Auf der Fachkonferenz Workday Rising in Las Vegas hat das Softwareunternehmen Workday seine neue Lösung Work Intelligence vorgestellt. Die Anwendung zerlegt bestehende Stellenprofile in einzelne Aufgaben und verknüpft diese gezielt mit spezifischen Fähigkeiten. Das System steht zunächst für Kunden des Human-Capital-Management-Bereichs mit frühem Zugang bereit.
Aufgabenbasierte Arbeitsorganisation und Kompetenzerfassung
Die technologische Basis von Work Intelligence bildet die hauseigene Skills Cloud, die von mehr als 3.450 Kunden genutzt wird und eine Ontologie von über 75.000 kanonischen Fähigkeiten umfasst. Nikki Helmer, Vice President für Talent Management bei Workday, erklärte dazu, dass sich die grundlegende Einheit der Arbeit künftig von der klassischen Stelle hin zur einzelnen Aufgabe verschiebe.
Die neue Lösung misst den Einfluss künstlicher Intelligenz auf Aufgaben, Fähigkeiten sowie Rollen, wobei die letztendliche Entscheidungsverantwortung beim Menschen verbleibt. Laut dem 2026 Workday Global Workforce Report rechnen 76 Prozent der intensiven Nutzer künstlicher Intelligenz mit neuen Karrierechancen.
Work Intelligence ist zudem mit Decision Intelligence verzahnt, um Kosten- sowie Zeitvorteile einer internen Besetzung gegenüber externen Rekrutierungen sichtbar zu machen. Für personalisierte Lernpfade arbeitet das System darüber hinaus mit Workday Learning auf Basis von Sana zusammen.
Decision Intelligence steht mittlerweile für Kunden aus den Bereichen Personal- und Finanzmanagement im gesamten Portfolio bereit. Für Personalabteilungen ermöglicht das Werkzeug eine Personalplanung jenseits reiner Mitarbeiterzahlen, während es im Finanzwesen Ursachenanalysen und Szenarien inklusive Prüfpfad liefert.
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James Choi von Unity Technologies hob hervor, dass Decision Intelligence bei Abweichungen im Umsatz und der Erstellung monatlicher Berichte für die Finanzleitung helfe. Laut Yasmeen Ahmad, Senior Vice President für Data Cloud bei Workday, erforderten solche Auswertungen bisher üblicherweise sechs Wochen und five Tabellenkalkulationen.
Automatisierte HR-Prozesse und Agentenarchitektur
Neben der Kompetenzerfassung baut Workday seine Automatisierungsfunktionen weiter aus. Über den Dienst Sana Home, der allgemein verfügbar ist, wird Sana zum primären Frontend der Plattform.
Die Benutzeroberfläche generiert dabei das Modell Jev von TypeSafe AI, das Formulare, Kalender und Freigabekarten in Echtzeit erzeugt. Joel Hellermark, Chief AI Officer bei Workday, merkte an, dass künstliche Intelligenz die neue Benutzeroberfläche bilde und Anwender laufende Konversationen nicht mehr verlassen müssten.
Zusätzlich wurden spezialisierte Assistenten vorgestellt. Der Talent Acquisition Agent orchestriert Rekrutierungsprozesse über Workday Recruiting, Paradox sowie HiredScore.
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Die Lösung verkürzt laut Unternehmensangaben die Zeit bis zur Stellenbesetzung von Wochen auf Tage und ist für frühe Anwender ab sofort verfügbar, gefolgt von einer allgemeinen Verfügbarkeit im ersten Quartal 2027. Das ergänzende Bewerberprofil füllt 80 Prozent der Standardfelder vorab aus und beschleunigt Bewerbungen um rund 40 Prozent.
Autopilot-Agenten für Gehaltsabrechnung und Buchhaltung starten für Early Adopter Anfang 2027. Gerrit Kazmaier, President für Produkt und Technologie bei Workday, gab zu bedenken, dass probabilistische Modelle zwar gut im Raten seien, in der Lohnabrechnung und im Finanzbereich bloßes Schätzen jedoch nicht genüge.
Schnittstellen und Technologieallianzen
Die Plattformarchitektur wird zunehmend modular gestaltet. Unter dem Namen Trusted Agent Platform können Kunden eigene Agenten mit Modellen wie Claude, Gemini, Llama, Mistral, GPT oder Nemotron unter bestehenden Freigabe- und Prüfstrukturen betreiben. Gabe Monroy, Chief Technology Officer bei Workday, unterstrich, dass ein entkoppelter Ansatz nicht bedeuten dürfe, auf verbindliche Regeln zu verzichten.
Eine Kooperation mit Anthropic verbindet Modelle wie Claude mit der Datenbasis von Workday über das sogenannte Model Context Protocol. Zugleich kündigte das Unternehmen, das von über 11.500 Organisationen und mehr als 65 Prozent der Fortune-500-Konzerne genutzt wird, die Übernahme der agentischen Identitätsplattform ConductorOne an.
Analyst Holger Mueller von Constellation Research merkte an, dass Workday derzeit der einzige Anbieter mit einer allzweckfähigen agentischen Benutzeroberfläche sei.

