xAI gegen OpenAI: US-Gericht weist Klage endgültig ab

Richterin Lin weist Musks Vorwürfe des Geheimnisdiebstahls endgültig zurück. xAI darf keine neue Klage mehr einreichen.

Ein Bundesrichter in San Francisco hat die Klage von Elon Musks KI-Unternehmen xAI gegen OpenAI am Montag endgültig abgewiesen. Es ist bereits das zweite Mal, dass das Gericht die Vorwürfe des Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen zurückweist.

US-Bezirksrichterin Rita F. Lin vom Northern District of California wies die Klage mit der Begründung ab, dass xAI keine plausible Beweiskette für die Vorwürfe vorlegen konnte. Die Entscheidung erging „mit Vorurteil“ – das bedeutet, xAI darf keine geänderte Klage mehr einreichen oder den Rechtsstreit neu aufrollen.

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Vorwürfe: Abwerbung und Geheimnisverrat

Im Zentrum des Rechtsstreits stand der Vorwurf, OpenAI habe gezielt xAI-Mitarbeiter abgeworben und sie zur Preisgabe vertraulicher Informationen ermutigt. Konkret ging es um Quellcode der Grok-Chatbot-Plattform von xAI.

Besonders im Fokus: die Einstellung des ehemaligen xAI-Senioringenieurs Xuechen Li. xAI behauptete, OpenAI habe Li während des Bewerbungsprozesses dazu gebracht, Geschäftsgeheimnisse preiszugeben – unter anderem während einer Präsentation, die er im Rahmen des Auswahlverfahrens hielt.

Richterin Lin ließ diese Argumentation nicht gelten. „Die Frage nach früheren Berufserfahrungen ist ein völlig normaler Teil jedes Einstellungsprozesses“, stellte sie klar. Solche Nachfragen seien nicht mit der Aufforderung zum Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen gleichzusetzen. xAI habe nicht belegen können, dass OpenAI wissentlich vertrauliche Informationen erhalten oder aktiv danach gesucht habe.

Zweite Niederlage für Musk

Die Abweisung folgt auf eine erste Zurückweisung der Klage im Februar. Zwar durfte xAI im März eine überarbeitete Klageschrift einreichen – doch auch diese konnte die vom Gericht beanstandeten Mängel nicht beheben.

Für Elon Musk ist es bereits die zweite juristische Schlappe innerhalb weniger Wochen. Am 18. Mai entschied eine Jury gegen ihn in einem separaten Verfahren – einer Klage über 150 Milliarden Dollar. Der ursprüngliche Rechtsstreit um Geschäftsgeheimnisse begann im August 2025, als xAI zunächst Li verklagte, gefolgt von der Klage gegen OpenAI im September 2025.

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OpenAI vor milliardenschwerem Börsengang

Der juristische Erfolg kommt für OpenAI zu einem strategisch günstigen Zeitpunkt. Das Unternehmen bereitet einen mit Spannung erwarteten Börsengang vor. Branchenkreisen zufolge hat OpenAI bereits vertrauliche Unterlagen bei den US-Börsenaufsichtsbehörden eingereicht. Eine Listung könnte bereits im September erfolgen – mit einer Bewertung von bis zu einer Billion Dollar.

Doch trotz des Sieges gegen xAI bleibt die rechtliche Lage für OpenAI angespannt. Erst am Freitag stellte ein von New York geführtes Bündnis mehrerer US-Generalstaatsanwälte dem Unternehmen eine Vorladung zu. Es geht um Nutzersicherheit, Datenverarbeitung und die Auswirkungen auf Minderjährige und Senioren. Hinzu kommen Personenschadensklagen – darunter eine Klage einer kanadischen Mutter von vergangenen Donnerstag sowie eine weitere, die Anfang Juni in Florida eingereicht wurde.