Gleich zwei der größten Gaming-Netzwerke sind innerhalb weniger Tage ausgefallen. Tausende Spieler weltweit standen vor verschlossenen digitalen Türen.
Xbox Live: Fehlercode legt Spiele lahm
Am heutigen Montag verzeichnete der Störungsmelder Downdetector einen sprunghaften Anstieg von Beschwerden über Xbox Live. Mehr als 3.000 Meldungen gingen innerhalb kurzer Zeit ein. Betroffen waren Nutzer in den USA, Großbritannien, Kanada und Europa.
Das Hauptproblem: der Fehlercode 0x87e107df. Er signalisiert einen Fehler bei der Lizenzprüfung. Die Folge: Spieler konnten weder Online-Titel wie Dead by Daylight noch Einzelspieler-Kampagnen wie Halo: Combat Evolved starten. Selbst gekaufte Spiele ließen sich nicht öffnen.
Besonders ärgerlich: Microsofts offizielle Statusseite zeigte die Dienste während der Beschwerde-Spitze häufig als „betriebsbereit“ an. Dabei waren Anmeldungen, der Xbox-Store und Cloud-Gaming betroffen. Erst am 23. Juli hatte es eine kleinere Welle mit rund 200 Meldungen gegeben. Es ist bereits die zweite schwere Störung des Monats – nach Ausfällen im Februar und einem siebenstündigen Blackout im Juli 2024.
PlayStation Network: AWS-Panne legt Server lahm
Nur wenige Tage zuvor, am vergangenen Freitag, war das PlayStation Network für über sechs Stunden ausgefallen. Weltweit konnten PS5- und PS4-Besitzer weder online spielen noch auf ihre digitalen Bibliotheken zugreifen.
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Branchenkreisen zufolge hing der Ausfall mit Störungen bei Amazon Web Services (AWS) zusammen. Sony räumte die Probleme erst ein, nachdem die Dienste langsam wieder hochgefahren wurden. Der Zeitpunkt war denkbar ungünstig: Der Ausfall fiel mit dem Start der offenen Beta von Marvel Tokon Fighting Souls zusammen. Zehntausende Spieler konnten nicht teilnehmen.
Inzwischen läuft das PSN wieder stabil. Dennoch reiht sich der Vorfall in eine Serie kürzerer Störungen ein, die das Netzwerk seit dem Frühjahr 2026 immer wieder heimgesucht haben.
Digitale Zukunft: Fluch oder Segen?
Die zeitgleichen Ausfälle der beiden größten Konsolen-Netzwerke heizen eine grundsätzliche Debatte an: Wohin steuert die Spieleindustrie?
Sony hat angekündigt, den Vertrieb physischer Discs bis Januar 2028 einzustellen. Auch Ubisoft-Chef Yves Guillemot argumentiert, eine rein digitale Distribution könne die Konsolenkosten senken und den PC-Markt stärken.
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Doch Kritiker sehen die aktuellen Störungen als Warnsignal. Ein digital-only-Zukunftsszenario sei anfällig – und das ausgerechnet vor dem Mega-Release von Grand Theft Auto 6 am 19. November 2026. Berichten zufolge könnte die physische Version des Spiels nur einen Download-Code enthalten. In Japan verfallen solche Codes aufgrund lokaler Regularien nach 170 Tagen.
Hinzu kommt: Microsoft entfernte um den 21. Juli mehrere Titel wie Creepy Tale und Strike Force Kitty aus dem Xbox-Store und aus den Bibliotheken der Spieler. Grund war ein Zahlungsstreit mit dem Publisher. Wer die Spiele nicht lokal auf der Festplatte hatte, konnte sie nicht erneut herunterladen. Auch der Verlust älterer digitaler Käufe nach längerer Konto-Inaktivität wurde gemeldet.
Die zentrale Frage: Wem gehören digitale Spiele wirklich? Die aktuellen Ausfälle zeigen, wie verletzlich das Modell ist.

