Xbox Game Pass: Ultimate wird beim Cloud-Gaming auf 15 Stunden begrenzt

Microsoft entwickelt den Cloud-Dienst weiter, begrenzt ab November die Spielzeit im Game Pass und ermöglicht Einzelkäufe von Cloud-Zeit.

•

Microsoft hält an seiner langfristigen Strategie für Xbox Cloud Gaming fest und plant laut Branchenberichten keine Verlangsamung der Entwicklung. Entgegen jüngster Spekulationen über einen Rückzug aus dem Segment bereite das Unternehmen intern neue technische Funktionen vor, um die Qualität des Dienstes zu steigern. Dies geht aus Informationen des Journalisten Jez Corden hervor, wonach Microsoft derzeit keine Absichten hege, das Engagement im Cloud-Bereich zu reduzieren.

Technische Neuausrichtung und Ende des Supports für ältere TV-Modelle

Im Zuge der technischen Weiterentwicklung setzt Microsoft auf neue Schnittstellen, um die Latenz und die allgemeine Streaming-Qualität zu verbessern. Der Einsatz neuer Chromium-APIs führt jedoch zu technologischen Einschnitten bei älterer Hardware.

Wie aus Unternehmenskreisen verlautet, wird die Xbox-App auf Samsung-Smart-TVs der Modelljahre ab 2020 zum 3. November 2026 eingestellt. Grund hierfür sei, dass Samsung für diese Geräte keine aktuellen Chromium-Versionen mehr bereitstellt, welche für die kommenden Funktionen des Cloud-Dienstes notwendig sind.

Parallel dazu plant Microsoft offenbar, die Latenzzeiten durch veränderte Verbindungsprotokolle zu minimieren. Ein ähnliches Prinzip der Direktverbindung, wie es für spezialisierte Cloud-Eingabegeräte vorgesehen war, soll auch beim kommenden Xbox Elite Controller zum Einsatz kommen.

Umstellung der Abonnement-Modelle und Einführung von Zeitlimits

Für Nutzer des Xbox Game Pass stehen ab November 2026 signifikante Änderungen bevor. Microsoft führt monatliche Spielzeit-Begrenzungen für Cloud-Gaming ein. In der Stufe Game Pass Ultimate ist die Nutzung auf 15 Stunden pro Monat limitiert, während im Premium-Tarif 10 Stunden und in der Essential-Variante 5 Stunden zur Verfügung stehen.

Nach dem Aufbrauchen dieses Kontingents wird der Stream bis zum nächsten Abrechnungszyklus unterbrochen, sofern keine zusätzlichen Stunden im Xbox Store erworben werden.

Die monatlichen Gebühren bleiben laut Berichten mit 22,99 US-Dollar für Ultimate, 14,99 US-Dollar für Premium und 9,99 US-Dollar für Essential unverändert. Die Begrenzung wird mit steigenden Kosten für die Cloud-Infrastruktur begründet.

Gleichzeitig soll der Cloud-Dienst stärker vom Abonnement-Zwang entkoppelt werden: Ab November 2026 wird es möglich sein, Cloud-Spielzeit für kompatible Titel auch ohne bestehende Game-Pass-Mitgliedschaft einzeln zu kaufen.

Verzicht auf dedizierte Cloud-Hardware

Berichte internationaler Medien deuten darauf hin, dass Microsoft die Pläne für einen speziell auf Cloud-Gaming ausgerichteten Controller vorerst aufgegeben hat. Ein im Jahr 2026 geleakter Prototyp zeigte ein kompaktes Design mit integriertem WLAN (2,4 GHz und 5 GHz), das eine direkte Verbindung zu den Xbox-Servern ohne den Umweg über eine Konsole ermöglicht hätte.

Ein Sprecher des Unternehmens dementierte zwar, dass die Einstellung des Projekts mit früheren Regulierungsverfahren im Zusammenhang stehe, nannte jedoch keine konkreten Gründe für den Verzicht auf die Markteinführung.

Hintergrund dieser Vorsicht könnten die Auflagen aus der im Jahr 2023 abgeschlossenen Übernahme von Activision Blizzard sein. Damals hatte die britische Wettbewerbsbehörde CMA Bedenken hinsichtlich einer marktbeherrschenden Stellung im Cloud-Gaming geäußert. Um diese auszuräumen, schloss Microsoft langfristige Verträge mit Partnern wie Ubisoft, Nvidia und Boosteroid ab.

Expansionspläne in globale Wachstumsmärkte

Trotz der Anpassungen bei Hardware und Preisen verfolgt die Führung der Xbox-Sparte ambitionierte Wachstumsziele. Asha Sharma, CEO der Xbox-Division bei Microsoft, betonte, dass die Marke nicht zum Verkauf stehe. Ihr Ziel sei es, die Reichweite auf weltweit eine Milliarde Menschen auszudehnen.

Dabei setzt Sharma verstärkt auf Schwellenmärkte in Afrika, Lateinamerika und Südasien. Die Cloud-Technologie spielt hierbei eine Schlüsselrolle, da sie den Zugriff auf Xbox-Titel über PCs und Smartphones ermöglicht, ohne dass die Anschaffung teurer Konsolen-Hardware erforderlich ist.

Ergänzend dazu plant das Unternehmen erhebliche Reinvestitionen in etablierte Marken wie Minecraft, um die eigene Position im Wettbewerb mit Plattformen wie Roblox zu festigen.