Gleich mehrere Technologiekonzerne veröffentlichten innerhalb weniger Tage Notfall-Updates für teils bereits ausgenutzte Schwachstellen.
Google, Mozilla und 7-Zip: Browser und Tools im Visier
Google brachte innerhalb von 48 Stunden das zweite Chrome-Notfallupdate heraus. Version 150.0.7871.128 für Linux und 150.0.7871.128/129 für Windows und Mac schließt sieben Sicherheitslücken im Arbeitsspeicher. Drei davon – CVE-2026-15899, CVE-2026-15900 und CVE-2026-15901 – gelten mit einem CVSS-Wert von 9,8 als kritisch. Erst zwei Tage zuvor hatte ein Update 15 weitere Schwachstellen behoben, darunter kritische Use-after-free-Fehler in der Ozone-Komponente.
Mozilla zog nach: Firefox 152.0.6 erschien am 15. Juli, nachdem Exploit-Code für zwei Lücken (CVE-2026-15718 und CVE-2026-15719) öffentlich geworden war. Die Schwachstellen betreffen einen ungültigen Pointer in JavaScript/WASM sowie eine Site-Isolation-Umgehung. Bislang sind keine aktiven Angriffe bekannt – doch der öffentliche Code macht sie zu einem gefährlichen Werkzeug.
Auch das verbreitete Packprogramm 7-Zip musste reagieren. Version 26.02 schließt eine Sicherheitslücke in der XZ-Dekomprimierung, die eine Remote-Code-Ausführung ermöglicht. Das Problem: 7-Zip aktualisiert sich nicht automatisch, Nutzer müssen von Hand eingreifen.
Drei CISA-Fristen kollidieren – und eine kritische SharePoint-Lücke
Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA trieb die Dringlichkeit auf die Spitze: Gleich drei separate Anordnungen für Notfall-Patches überschnitten sich am selben Wochenende.
- Bis zum 18. Juli mussten Behörden eine Oracle-E-Business-Suite-Lücke schließen (CVE-2026-46817).
- Einen Tag später, am 19. Juli, endete die Frist für eine kritische SharePoint-Server-Schwachstelle (CVE-2026-58644).
- Am 20. Juli folgt die Frist für zwei Fortinet-FortiSandbox-Lücken (CVE-2026-39808 und CVE-2026-25089).
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Besonders brisant: Die SharePoint-Lücke – eine Deserialisierungs-RCE mit CVSS 9,8 – traf auf eine ohnehin angespannte Lage. Denn am 14. Juli endete der erweiterte Support für Microsoft SharePoint Server 2016 und 2019. Tausende Unternehmen stehen nun ohne Sicherheitsupdates da.
SonicWall: Angreifer seit Juni aktiv
Ermittler von Volexity deckten auf, dass der als UTA0533 bekannte Angreifer seit dem 22. Juni Zero-Day-Lücken in der SonicWall SMA 1000-serie ausnutzte (CVE-2026-15409 und CVE-2026-15410). Die Täter installierten spezialisierte Binaries und Skripte, um Root-Zugriff zu erlangen – noch bevor Microsoft im Juli offizielle Patches veröffentlichte. CISA hat die Lücken inzwischen in den Katalog bekannter ausgenutzter Schwachstellen (KEV) aufgenommen.
WordPress: Zwangs-Updates für 500 Millionen Seiten
WordPress veröffentlichte die Notfallversionen 7.0.2 und 6.9.5, um die sogenannte „wp2shell“-Exploit-Kette zu stoppen. Die Schwachstellen CVE-2026-63030 und CVE-2026-60137 erlauben unbefugte Remote-Code-Ausführung auf den Versionen 6.9.x und 7.0.x. Weil schätzungsweise 500 Millionen Websites betroffen sind, aktivierte WordPress für viele Nutzer erzwungene Auto-Updates.
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Ransomware legt Milchproduktion lahm – und Microsoft meldet Rekord
Die Bedrohungslage beschränkt sich nicht auf Software. Am 16. Juli stoppte ein Ransomware-Angriff der Gruppe Spirals die Milchproduktion bei Coca-Colas Fairlife-Anlagen. Berichten zufolge kann die Erpressungssoftware Systeme in weniger als 24 Stunden verschlüsseln.
In Indien stufte CERT-In am 17. Juli eine breite Palette von Microsoft-Produkten als hochriskant ein. Die Warnung betrifft Windows, Office und Azure – mit Schwachstellen, die Privilege-Escalation und Denial-of-Service-Angriffe ermöglichen. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Der Microsoft-Patch-Tuesday vom Juli 2026 brachte mit 622 behobenen Schwachstellen einen neuen Negativrekord. Darunter 56 kritische Lücken. Eine davon, CVE-2026-56155 in den Active Directory Federation Services (AD FS), wird Berichten zufolge bereits aktiv für unbefugte Privilege-Escalation ausgenutzt.

