Microsoft hat WSL Containers, den Kernbestandteil von WSL 3.0, allgemein verfügbar gemacht. Die Funktion erweitert das Windows Subsystem for Linux um native Unterstützung für Linux-Container unter Windows und richtet sich in erster Linie an Entwickler unter Windows 11.
Installation und Bedienung
Die Installation erfolgt über den Befehl wsl --update. Mit dem Werkzeug wslc.exe, das auch unter dem Alias container.exe aufgerufen werden kann, lassen sich Linux-Container bauen, starten und ausrollen. Zusätzlich stellt Microsoft eine API bereit, über die Windows-Anwendungen Linux-Container starten und ansprechen können – etwa für lokale KI-Workloads. Entwickler können darüber hinaus auf C++- sowie C#/WinRT-Schnittstellen zugreifen.
Gegenüber der vorherigen Vorschauversion kommen mehrere Funktionen hinzu: Container lassen sich neu starten, Dateien kopieren, Health Checks durchführen, Netzwerkverbindungen herstellen, Echtzeitereignisse verfolgen sowie Mounts und Speicherkonfigurationen anpassen.
Sicherheit und Entwicklerwerkzeuge
Für Unternehmensumgebungen bindet Microsoft die neue Container-Funktion in bestehende Sicherheits- und Verwaltungswerkzeuge ein: Defender for Endpoint zeigt Prozesse, Dateien und Netzwerkaktivität innerhalb der Container an, während Intune Administratoren erlaubt, die Funktion zu deaktivieren oder den Einsatz auf freigegebene Registries zu beschränken.
Auch die Entwicklerwerkzeuge wurden angepasst: VS Code Dev Containers, Aspire und die VS-Code-Containers-Erweiterung unterstützen WSL Containers bereits. Microsoft arbeitet zudem an wsl compose up, mit dem sich unveränderte compose.yaml-Dateien direkt nutzen lassen sollen.
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Leistungsversprechen und technischer Unterbau
Laut Microsoft ist der Zugriff auf Windows-Dateien aus Linux-Umgebungen heraus nun bis zu doppelt so schnell wie zuvor. Einem Bericht zufolge soll WSL 3.0 in der Version 3.0.1 auf Linux-Kernel 6.18 basieren. Für die verbesserte Dateizugriffsgeschwindigkeit soll demnach das standardmäßig aktivierte virtiofs verantwortlich sein, das die Geschwindigkeit gegenüber dem bisherigen Verfahren verdoppelt.
Berichten zufolge bringt WSL 3.0 zudem einen neuen Netzwerkmodus namens „consomme“ mit, der Linux-Datenverkehr über Windows leitet und dadurch Proxy-, VPN- und Unternehmensrichtlinien unterstützt. Unterstützt werden demnach außerdem CPU- und Speicherlimits, Image-Transfer, Netzwerkkonfiguration sowie GPU-Zugriff, ergänzt um Anbindungen an C++, C#, WinRT, MSBuild, CMake und VS Code Dev Containers.
Die WSL-Werkzeuge, Hintergrunddienste und Containerstartkomponenten sowie WSLg stehen laut Bericht unter MIT-Lizenz quelloffen zur Verfügung, während Änderungen am Kernel weiterhin der GPLv2-Lizenz unterliegen.
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Vorgeschichte
Microsoft hatte die Containerunterstützung für WSL im Juni 2026 auf der Build-Konferenz angekündigt und wenig später im selben Monat als öffentliche Vorschau veröffentlicht. Die jetzige Freigabe markiert den Übergang von der Vorschau zur allgemeinen Verfügbarkeit für Entwickler unter Windows 11.
WSL selbst geht auf das Jahr 2016 zurück, WSL 2 folgte Anfang 2020. Ende 2025 hatte Microsoft WSL 2 als Open Source veröffentlicht – ein Schritt, auf den die nun verfügbare Container-Unterstützung in WSL 3.0 aufbaut.
Mehr zum Thema bei BleepingComputer: „Microsoft is rolling out Linux container support to WSL“

