert Darshan Kantak, Vice President of Applied AI bei Google Cloud. „Die KI verarbeitet diese Einschränkungen und liefert einen persönlichen Plan.“ Die Technologie soll die Lücke zwischen Verkauf und Service schließen.
Wettlauf um KI im Einzelhandel erreicht Australien
Woolworths‘ Schritt markiert eine bedeutende Wende im australischen Einzelhandel. Als erster großer Händler in der Region, der Googles KI-Plattform einsetzt, könnte das Unternehmen neue Kundenerwartungen setzen. Der Wettbewerb dürfte unter Druck geraten, ähnliche Lösungen zu entwickeln.
Die Partnerschaft ist Teil einer größeren Initiative von Google. Auf der NRF 2026 stellte der Konzern auch das „Customer Experience Agent Studio“ vor – eine Entwicklungsumgebung für solche KI-Agenten. Zudem arbeitet man mit Shopify am „Universal Commerce Protocol“, einem offenen Standard für KI-Transaktionen.
Die Branche steht vor strategischen Fragen: Wie bleiben Markenbindung und Kundenloyalität erhalten, wenn KI-Assistenten zur zentralen Schnittstelle werden? Woolworths‘ Pilotprojekt wird hier wegweisend sein. Der Erfolg hängt maßgeblich davon ab, wie bereitwillig Kunden einer KI eine aktivere Rolle in ihren Einkaufsgewohnheiten zugestehen.
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