wslc.exe: Linux-Container unter Windows 11 ohne Docker Desktop starten

WSL ermöglicht Linux-Container ohne Docker Desktop; ein GPU-Test erreichte nahezu native Geschwindigkeit.

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Entwickler können Linux-Container unter Windows 11 künftig direkt über das Windows Subsystem for Linux erstellen und ausführen, ohne auf Docker Desktop angewiesen zu sein. Microsoft stellt dafür das Werkzeug wslc.exe bereit, das direkt im Subsystem enthalten ist und auf der Architektur von WSL 2 aufsetzt.

Einrichtung und grundlegende Befehle

Die Nutzung setzt eine funktionierende WSL-Umgebung voraus. Falls diese noch nicht vorhanden ist, lässt sie sich über den Befehl wsl --install einrichten, gefolgt von einer Aktualisierung mittels wsl --update. Nach der Überprüfung der Installation über wslc version kann ein erster Funktionstest mit wslc run --rm hello-world gestartet werden.

Auch das Erstellen eigener Projekt-Images wird unterstützt. Über ein Containerfile und die Eingabe wslc build -t helloworld-django . lässt sich beispielsweise eine Django-Anwendung kompilieren.

Der Start erfolgt anschließend über wslc run -d --rm -p 8000:8000 --name django helloworld-django, woraufhin der Dienst unter der lokalen Webadresse erreichbar ist. In gleicher Weise lässt sich ein Nginx-Webserver über wslc run -d --rm -p 8080:80 --name web nginx starten und über den Aufruf von curl localhost:8080 überprüfen.

Für die laufende Verwaltung stehen grundlegende Steuerungsbefehle zur Verfügung. Protokolle lassen sich über wslc container logs django einsehen, während wslc container stop django den Betrieb beendet. Um ungenutzte Ressourcen freizugeben, dienen die Bereinigungsbefehle wslc container prune für Container sowie wslc image prune für Images.

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Dateisystem und technische Grenzen

Hinsichtlich der Performance verweist Microsoft auf die Wahl des Speicherorts. Wenn Projektdateien auf dem Windows-Dateisystem abgelegt werden, verlangsamt dies den Zugriff aus der Linux-Umgebung heraus deutlich. Das Unternehmen empfiehlt daher, Linux-Projekte direkt innerhalb des Linux-Dateisystems zu speichern.

Das Werkzeug ist derzeit ausschließlich auf Linux-Container beschränkt. Für den Betrieb nativer Windows-Container verweist XDA weiterhin auf Docker Desktop als Alternative. Zudem fehlte in Praxistests noch die Unterstützung für Compose, wobei Microsoft bereits daran arbeitete, bestehende Compose-Dateien künftig nutzbar zu machen.

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Testergebnisse mit Grafikbeschleunigung

Am 23. Oktober 2026 veröffentlichte Abhinav Raj für XDA einen Leistungstest zur GPU-Beschleunigung unter wslc. Als Hardwarebasis dienten ein Prozessor vom Typ Ryzen 5 7600X sowie eine RTX 4070 Ti Super mit 16 GB VRAM unter dem Treiber 617.14. Der Test nutzte das Basis-Image nvidia/cuda:12.9.1-base-ubuntu24.04 und übergab die Grafikhardware über den Parameter --gpus all.

Bei der Ausführung von llama.cpp mit dem Modell Gemma 4 E4B bei voller GPU-Auslagerung, Q4_K_M-Quantisierung und einem Kontext von 128K erreichte das System in beiden Container-Durchläufen 124 Tokens pro Sekunde für eine Antwort mit 256 Tokens. Im Vergleich dazu erzielten zwei native Durchläufe mit demselben Prompt Werte zwischen 128 und 132 Tokens pro Sekunde.