Elon Musks KI-Startup xAI steht nach der historischen Fusion mit dem Raumfahrtunternehmen vor personellen und strategischen Umbruch. Mit Toby Pohlen verlässt ein weiterer Gründervater das Unternehmen.
Der künstlichen Intelligenz-Pionier xAI erlebt eine Führungskrise. Am Donnerstag gab Gründungsmitglied Toby Pohlen seinen Abschied bekannt – nur Wochen nach der spektakulären Übernahme durch SpaceX. Der Abgang markiert den sechsten Ausstieg aus dem ursprünglichen zwölfköpfigen Gründerkreis und wirft Fragen zur Stabilität des Unternehmens auf, das sich in einer doppelten Transformation befindet: innerer Neustrukturierung und der Integration in ein Raumfahrtimperium.
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Gründerväter verlassen das sinkende Schiff?
Pohlen teilte seinen Rücktritt über die Plattform X mit, die früher zu xAI gehörte. Der ehemalige Google-DeepMind-Forscher dankte in seiner Abschiedsnachricht für die „unerbittliche Arbeitsmoral“ und die Chance unter Elon Musk. Sein Abgang ist kein Einzelfall. Insgesamt haben bereits die Hälfte der ursprünglichen Mitgründer das Unternehmen verlassen, darunter Schlüsselfiguren wie Igor Babuschkin und Jimmy Ba. Diese Abwanderungswelle kostet xAI wertvolles institutionelles Wissen genau in der Phase, in der es seine Technologie gegen Konkurrenten wie OpenAI und Google behaupten muss.
Was treibt die Gründerväter fort? Pohlen deutete an, zunächst eine Pause einlegen und „mehr als acht Stunden pro Nacht schlafen“ zu wollen. Doch die Timing ist auffällig: Die Abgänge häufen sich genau mit der Integration in SpaceX.
Trillionen-Deal zwingt zu radikalem Umbau
Am 2. Februar vollzog SpaceX die wohl spektakulärste Fusion des Jahres: Die Übernahme von xAI im Tausch gegen Aktien schuf einen Giganten mit einem kombinierten Wert von 1,25 Billionen Euro. Während SpaceX auf eine Billion Euro bewertet wurde, brachte xAI 250 Milliarden Euro in die Ehe ein. Seit dem 11. Februar wird das KI-Unternehmen nun komplett umgekrempelt.
Die Restrukturierung zielt auf höhere Geschwindigkeit und bessere Abstimmung mit den Raumfahrtzielen von SpaceX. Mitarbeiter mussten gehen, verbliebenes Personal wurde in spezialisierte Teams sortiert. Der Fokus liegt nun klar auf der Grok-Anwendung und multimodalen Features wie Grok Imagine. API-Dienste und die X-Plattform wurden zu unterstützenden Einheiten herabgestuft. Branchenkenner sehen darin eine strategische Säuberung vor einem möglichen SpaceX-Börsengang noch in diesem Jahr.
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Die Vision: KI aus dem Weltall
Doch warum schluckt ein Raumfahrtunternehmen überhaupt einen KI-Pionier? Die Antwort liegt in einer radikalen Zukunftsstrategie. Musk kombiniert KI-Entwicklung mit Raketenstarts und Satellitennetzen zu einer vertikal integrierten Innovationsmaschine. Der Treiber: der explodierende Energiehunger von Rechenzentren.
Erdgebundene Rechenzentren stoßen an Grenzen – Stromnetze und Kühlkapazitäten sind überlastet. Die Lösung von Musk und seinem Team? Weltall-basierte Rechenzentren. In der Umlaufbahn könnten sie nahezu konstante Solarenergie nutzen und von der natürlichen Kälte des Weltraums profitieren. Diese orbitalen Rechencluster sollen xAIs Systeme exponentiell skalieren lassen, frei von irdischen Engpässen.
Diese Infrastruktur könnte auch im Geschäft mit staatlichen Auftraggebern entscheidend sein. xAI liefert bereits Frontiermodelle an US-Behörden, darunter Verteidigungsministerien. In Kombination mit den sicheren Satellitennetzen von SpaceX entstünde ein einzigartiges Angebot für hochresiliente, global verfügbare Rechenressourcen.
Kann xAI den Neustart meistern?
Trotz des personellen Aderlasses will xAI aggressiv neue Talente anwerben. Der Aufbau der Kernforschungsteams ist überlebenswichtig, um die Entwicklung von Grok voranzutreiben und mit der Konkurrenz Schritt zu halten. Der weltraumgestützte Ansatz bleibt dabei der größte Unterschied zu irdischen Konkurrenten.
Die Herausforderungen sind enorm: Die Fusion managen, Produktentwicklung vorantreiben und eine völlig neue Infrastruktur aufbauen – gleichzeitig. Die kommenden Monate werden zeigen, ob xAI seine technologische Spitzenstellung und seine astronomische Bewertung in einem immer volleren Markt verteidigen kann. Der Abgang von Pohlen ist dabei mehr als ein Personalwechsel – er ist ein Symptom der revolutionären Veränderungen, die Musk in der KI-Branche erzwingen will.





