WPS Office: Kingsoft trennt KI-Funktionen ab – Kosten steigen

Kingsoft Office stellt klar: WPS Office bleibt in der Basisversion kostenlos, doch generative KI-Dienste werden separat abgerechnet.

Der chinesische Softwarekonzern Kingsoft Office stellt klar: Die Basisversion von WPS Office bleibt kostenlos – doch KI-Funktionen werden separat abgerechnet. Nach wochenlangen Diskussionen in sozialen Netzwerken veröffentlichte das Unternehmen am 6. Juli 2026 eine offizielle Stellungnahme zu den umstrittenen Preismodellen.

Drei Prinzipien für die Zukunft

Kingsoft definierte in seiner Ankündigung drei zentrale Grundsätze für die künftige Geschäftsstrategie. Die grundlegenden Funktionen, die derzeit kostenlos angeboten werden, sollen demnach nicht eingeschränkt oder hinter eine Bezahlschranke verschoben werden. Auch bestehende Mitgliedschaftsvorteile bleiben unangetastet.

Die entscheidende Neuerung: Generative KI-Dienste werden als eigenständige Angebote kategorisiert. Diese fortschrittlichen Werkzeuge erfordern aufgrund der hohen Rechenkosten eine separate Abrechnung. Eine klare Ansage – und gleichzeitig die Ursache für die anhaltende Verunsicherung unter den Nutzern.

Explosives Wachstum trotz Kritik

Die Kontroverse fällt in eine Phase rasanter Expansion. Im ersten Quartal 2026 erzielte Kingsoft Office einen Umsatz von 1,613 Milliarden Yuan (etwa 205 Millionen Euro) – ein Plus von knapp 24 Prozent. Noch spektakulärer: Der Nettogewinn schoss um 445 Prozent auf 2,195 Milliarden Yuan in die Höhe.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Die KI-Strategie des Unternehmens kommt an. Bereits 2025 nutzten monatlich über 80 Millionen aktive Nutzer die KI-Funktionen von WPS – ein Anstieg von 307 Prozent. Täglich werden über 200 Milliarden Token-Anfragen verarbeitet.

Doch der Erfolg hat seinen Preis. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen 2025 um 23,6 Prozent auf 2,095 Milliarden Yuan. Ein Investment, das sich auszahlen soll – aber auch die Nutzer spüren die Kosten.

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Vom Schnäppchen zum Premium-Produkt

Der Wandel zeigt sich besonders deutlich in der Preisentwicklung. Kostete eine Standard-Mitgliedschaft 2019 noch 89 Yuan pro Jahr, verlangt Kingsoft für Premium-Tarife mit KI-Funktionen inzwischen zwischen 248 und 348 Yuan. Ein Anstieg, der viele langjährige Nutzer verärgert.

Die Kritik richtet sich nicht nur gegen die Preise. Nutzer berichten, dass die Software bei vollem Systemspeicher kostenpflichtige Bereinigungstools empfahl. Andere beklagen, dass KI-Funktionen zunehmend in Standard-Workflows integriert würden – für die früher keine Zusatzkosten anfielen. Auf Verbraucherplattformen haben sich bis Anfang Juli über 10.000 Beschwerden angesammelt, fast die Hälfte davon zu Preisen und Mitgliedschaften.

Neue Funktionen und Zukunftspläne

Trotz der öffentlichen Kritik treibt Kingsoft die Entwicklung weiter voran. Am 6. Juli stellte das Unternehmen neue KI-Vorlagenfunktionen vor, die Layout-Anpassungen mit einem Klick ermöglichen. Die Vorlagenbibliothek wurde für die Bereiche Bildung, Finanzen und Gesundheitswesen erweitert.

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Spannend wird es Mitte Juli: Dann soll mit WPS Comate ein neues KI-Produkt für Unternehmen starten. Dass die Führungsetage an den Erfolg glaubt, zeigen Aktienkäufe von insgesamt rund 547 Millionen Hongkong-Dollar durch interne Stakeholder zwischen Mitte Juni und Anfang Juli.

WPS Office zählt weltweit über 640 Millionen monatlich aktive Nutzer. Allein in China sind mehr als 41 Millionen zahlende Abonnenten dabei. Die Frage ist nur: Wie viele werden es bleiben, wenn die KI-Revolution den Preis bestimmt?