Der chinesische Bürosoftware-Spezialist Kingsoft Office erwartet für das erste Quartal 2026 einen Gewinnsprung auf bis zu 2,3 Milliarden Yuan. Treiber ist die rasante Integration künstlicher Intelligenz in die gesamte Produktpalette.
Der Nettogewinn soll demnach zwischen 2,022 und 2,307 Milliarden Yuan liegen – ein Anstieg von 402 bis 473 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Zum Vergleich: Der DAX-Konzern SAP erzielte im ersten Quartal 2025 ein operatives Ergebnis von rund 1,7 Milliarden Euro.
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WPS 365 als Wachstumsmotor
Bereits 2025 zeigte sich die Dynamik: Der Umsatz stieg um 15,78 Prozent, der Nettogewinn legte um 11,63 Prozent zu. Besonders die Plattform WPS 365 erwies sich als Zugpferd. Sie spülte 720 Millionen Yuan in die Kassen – ein Plus von fast 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Plattform ist das Herzstück der KI-Offensive. Statt eigene Basismodelle zu entwickeln, setzt Kingsoft auf Partnerschaften mit mehreren großen KI-Modellanbietern. Der Fokus liegt klar auf der Anwendungsebene.
Globale Ambitionen mit Cloud-Partnern
Kingsoft drängt verstärkt auf den Weltmarkt. Auf der GITEX ASIA 2026 in Singapur präsentierte das Unternehmen WPS 365 als KI-gestützte Komplettlösung für internationale Kunden. Strategische Allianzen mit Huawei Cloud, Amazon Web Services und Google Cloud sollen die globale Expansion beschleunigen.
Das Auslandsgeschäft läuft bereits: Mitte 2025 erzielte WPS im Privatkundensegment 129 Millionen Yuan Umsatz – getragen von 1,89 Millionen jährlich zahlenden Nutzern. Weltweit nutzten Ende 2025 monatlich 678 Millionen aktive Geräte die WPS-Software.
KI-Nutzerbasis verdreifacht
Die Nachfrage nach KI-Funktionen im WPS-Ökosystem explodiert regelrecht. Ende 2025 lag die Zahl der monatlich aktiven KI-Nutzer in China bei über 80,13 Millionen – mehr als eine Verdreifachung innerhalb eines Jahres.
Auf der Global Core Ecosystem Partner Conference in Peking stellte Kingsoft das offene WPS-365-Ökosystem vor. Die Architektur aus Funktions-, Schnittstellen- und Anwendungsebene ermöglicht die Integration von Drittanbieterdiensten. Mehr als 8.000 Partner und 60.000 Anwendungen sind bereits angebunden, über 4.000 Firmenkunden werden bedient.
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Wettbewerb: Drei Platzhirsche dominieren
Trotz des Wachstums bleibt der chinesische Markt für Büro-Kollaboration stark konzentriert. Die drei Plattformen DingTalk, Feishu und WeChat Work decken gemeinsam 92 Prozent des Marktes ab. DingTalk kommt auf rund 200 Millionen monatliche Nutzer, WeChat Work auf 100 Millionen, Feishu auf 30 Millionen.
Neue Konkurrenz erwächst aus dem Bereich der KI-Agenten. Tencent WorkBuddy, seit Anfang 2026 auch für Nicht-Techniker nutzbar, verzeichnete im Mai einen Anstieg der monatlichen PC-Besuche um über 72 Prozent auf 8,85 Millionen. Die tägliche Nutzerzahl lag im Frühjahr drei- bis viermal höher als beim nächsten Konkurrenten im KI-Agenten-Markt.

