Word und GB/T9704-2012: Diese Randmaße gelten für Amtsdokumente

Word bietet flexible Randprofile; wissenschaftliche Standards und Bewerbungsunterlagen erfordern jeweils passende Maße und Formatierungen.

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In der Textverarbeitungssoftware Microsoft Word beträgt der Standard-Seitenrand in der Voreinstellung „Normal“ exakt 1 Zoll (2,54 Zentimeter) auf allen vier Seiten. Dieser Wert dient weltweit als Referenz für formelle Schriftstücke, lässt sich jedoch über die Registerkarte für das Seitenlayout an unterschiedliche Anforderungen anpassen.

Neben dem Standardprofil stehen vordefinierte Optionen wie „Schmal“ mit 0,5 Zoll, „Mittel“ mit 1 Zoll oben und unten sowie 0,75 Zoll an den Seiten, „Breit“ sowie „Gegenüberliegend“ für den doppelseitigen Druck zur Verfügung.

Technische Steuerung und Bindekorrekturen

Benutzerdefinierte Ränder lassen sich im Dialogfeld für die Seiteneinrichtung millimetergenau für den oberen, unteren, linken und rechten Bereich festlegen. Diese Werte können wahlweise auf das gesamte Dokument, ab dem aktuellen Punkt oder auf markierten Text angewendet werden.

Sollen innerhalb eines Dokuments verschiedene Randbreiten verwendet werden, erfordert dies den Einsatz von Abschnittsumbrüchen. Alternativ lässt sich der Rand direkt über die Markierungen am horizontalen und vertikalen Lineal verschieben. Individuell konfigurierte Werte können zudem als Standardvorlage für künftige Dokumente gesichert werden.

Für Druckwerke, die gebunden werden sollen, empfiehlt sich ein zusätzlicher Bundsteg oder die Erweiterung des linken Randes auf 1,25 Zoll, damit der Text nach der Bindung vollständig lesbar bleibt.

Die Randeinstellungen in Tabellenzellen oder Textfeldern werden separat über die jeweiligen Eigenschaften für Tabellen und Formen gesteuert. Erweiterte Funktionen wie Spaltensatz, Seitenbereiche und Zeilennummern bleiben auch beim Export in PDF- oder Bildformate sowie beim Druckvorgang erhalten.

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Vorgaben für wissenschaftliche und behördliche Standards

Während europäische Dokumente in der Praxis häufig einen festen Rand von 2 Zentimetern nutzen, folgen internationale Formatierungsrichtlinien festen Normen:

  • MLA- und APA-Format: Beide wissenschaftlichen Standards setzen auf Ränder von 1 Zoll auf allen Seiten, wobei APA zusätzliche Richtlinien für Titelblätter und Zusammenfassungen vorsieht und MLA eine Kopfzeile mit Nachnamen und Seitenzahl verlangt.
  • Chicago-Stil: Verwendet für den Haupttext in der Regel ebenfalls Randbreiten von 1 Zoll.
  • Chinesischer Standard GB/T9704-2012: Die Norm für offizielle Partei- und Regierungsdokumente schreibt einen oberen Rand von 3,7 Zentimetern, einen unteren Rand von 3,5 Zentimetern, einen linken Rand von 2,8 Zentimetern, einen rechten Rand von 2,6 Zentimetern sowie einen Bundsteg von 0,5 Zentimetern vor. Diese Maße sind mit Word 2016, 2019 und Microsoft 365 kompatibel.
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Randeinstellungen für Bewerbungsunterlagen

Für Lebensläufe gelten funktionale Kriterien, da Formatierungsentscheidungen direkten Einfluss auf die automatisierte Verarbeitung haben. Hier gelten Ränder zwischen 0,5 und 1 Zoll als zweckmäßig, kombiniert mit einer Fließtextgröße von 10 bis 12 Punkt in Schriften wie Calibri oder Arial und Überschriften von 14 bis 16 Punkt.

Kontaktdaten sollten im Fließtext und nicht in Kopf- oder Fußzeilen platziert werden, da automatisierte Bewerbermanagementsysteme (ATS) diese Bereiche häufig nicht erfassen. Laut einer Erhebung von Jobscan aus dem Jahr 2025 nutzen 99,7 Prozent der Recruiter automatisierte Stichwortfilter in solchen Systemen.

Eine Untersuchung der Plattform Ladders ergab zudem, dass Personalverantwortliche einen Lebenslauf im Durchschnitt lediglich 7,4 Sekunden lang prüfen, was eine klare visuelle Führung und saubere Ränder essenziell macht.

Für rechtsbündige Datumsangaben im US-Letter-Format empfiehlt sich ein Tab-Stopp bei 6,5 Zoll bei 1-Zoll-Rändern beziehungsweise bei 7 Zoll bei Rändern von 0,75 Zoll, wobei diese Funktion in der webbasierten Version von Word nicht zur Verfügung steht.