Auf der Kundenkonferenz Workday Rising in Las Vegas hat der US-Softwarekonzern Workday die Einführung von Sana bekannt gegeben. Die neu vorgestellte agentische Plattform bündelt Funktionen für Personal-, Finanz- und IT-Prozesse und fungiert künftig als zentrale Startseite des Systems.
Mitarbeiter können die Plattform über natürliche Sprache steuern, während Sana spezialisierte Software-Agenten innerhalb der Workday-Umgebung orchestriert. Das überarbeitete Interface steht ab sofort zur Verfügung, wobei Administratoren die Freischaltung steuern.
Integration in bestehende Arbeitsumgebungen und strenge Datenkontrollen
Workday bindet Sana an gängige Kollaborations- und KI-Anwendungen wie Google Cloud Gemini Enterprise, Microsoft Copilot, Teams, Slack sowie Anthropic Claude an. Nach Unternehmensangaben bleiben interne Berechtigungen, Richtlinien und Freigabeprozesse auch über Schnittstellen hinweg bestehen, sodass externe KI-Modelle keinen direkten Rohdatenbezug zu HR- und Finanzdaten erhalten.
Während neue Plattformen die Effizienz steigern, müssen Unternehmen gleichzeitig die rechtlichen Rahmenbedingungen der EU-KI-Verordnung im Blick behalten. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle neuen Anforderungen, Pflichten und Fristen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Zudem verknüpft eine angekündigte Partnerschaft zwischen Workday und Anthropic die logischen Fähigkeiten von Claude mit der Sana-Architektur über das Model Context Protocol. Dadurch lassen sich Aufgaben wahlweise in Claude oder Sana starten, während die Datenbasis innerhalb der geschützten Workday-Infrastruktur verbleibt.
Für Entwickler öffnet das Unternehmen seine Plattform über Programmierschnittstellen und Frameworks. Die Trusted Agent Platform ist nun headless verfügbar. Ergänzend dazu sind Werkzeuge für autorisierte Datenabfragen, die Workday Data Cloud sowie der Developer Agent allgemein zugänglich. Live Data Query erlaubt dabei strukturierte SQL-Abfragen auf aktuelle Unternehmensdaten.
Automatisierung von IT- und Personalaufgaben
Als spezifischer Assistent ist der Sana Concierge für erste Nutzergruppen verfügbar, die allgemeine Einführung ist für das erste Quartal 2027 geplant. Der Agent bearbeitet typische Anfragen wie Urlaubsanträge, Onboarding-Abläufe oder das Zurücksetzen von Passwörtern, bevor formelle Support-Tickets angelegt werden.
Ein dynamisches Intelligenzmodell erzeugt Formulare und Kalendereinträge in Echtzeit. Für das Personalrecruiting kündigte das Unternehmen das Profilwerkzeug Workday Candidate Profile für Dezember 2026 an, das bis zu 80 Prozent der Standardfelder automatisch ausfüllt.
Der Einsatz von KI-Systemen in der IT und im Personalwesen bietet enorme Chancen, erfordert aber auch eine klare Einordnung der Risikoklassen nach aktuellem Recht. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche Systeme als Hochrisiko gelten und wie Sie die Compliance in Ihrem Unternehmen sicherstellen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum AI Act herunterladen
Für Anfang des Kalenderjahres 2027 plant das Management eine Autopilot-Funktion für Abrechnungs-, Buchhaltungs- und Implementierungsagenten. Diese Softwaremodule agieren automatisiert entlang festgelegter Vorgaben, wobei jede Handlung protokolliert wird. Zur unternehmensweiten Nachverfolgbarkeit und Steuerung führt Workday ein agentenbasiertes Erfassungssystem namens Agent System of Record ein.
Strategischer Stellenwert für Unternehmenskunden
Vor den Konferenzteilnehmern umriss die Führungsspitze die Tragweite der agentischen Ausrichtung. Gerrit Kazmaier, President of Product and Technology bei Workday, verwies darauf, dass Routineprozesse wie Freistellungsanträge mit Sana um über 90 Prozent verkürzt werden konnten, was einer Ersparnis von mehr als 1,6 Millionen Arbeitsstunden über die Workday-Nutzung hinweg entspreche.
Vorstandschef Aneel Bhusri bezeichnete die Entwicklung künstlicher Intelligenz als eine der bedeutendsten Chancen in der Geschichte des Unternehmens. Workday zählt eigenen Angaben zufolge mehr als 11.500 Organisationen sowie mehr als 65 Prozent der Fortune-500-Konzerne zu seinem Kundenkreis.

