Microsoft arbeitet an einer vollständigen Neuentwicklung seiner Xbox-App für den PC. Unter dem internen Projektnamen Garrison baut das Unternehmen die Software von Grund auf neu, um bestehende Leistungsprobleme zu beheben. Erste praktische Eindrücke bescheinigen dem Entwurf deutliche Geschwindigkeitsgewinne.
Jez Corden von Windows Central hob hervor, dass die Anwendung spürbar schneller reagiere als die bisherige Fassung. Dies mache sich insbesondere beim Laden umfangreicher Sammlungen mit mehr als 1.400 Titeln bemerkbar. Auch Tom Warren vom Branchenmagazin The Verge bestätigte, dass die Performance im Vergleich zur bestehenden Version zweifellos spürbar besser ausfalle.
Neue Architektur für kürzere Ladezeiten
Das technische Fundament der Anwendung wurde umfassend modernisiert. Microsoft setzt auf eine veränderte Architektur mit optimierten Datenbankabfragen und einem neuen Anzeigesystem. In internen Testversionen ermöglicht dies das sofortige Laden umfangreicher Multi-Terabyte-Bibliotheken mit über 1.000 beziehungsweise mehr als 1.400 Spielen.
Auch die Store-Seiten öffnen sich demnach wesentlich zügiger. Zudem verringert der überarbeitete Aufbau den Hintergrund-Speicherverbrauch, während eine einheitliche Eingabesteuerung für Maus und Gamepad ohne Eingabeverzögerung integriert ist.
Neben der technischen Basis passt Microsoft auch die Benutzeroberfläche an. Spielinformationen und Store-Einträge sind künftig auf einer gemeinsamen Seite zusammengefasst, anstatt wie bisher auf zwei getrennten Ansichten zu liegen. Nutzer können zudem leichter zwischen direkt installierbaren Titeln und Angeboten unterscheiden, die ausschließlich über Xbox Cloud Gaming gestreamt werden.
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Der Startbildschirm erlaubt das Anheften von maximal zehn Gruppen und unterstützt bereits das manuelle Hinzufügen externer Spieledateien. Eine Vorversion vom September letzten Jahres bot bereits die Möglichkeit, Spiele von Steam, Epic und GOG in einer gemeinsamen Oberfläche zu durchsuchen.
Anpassungen für Handhelds und geplanter Rollout
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Bedienung mit verschiedenen Eingabegeräten. Die Anwendung erkennt automatisch angeschlossene Controller, passt die Skalierung der Benutzeroberfläche an und lässt sich im Vollbildmodus wie Konsolensoftware steuern. Damit zielt die Entwicklung künftig auch auf mobile Windows-Handhelds wie das Xbox ROG Ally ab.
Unter Windows 11 lässt sich die Anwendung zudem als Standard-Startbildschirm für den neuen Spielmodus einrichten. Die Garrison-Oberfläche gilt in Branchenkreisen als mögliche Software-Ebene für Microsofts Initiative Project Helix, welche Konsolen-Einfachheit mit der Offenheit des PCs verknüpfen soll. Sie unterscheidet sich von dem Projekt Bastion, einer separaten Benutzeroberfläche für Cloud-Gaming, die im Sommer erprobt wurde.
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Corden merkte an, dass der aktuelle Schwerpunkt vor allem auf Performance und Bedienung liege und noch keine Fülle neuer Funktionen enthalte. So seien etwa die Store-Detailseiten noch unfertig, und Funktionen wie Nutzerbewertungen oder Werkzeuge zur Entwickler-Kommunikation sind bislang unbestätigt.
Die Entwicklung schreitet dennoch voran: Neben einer älteren Testversion mit der Versionsnummer 2603-1001-17-0 existiert die aktuellere Fassung 2606-1000-30-0. Die technische Grundlage reicht auf ein Update zur Speicherverwaltung vom 16.04.2026 zurück, gefolgt von der Game-Pass-Welle am 20.04.2026 unter anderem mit Final Fantasy V, der Veröffentlichung von Marvel Cosmic Invasion am 16.09.2026, der Einführung von Mythic Achievements am 23.09.2026 sowie dem Erscheinen von Gears of War E-Day am 06.10.2026 mit verbesserter Spielstand-Synchronisation.
Für Xbox-Insider wird der Zugriff auf Garrison noch vor Ende 2026 erwartet. Da zwischen Insider-Builds und Veröffentlichung üblicherweise rund vier Wochen vergehen, wird ein globaler Marktstart für Anfang nächsten Jahres avisiert.

