WWDC 2026: Apple verschiebt Mac mini und Mac Studio in den Herbst

Apple präsentiert auf der WWDC 2026 nur Software und KI-Neuerungen. Neue Macs und Apple TV erscheinen erst im Herbst aufgrund von Chip-Knappheit.

Die Entwicklerkonferenz WWDC 2026 endete ohne neue Hardware – Apple hält Mac mini, Mac Studio und Apple TV für den Herbst zurück.

Statt neuer Geräte standen auf der am 12. Juni zu Ende gegangenen Konferenz in Cupertino Software und die Einführung der KI-gestützten Siri im Mittelpunkt. Branchenbeobachter sehen die Ursache für die Zurückhaltung in globalen Lieferkettenproblemen und einer veränderten internen Prioritätensetzung.

Globale Chip-Krise bremst Apple aus

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Der Hauptgrund für das Ausbleiben neuer Desktop-Macs ist eine weltweite Knappheit bei RAM- und NAND-Flash-Speichern. Der massive Ausbau von KI-Rechenzentren hat die Bestände leergefegt und die Preise für diese essenziellen Komponenten in die Höhe getrieben. Da die kommenden M5- und M5-Pro-Chips hohe Speicherbandbreiten für lokale KI-Funktionen benötigen, fällt es Apple offenbar schwer, ausreichende Mengen für einen Start im Sommer zu sichern.

Die Folgen sind bereits jetzt spürbar. Lieferzeiten für aktuelle Modelle wie den M4 Mac mini und den M3 Ultra Mac Studio haben sich von wenigen Wochen auf bis zu fünf Monate verlängert. Zudem hat Apple sein Sortiment gestrafft und bestimmte High-End-Konfigurationen mit 32 und 64 Gigabyte Arbeitsspeicher aus dem Online-Shop genommen. Auch die Produktionskapazitäten bei Apples Partner TSMC sind ausgelastet – der Konzern priorisiert die Fertigung von Chips für die kommende iPhone-18-Serie.

Neue Geräte für den Herbst erwartet

Trotz der leeren Hände auf der WWDC sind mehrere Geräte angeblich bereits versandbereit. Apple hält sie jedoch zurück, um sie mit fertiger Software ausliefern zu können. Die nächste Generation des Apple TV 4K, das noch den A15-Chip nutzt, soll ein Upgrade auf den A17 Pro erhalten. Die neue Grafikleistung soll anspruchsvolleres Gaming und die Integration von Siri AI ermöglichen – ein Start ist für den Herbst 2026 geplant.

Auch die Mac-mini- und Mac-Studio-Modelle mit M5-Chips werden für die zweite Jahreshälfte erwartet. Die neue Architektur soll deutliche Leistungssprünge bringen: interne Prognosen sprechen von 14 bis 22 Prozent mehr CPU-Leistung und einem 45-prozentigen Anstieg der Grafikperformance. Die KI-Verarbeitungsgeschwindigkeit könnte sich im Vergleich zur Vorgängergeneration sogar mehr als verdreifachen. Weitere für 2026 erwartete Produkte sind der HomePod mini 2, ein aktualisiertes iPad mit A18-Chip sowie möglicherweise ein faltbares Gerät – entweder als „MacBook Neo“ oder „iPhone Ultra“.

Siri AI: Software braucht noch Zeit

Die Verzögerung bestimmter Hardware, insbesondere von Apple TV und HomePod mini, hängt auch mit der Entwicklung von Siri AI zusammen. Apples neuer KI-Assistent bietet bildschirmbezogene Wahrnehmung und kontextuelles Gedächtnis – Funktionen, die einen hohen Software-Reifegrad erfordern. Derzeit befindet sich die Technologie noch in der Beta-Phase. Ein öffentlicher Start ist für Mitte September 2026 vorgesehen.

Auf der WWDC bestätigte Apple eine Partnerschaft mit Google. Für rund eine Milliarde Euro jährlich nutzt der iPhone-Konzern Gemini-Modelle für seine KI-Dienste. Die Rechenleistung kommt von Nvidia Blackwell B200 GPUs in der Google Cloud. Diese cloudbasierten Systeme ergänzen Apples eigene Private Cloud Compute (PCC) und sollen den Datenschutz gewährleisten, während sie komplexe KI-Anfragen bearbeiten, die über die Möglichkeiten lokaler Verarbeitung hinausgehen.

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Führungswechsel und Ende der Intel-Ära

Die WWDC 2026 war die letzte große Keynote für CEO Tim Cook. John Ternus wird ihn planmäßig am 1. September 2026 ablösen. Dieser Führungswechsel fällt mit einem einschneidenden Schritt zusammen: Das kommende macOS 27 mit dem internen Codenamen „Golden Gate“ wird die Unterstützung für alle verbliebenen Intel-basierten Macs einstellen – darunter der 2019er Mac Pro und die iMac-Modelle von 2020.

Auch watchOS 27 und iPadOS 27 werden im Herbst den Support für ältere Geräte beenden, etwa die Apple Watch Series 6 und das iPad Air der dritten Generation. Während die Software-Unterstützung für ältere Hardware schrumpft, erweitert Apple die Funktionen: iOS 27 soll eine vollständig anpassbare Kamera-App und eine neue Schnittstelle bringen, über die sich Chatbots von Drittanbietern direkt in Siri integrieren lassen.