Word und Outlook: Microsoft deaktiviert Textvorhersagen ab September

Microsoft schaltet automatische Schreibvorschläge in Word und Outlook ab dem 2. September aus, lässt die manuelle Aktivierung jedoch weiterhin zu.

Der Softwarekonzern Microsoft hat eine grundlegende Änderung an der Benutzerführung seiner Kernanwendungen vorgenommen. Wie das Unternehmen am 1. September 2026 ankündigte, werden die automatischen Textvorhersagen in Word und Outlook künftig standardmäßig deaktiviert. Diese Anpassung zielt darauf ab, die Produktivität zu steigern, indem visuelle Ablenkungen während des Schreibprozesses reduziert werden.

Rollout der neuen Standardeinstellungen auf allen Plattformen

Die Änderung der Standardkonfiguration trat am 2. September 2026 offiziell in Kraft. Sie umfasst ein breites Spektrum an Anwendungen innerhalb des Microsoft-Ökosystems. Betroffen sind nach Unternehmensangaben sowohl Word für Windows als auch die mobilen Versionen für iOS und Android. Im Bereich der E-Mail-Kommunikation wird die Funktion in Outlook für Windows sowie für den Mac angepasst.

Die Deaktivierung erstreckt sich über die Web-, Mobil- und Desktop-Varianten der Software. Für Nutzer des Desktop-Clients von Word unter Windows wird die Änderung konkret ab der Version 2609 (Build 20430.20000) wirksam.

Obwohl die Funktion nun nicht mehr voreingestellt ist, bleibt sie technologisch erhalten: Anwender, die weiterhin auf die algorithmische Unterstützung beim Tippen setzen möchten, können die Textvorhersagen in den Einstellungen der jeweiligen Programme manuell wieder aktivieren.

Fokus auf konzentriertes Arbeiten und Nutzerfeedback

Die Entscheidung, die Funktion als Standardeinstellung zu entfernen, begründet Microsoft mit dem Ziel, Tippablenkungen zu minimieren. Bisher wurden während des Schreibens fortlaufend Vorschläge in grauem Text eingeblendet, die durch die Tab-Taste übernommen werden konnten. Diese automatischen Einblendungen wurden von Teilen der Nutzerschaft als störend für den Schreibfluss empfunden.

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Durch den Wechsel zu einem „Opt-in“-Modell überlässt Microsoft es den Anwendern, die Assistenzfunktion gezielt dort einzusetzen, wo sie als hilfreich erachtet wird.

Turbulenzen bei Microsoft-Diensten im Vorfeld der Umstellung

Die Anpassung der Software-Funktionen erfolgt vor dem Hintergrund technischer Herausforderungen in der jüngsten Vergangenheit. Am 31. August 2026 kam es zu einem massiven Ausfall bei Exchange Online, der weitreichende Authentifizierungsprobleme verursachte.

Bei der Plattform Downdetector gingen mehr als 6.000 Störungsmeldungen ein. Betroffen waren neben dem E-Mail-Verkehr und der Suchfunktion in Outlook auch weitere zentrale Dienste wie Microsoft Teams, OneDrive und SharePoint.

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Noch am selben Tag meldete Microsoft eine allmähliche Erholung des E-Mail-Flusses, nachdem ein technischer Fix angewendet worden war. Dennoch kämpfen viele Unternehmen weiterhin mit der allgemeinen Stabilität und dem Funktionsumfang der Anwendungen. Insbesondere der Umstieg auf das „neue Outlook“ bereitet Branchenbeobachtern zufolge Schwierigkeiten.

Fehlende Funktionen, Probleme im Offline-Modus und eine unzureichende Kalenderverwaltung führen dazu, dass eine vollständige Ablösung des klassischen Outlook-Clients derzeit als unwahrscheinlich gilt. Die nun vorgenommene Änderung bei den Textvorhersagen zeigt jedoch, dass Microsoft trotz der infrastrukturellen Herausforderungen weiterhin an der Feinabstimmung der Benutzeroberflächen arbeitet.

Mehr zum Thema bei The Verge: „Microsoft is turning off text predictions in Word and Outlook.“