Hersteller bringen diese Woche gleich mehrere Systeme auf den Markt, die speziell für generative KI und intensive Datenverarbeitung ausgelegt sind. Lenovo führte am 20. Juni eine neue Tower-Workstation ein, während mobile Workstations verschiedener Anbieter in Asien und Nordamerika an den Start gehen.
Desktop-Klasse: Mehr Speicher und Blackwell-Grafik
Lenovo erweiterte am 20. Juni sein professionelles Desktop-Portfolio um die ThinkStation P4. Der Tower-Rechner setzt auf den AMD Ryzen 9 Pro 9965X3D mit 16 Kernen und ist für ISV-zertifizierte Workloads optimiert. Das System unterstützt bis zu 256 GB DDR5-RAM und lässt sich mit der NVIDIA RTX PRO 6000 Blackwell GPU ausrüsten, die über 96 GB GDDR7 ECC-Speicher verfügt. Für die Kühlung unter Volllast gibt es eine optionale Flüssigkeitskühlung, die bis zu 170 Watt TDP bewältigt.
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Im kompakten Desktop-Segment bereitet GMKtec den Evo-X3 Mini PC vor. Das Gerät nutzt den Ryzen AI Max+ 395 Prozessor mit 16 Kernen und einer Neural Processing Unit (NPU), die 50 TOPS liefert. Der Mini-PC unterstützt bis zu 128 GB LPDDR5X-8000-RAM und bietet einen OCuLink-Anschluss für externe Grafikkarten. Die Vorbestellungsphase startet am 22. Juni, der offizielle Verkaufsstart ist für den 29. Juni geplant.
Auch MSI mischt mit: Der MAG Infinite Z 8B ist ein 25-Liter-Gehäuse für Gaming und Workstations. Das System verwendet den Ryzen 7 9700X auf Zen-5-Architektur in Kombination mit der NVIDIA RTX 5070 Ti.
Mobile Workstations: Displays und integrierte KI im Fokus
Am 21. Juni begann der Versand des Lenovo ThinkPad P1 Gen 9 in ost- und südostasiatischen Märkten. Das 16-Zoll-Notebook besticht durch sein Tandem-OLED-Display mit einer Spitzenhelligkeit von 1.500 Nits. Im Inneren arbeiten Intel Core Ultra Prozessoren der neuesten Generation und der neue LPCAMM2-RAM-Standard, der bis zu 64 GB Arbeitsspeicher auf kleinstem Raum ermöglicht.
Parallel dazu aktualisierte System76 am 21. Juni sein Serval WS Linux-Notebook. Das überarbeitete Modell setzt auf den Intel Core Ultra 9 290HX Plus mit 24 Kernen und die NVIDIA RTX 5070 Ti mit 12 GB GDDR7-Speicher. Das System unterstützt bis zu 12 TB PCIe Gen 5 Speicher – ideal für Anwender, die große Datenmengen lokal verarbeiten müssen.
In China kommt das ThinkPad P16s (2026) ab dem 22. Juni über JD.com in den Handel. Das 16-Zoll-OLED-Display bietet 120 Hz Bildwiederholrate, die Grafikkonfiguration reicht von integrierter Grafik bis zu professionellen NVIDIA RTX Pro GPUs. Bereits am 19. Juni erreichte das Lenovo Yoga Pro 7 die Märkte in Australien und Singapur – mit dem Ryzen AI Max+ 388 „Strix Halo“ APU und 40 RDNA 3.5 Compute Units.
Langfristige Infrastruktur und Effizienzinitiativen
Über einzelne Hardware-Launches hinaus kümmern sich die Branchengrößen um die Software- und Architektureffizienz von KI. Am 20. Juni startete Lenovo die AION-Initiative. Ziel des Programms ist es, KI-Workloads speziell für Intel Xeon 6 CPUs zu optimieren und so die Abhängigkeit von GPUs für bestimmte Aufgaben zu verringern. Erste Ergebnisse zeigen, dass mit OpenVINO-Optimierungen 11 Tokens pro Sekunde ohne dedizierte Grafikhardware verarbeitet werden können.
Für das Jahresende haben mehrere Hersteller die Unterstützung für die NVIDIA RTX Spark-Plattform zugesagt. Diese Architektur kombiniert eine 20-Kern-Grace-ARM-CPU mit Blackwell-RTX-GPUs und liefert bis zu 1 Petaflop KI-Leistung. Systeme von Microsoft Surface, Dell und HP mit dieser Plattform sollen im Laufe des Jahres 2026 verfügbar sein. HPs kommende Modelle umfassen das OmniBook Ultra 16 und X 14, die eine Gesamt-KI-Leistung von über 100 TOPS erreichen sollen.

