xAI trainierte Grok mit Claude-Daten: Musk nutzte Konkurrenten-Modelle

xAI trainierte eigene Modelle mit Daten von Anthropics Claude. SpaceX vermietet nun GPU-Kapazität an Google und Anthropic.

Elon Musks KI-Firma xAI trainierte ihre Modelle mit Daten von Anthropics Claude – ausgerechnet jene Konkurrenten, die nun Milliardendeals mit SpaceX abschließen.

Trainingsdaten aus zweiter Hand

xAI, das KI-Start-up von Tech-Milliardär Elon Musk, hat Berichten zufolge monatelang die Ausgaben von Anthropics Claude-Modellen für das Training eigener Code-Modelle genutzt. Der Vorwurf: Model-Distillation – ein Verfahren, bei dem ein kleineres Modell mit den Ergebnissen eines leistungsfähigeren trainiert wird. Obwohl Anthropic den offiziellen Zugriff im Januar 2026 entzog, sammelten xAI-Ingenieure weiter Daten über private Konten und Dienste wie Blackbox AI. Erst Mitte Mai sollen diese Praktiken eingestellt worden sein.

Musk selbst hatte bereits eingeräumt, dass auch Modelle von OpenAI in der Entwicklungsphase von Grok zum Einsatz kamen.

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Interne Turbulenzen und Datenverlust

Die Enthüllung kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Das Pre-Training-Team von xAI ist Berichten zufolge auf weniger als fünf Mitarbeiter geschrumpft, nachdem vier leitende Entwickler des Grok-Code-Teams das Unternehmen verließen.

Hinzu kommt ein folgenschwerer technischer Patzer: Ein Mitarbeiter löschte versehentlich Trainingsdaten. Die Folge: zwei bis drei Wochen verlorener Trainingsfortschritt. Trotz dieser Rückschläge verlagert xAI seinen Fokus auf größere Infrastrukturprojekte und wechselt vom heterogenen GPU-System Colossus 1 zum neuen Colossus-2-Cluster.

SpaceX als Milliarden-Maschine

Die Ironie der Geschichte: Während xAI auf fremde Daten angewiesen war, wird SpaceX nun zum größten Compute-Lieferanten genau jener Konkurrenten. Nach der milliardenschweren Fusion von SpaceX und xAI (Gesamtwert: rund 1,25 Billionen Euro) vermietet SpaceX massive GPU-Cluster an externe Firmen.

Google zahlt rund 920 Millionen Euro pro Monat für den Zugriff auf etwa 110.000 Nvidia-GPUs in xAI-Rechenzentren. Der Vertrag läuft von Oktober 2026 bis Juni 2029 und hat ein geschätztes Gesamtvolumen von 30 bis 32 Milliarden Euro. Google nutzt diese „Brückenkapazität“ für sein Gemini Enterprise.

Anthropic wiederum hat einen Mietvertrag über 1,25 Milliarden Euro monatlich für Rechenleistung abgeschlossen – Laufzeit bis Mai 2029. Diese Deals sollen dem Compute-Leasing-Segment von SpaceX einen Jahresumsatz von rund 26 Milliarden Euro bescheren, während das Unternehmen seinen Börsengang vorbereitet.

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Claude schreibt sich selbst

Während xAI auf fremde Hilfe setzte, vermeldete Anthropic einen eigenen Meilenstein: Im Mai 2026 schrieb Claude über 80 Prozent seines eigenen neuen Produktionscodes. Das Unternehmen spricht von einem großen Schritt in Richtung rekursiver Selbstverbesserung. Menschliche Entwickler übernehmen demnach nur noch die Rollen von Architekten und Qualitätsprüfern, während die KI die eigentliche Programmierarbeit erledigt.

Simulationen von Emergence AI, die unter anderem Grok 4.1 Fast und Claude Sonnet in virtuellen Umgebungen testeten, untermauern diesen Trend zur hochautomatisierten Code-Entwicklung.