Google Cloud hat im Rahmen der Veranstaltung „Gemini at Work 2026“ einen neuen Gemini-Agenten angekündigt. Das System ist als universeller Arbeitsagent konzipiert, der Aufgaben eigenständig planen, verschiedene Unternehmenssysteme und Werkzeuge bedienen sowie fertige Arbeitsergebnisse direkt in bestehenden Anwendungen bereitstellen kann.
Nach Angaben von Google bietet die Plattform Auswahlmöglichkeiten bei den zugrunde liegenden Sprachmodellen, Werkzeuge zur Kostenkontrolle sowie umfassende Sicherheits-, Verwaltungs- und Governance-Funktionen.
Multimodale Automatisierung und Modellvielfalt
Der Agent befindet sich aktuell in einer privaten Vorschau. Eine breitere Verfügbarkeit für ausgewählte Tarife von Google Workspace Business und Enterprise kündigte das Unternehmen für die nähere Zukunft an, nannte dabei jedoch weder einen genauen Einführungstermin noch offizielle Preise.
Laut einem Google-Sprachrohr vom 8. Oktober 2026 soll der Agent für Kunden mit Gemini Enterprise nach Abschluss der Testphase ohne zusätzliche Kosten bereitgestellt werden. Zu den frühen Testern der Technologie zählten die Unternehmen On, Shopify und PayPal.
Technisch ist der Agent in der Lage, komplexe, mehrstufige Arbeitsabläufe abzuarbeiten und Subagenten sowohl parallel als auch nacheinander zu koordinieren. Die Prozesse können über mehrere Tage hinweg in der Cloud weiterlaufen und greifen dabei auf vier verschiedene Arten von Gedächtnis zurück.
Beim Ausführen von Befehlen routet das System die Aufgaben je nach Anforderung an Gemini-Modelle oder Modelle der Claude-Reihe von Anthropic. Zudem sind weitere Integrationen von proprietären und Open-Source-Modellen geplant. Laut einem Bericht vom 8. Oktober 2026 fehlen bislang jedoch unabhängige Benchmarks für die Bewältigung längerer Aufgaben.
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Tiefe Integration in Drittsysteme und digitale Identitäten
Nutzer können den Assistenten unter anderem in Gmail, Docs, Sheets, Slides und Chat über das Kürzel @Gemini sowie innerhalb von Workspace, Slack und Microsoft 365 aufrufen. Eine Cloud-Synchronisierung hält den Kontext über verschiedene Endgeräte hinweg aufrecht.
Darüber hinaus verfügt das System über Schnittstellen zu Programmen wie Microsoft Office, Teams, Slack, Confluence, Git, Jira, Salesforce und ServiceNow sowie Datenbanken wie BigQuery, Databricks, Postgres und Snowflake. Die Anbindung erfolgt über sogenannte MCP-Server (Model Context Protocol) und ergänzende Integrationen.
Parallel zu den Initiativen von Google verzeichnet auch das Ökosystem um den Standard entsprechende Fortschritte: So veröffentlichte der Entwickler Taylor Wilsdon am 3. Oktober 2026 die Version 2.0.0 des quelloffenen Workspace-MCP-Servers mit FastMCP 4 und zustandslosem HTTP.
Laut einem Bericht vom 9. Oktober 2026 erreichte das Projekt bereits die Version 2.1.0 mit mehr als 120 Werkzeugen für zwölf Google-Produkte, Gmail-Weiterleitungsentwürfen und Unterstützung für Google Cloud Storage.
Als organisatorische Neuerung führt Google persistente Agenten ein. Diese erhalten ein vollwertiges Workspace-Konto mit eigener E-Mail-Adresse unter @agents.company.com, Kalender und Speicherplatz in Google Drive. Sämtliche Aktionen werden direkt der Identität des jeweiligen Agenten zugeschrieben und lückenlos protokolliert.
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Sicherheitsrichtlinien und Branchenvarianten
Zur Absicherung im Unternehmensumfeld können Administratoren Zugriffsregeln und Ausgabenlimits auf Projektebene festlegen. Mechanismen wie intelligentes Routing, Berechtigungssteuerungen, Sandboxes und ein Netzwerk-Gateway dienen der Kontrolle von Sicherheit und Kosten.
Ergänzend testet Google spezialisierte Versionen für Finanz- und Rechtsabteilungen in einer Vorabversion. Die Finanzvariante umfasst laut Google bereits mehr als 50 Grundfertigkeiten. Weitere branchenspezifische Ausgaben für Behörden, das Gesundheitswesen und den Einzelhandel sind in Vorbereitung.
Google-Chef Sundar Pichai verwies begleitend auf die Marktrelevanz der KI-Dienste des Konzerns: Gemini zähle inzwischen mehr als eine Milliarde monatlich aktive Nutzer. Zudem nutzen fast 90 Prozent der Fortune-100-Unternehmen Gemini Enterprise, während knapp 80 Prozent der Kunden von Google Cloud auf KI-Produkte zurückgreifen. Knapp 500 Cloud-Kunden verarbeiteten im Vorjahr jeweils mehr als eine Billion Tokens.

