Satya Nadella verlangt von der Spiele-Sparte nach 25 Jahren Verlustgeschichte endlich schwarze Zahlen. Sonst droht die Abspaltung.
Der Druck auf Microsofts Gaming-Sparte wächst massiv. Konzernchef Satya Nadella hat der Xbox-Division ein klares Ultimatum gesetzt: Entweder die Sparte wird profitabel – oder sie muss mit einer Restrukturierung oder gar Abspaltung rechnen. Nadella betonte, der Konzern habe das Entertainment-Geschäft jahrzehntelang subventioniert. Nun müsse die Gaming-Sparte beweisen, dass sie nachhaltige Renditen erwirtschaften kann. Die Ansage fiel am heutigen Freitag, dem 26. Juni 2026.
Deutliche Preiserhöhungen ab August
Die Forderung nach finanzieller Performance kommt nicht von ungefähr. Bereits zum 1. August 2026 plant Microsoft massive Preisanhebungen für die aktuelle Konsolengeneration. Die Xbox Series S mit 512 GB wird dann knapp 500 Euro kosten, die 1-TB-Version schlägt mit rund 600 Euro zu Buche. Noch teurer wird es bei der High-End-Xbox Series X: Die Digital Edition ohne Laufwerk kostet künftig etwa 750 Euro, das Modell mit Disc-Laufwerk sogar rund 800 Euro.
Damit liegt der Preis der Series X mit Laufwerk satte 300 Euro über dem ursprünglichen Einführungspreis von 2020. Das 2-TB-Modell „Galaxy Black“ wird komplett eingestellt. Um die Käufer nicht komplett zu verlieren – immerhin steht mit Grand Theft Auto 6 im November ein Blockbuster an – führt Microsoft Ratenzahlungsmodelle über PayPal und zinslose Finanzierungen bei Handelspartnern ein.
Chip-Krise und explodierende Kosten
Xbox-Chefin Asha Sharma, die seit 100 Tagen im Amt ist, begründet die Preissprünge mit einer anhaltenden Komponentenkrise. Speicher- und Speicherkosten hätten sich um das 2,5-Fache verteuert. Bis Herbst 2027 werde sich dieser Wert voraussichtlich noch einmal verdoppeln. Konsolen wurden traditionell unter Herstellungskosten verkauft, doch die aktuellen Marktbedingungen – nicht zuletzt durch die hohe Nachfrage nach KI-Hardware – machen das alte Modell unmöglich.
Die Hardware-Sparte arbeitet derzeit mit einer hauchdünnen Marge von drei Prozent. In den letzten fünf Jahren hat Microsoft rund 20 Milliarden Euro in das Gaming-Ökosystem investiert – doch die Erlöse sind im selben Zeitraum um etwa 500 Millionen Euro gesunken. Im ersten Quartal 2026 fielen die Gaming-Umsätze um sieben Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Besonders dramatisch: Der Hardware-Absatz brach um 33 Prozent ein.
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Strategischer Neuanfang mit Folgen
Die Gewinnvorgabe erzwingt einen grundlegenden Kurswechsel. Nadella wies darauf hin, dass Xbox-Spiele derzeit auf Drittplattformen wie YouTube mehr Geld abwerfen als auf den eigenen Konsolen. Unter Sharmas Führung setzt die Sparte nun auf eine Handvoll prestigeträchtiger Exklusivtitel wie Gears of War: E-Day und Clockwork Revolution. Gleichzeitig investiert Microsoft weiter in Kernmarken wie Halo, Fallout und The Elder Scrolls.
Ein neues Projekt namens Project Helix soll PC-Spiele auf die Xbox-Konsole bringen. Auch Übernahmen sind weiterhin denkbar. Doch der Effizienzdruck wird wohl vor allem Personal kosten. Rund 1.000 Stellen gelten nach dem 30. Juni als gefährdet. Mehrere interne Studios könnten umstrukturiert werden, während Microsoft seine Gaming-Aktivitäten auf Nadellas neue Rendite-Vorgaben ausrichtet.

