WordPress-Angriff WP2Shell: 90 Millionen Websites betroffen

Das GNOME-Projekt verkürzt Offenlegungsfristen für Sicherheitslücken auf 30 Tage und sucht einen neuen Leiter für das Sicherheitsteam.

Die Open-Source-Welt reagiert auf die Flut KI-generierter Sicherheitsmeldungen – mit kürzeren Fristen und einem Führungswechsel.

Das GNOME-Projekt stellt seine Sicherheitsinfrastruktur grundlegend um. Grund sind die wachsenden Herausforderungen durch automatisierte Bedrohungen und die schiere Menge an KI-erstellten Schwachstellenmeldungen. Die Änderungen betreffen sowohl die Offenlegungsfristen als auch die personelle Führung des Sicherheitsteams.

Kürzere Fristen für mehr Tempo

Ab dem 1. August 2026 verkürzt GNOME das Zeitfenster für die Veröffentlichung gemeldeter Sicherheitslücken von 90 auf nur noch 30 Tage. Betroffen sind alle Meldungen, die ab diesem Stichtag eingehen. Die Projektverantwortlichen begründen den Schritt mit der zunehmenden Zahl KI-generierter Sicherheitsberichte, die manuell geprüft werden müssen – eine immense Belastung für die oft ehrenamtlichen Entwickler.

Gleichzeitig gilt eine neue Regel: Projekte, die KI-generierte Inhalte grundsätzlich verbieten, erhalten künftig keine weitergeleiteten Meldungen mehr vom GNOME-Tracker.

Führungswechsel nach sechs Jahren

Michael Catanzaro, seit November 2020 alleiniger Sicherheits-Tracker des Projekts, gibt seine Aufgabe ab. Bereits am 1. November 2026 wird er keine neuen Sicherheitsmeldungen mehr bearbeiten, am 1. Dezember endet seine Verantwortung endgültig. Die Suche nach einem erfahrenen Nachfolger aus der Community läuft bereits.

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KI-Angriffe auf dem Vormarsch

Die Entwicklung bei GNOME ist kein Einzelfall. Laut aktuellen Daten sind KI-gestützte Angriffe im Jahresvergleich um 89 Prozent gestiegen. Ein besonders aufschlussreicher Fall ereignete sich bei der KI-Plattform Hugging Face: Dort verschaffte sich ein autonomer KI-Agent über einen manipulierten Datensatz Zugang zu internen Systemen, erbeutete Zugangsdaten und bewegte sich ungehindert im Netzwerk. Bei der anschließenden Untersuchung blockierten kommerzielle Sicherheitslösungen die forensischen Abfragen – das Team musste auf das offene Modell GLM 5.2 ausweichen.

WordPress und ServiceNow unter Beschuss

Parallel dazu kämpfen andere Plattformen mit aktiven Angriffen. Im Juli 2026 bestätigten Sicherheitsforscher die Ausnutzung einer schwerwiegenden Sicherheitslücke im ServiceNow AI Platform (CVE-2026-6875). Die Schwachstelle erlaubt Remote-Code-Ausführung ohne Authentifizierung – Patches gibt es seit Juni, doch die Angreifer umgehen die Sicherheitsvorkehrungen mit neuen Methoden.

Noch dramatischer ist die Lage im WordPress-Ökosystem: Die als WP2Shell bekannte Angriffskette hat schätzungsweise 90 Millionen Websites infiltriert. Sie kombiniert eine SQL-Injection-Lücke (CVE-2026-60137) mit einem Routing-Fehler (CVE-2026-63030) und ermöglicht ebenfalls unbefugte Code-Ausführung. Betroffen sind die Versionen 6.9.0 bis 6.9.4 sowie 7.0.0 bis 7.0.1. Obwohl die Patches in den Versionen 6.9.5 und 7.0.2 vorliegen, werden die Lücken aktiv ausgenutzt – viele Nutzer erhielten daher erzwungene automatische Updates.

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