Chinesischer Humanoid-Roboter-Hersteller X-Humanoid hat eine erste externe Finanzierungsrunde über umgerechnet rund 100 Millionen Euro abgeschlossen. Das Kapital soll den Sprung von der Prototypen-Phase zur industriellen Serienproduktion ermöglichen.
Das Investment, das diese Woche bekannt wurde, wird von einem Konsortium staatlicher Fonds angeführt. Dazu gehören der Beijing Robotics Industry Fund, E-Town Capital und der Beijing Gaojingjian Industrial Development Fund. Strategische Beteiligungen kommen vom Internet-Riesen Baidu und dem Automatisierungsspezialisten Kyland Technology. Diese breite Unterstützung unterstreicht den koordinierten Vorstoß Chinas, eine Führungsposition im aufstrebenden Feld der embodied AI – der verkörperten Künstlichen Intelligenz – zu erlangen.
Vom Marathonläufer zum Fabrikarbeiter
Das frische Kapital fließt in die Weiterentwicklung des Flaggschiff-Roboters „Tiangong“ und der hauseigenen KI-Plattform „Huisi Kaiwu“. Bisher machte X-Humanoid mit spektakulären Demonstrationen auf sich aufmerksam: Seine Roboter absolvierten einen Halbmarathon und siegten bei den World Humanoid Robot Games. Jetzt geht es darum, die Systeme für den harten Industriealltag tauglich zu machen.
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Das Ziel sind Roboter, die komplexe Aufgaben in Fertigung und Logistik zuverlässig und sicher neben menschlichen Kollegen ausführen können. Der Schritt von der Showbühne auf den chaotischen Fabrikboden ist die entscheidende Hürde. Gelingt er, könnte sich ein völlig neuer Markt auftun.
Baidu bringt KI-Kompetenz ins Spiel
Die Beteiligung von Baidu ist ein strategischer Coup. Die Expertise des KI-Vorreiters soll die Entwicklung der „Huisi Kaiwu“-Plattform massiv beschleunigen. Diese Intelligenzschicht ermöglicht es dem Roboter, seine Umgebung zu interpretieren und Aufgaben auszuführen. Der Fokus auf lernfähige, adaptive Systeme ist der Schlüssel. Sie sind nötig, um in dynamischen, unstrukturierten Umgebungen zu bestehen – ganz anders als vorprogrammierte Roboterarme.
Die Integration hochentwickelter KI in robuste Hardware gilt als größtes Hindernis für die breite Einführung humanoider Roboter. Die Partnerschaft mit Baidu gibt X-Humanoid hier einen potenziellen Vorsprung.
Chinas milliardenschwerer Anlauf in der Robotik
Die Finanzierung ist Teil eines breiten Trends. Erst kürzlich sammelte das Shenzhener Unternehmen LimX Dynamics in einer Serie-B-Runde 185 Millionen Euro ein. Überall fließt Kapital in den Sektor, nicht nur in Hardware, sondern vor allem in die Software, die den Robotern „Intelligenz“ verleiht.
Die starke Beteiligung staatlicher Fonds zeigt zudem, dass Robotik und embodied AI eine strategische Priorität für China sind. Es geht darum, eine führende Rolle in der nächsten Welle der Industrieautomatisierung zu übernehmen und eine komplette heimische Lieferkette aufzubauen. Das Rennen um den vielseitigen, universell einsetzbaren Roboter-Arbeiter ist eröffnet – und China investiert massiv, um vorne mitzuspielen.
Mit dem neuen Kapital will X-Humanoid nun Pilotprojekte mit großen Industrie- und Logistikunternehmen vorantreiben. Die kommenden Monate werden zeigen, ob das Unternehmen die Lücke zwischen beeindruckender Demo und kommerziellem Erfolg schließen kann.
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