Xeon 658X: Intels neuer Workstation-Chip glänzt in KI und Rendering

Intels Xeon 658X überzeugt in KI- und Rendering-Benchmarks, bleibt aber mit über 2.000 Euro teuer. Das Xeon-6-Ökosystem wächst.

Der Granite-Rapids-WS-Chip bringt deutliche Fortschritte bei KI und Rendering – und das zu einem stolzen Preis.

Intel hat mit dem Xeon 658X einen neuen Prozessor für professionelle Workstations auf den Markt gebracht, der vor allem in den Bereichen künstliche Intelligenz und 3D-Rendering glänzen soll. Der Chip mit 24 Kernen und 48 Threads ist seit Ende März im Handel erhältlich und positioniert sich als solide Mittelklasse-Option in Intels aktueller Workstation-Reihe.

Technische Daten im Detail

Der Xeon 658X taktet mit einer Basisgeschwindigkeit von 3,0 GHz und erreicht im Turbo-Modus bis zu 4,9 GHz. Mit 144 MB Cache und einer thermischen Verlustleistung (TDP) von 250 Watt (Spitze 300 Watt) ist der Prozessor für anspruchsvolle Dauerlast ausgelegt. Das System unterstützt acht Kanäle DDR5-6400 Arbeitsspeicher mit einer maximalen Kapazität von 4 TB sowie 128 PCIe-5.0-Lanes.

Zu den wichtigsten Features zählen die Unterstützung von Advanced Matrix Extensions (AMX) und AVX-512 – Befehlssätze, die speziell KI-Workloads beschleunigen. Branchenkreisen zufolge soll der Nachfolger unter dem Codenamen Coral Rapids voraussichtlich 2028 erscheinen.

Benchmark-Ergebnisse: KI und Rendering

In Tests auf einem Asus Pro WS W890E-SAGE-SE-Motherboard mit 128 GB DDR5-6400 zeigte der Xeon 658X starke Leistungen. Im Procyon AI Computer Vision Benchmark erzielte der Chip 248 Punkte – und ließ damit die Konkurrenz hinter sich: Das HP Z8 Fury G6i kam auf 207 Punkte, das Dell Precision 7875 auf nur 157.

Auch in der Rendering-Software Blender 4.5 überzeugte der Prozessor:
Monster: 365.315 Samples pro Minute
Junkshop: 234.081 Samples pro Minute
Classroom: 186.163 Samples pro Minute

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Laut PassMark-Daten vom 24. Juni 2026 erreicht der Xeon 658X einen CPU-Mark von 72.479 Punkten. Der aktuelle Straßenpreis liegt zwischen rund 2.000 und 2.300 Euro – deutlich über dem ursprünglichen Listenpreis von 1.869 Euro.

Das Xeon-6-Ökosystem wächst

Die Einführung des 658X ist Teil einer größeren Offensive. High-End-Workstations wie das HP Z8 Fury G6i nutzen die Xeon-600-Serie (Granite Rapids-WS) und unterstützen bis zu 86 Kerne sowie mehrere NVIDIA RTX PRO 6000 Blackwell GPUs. Solche Konfigurationen können Preise von über 74.000 Euro erreichen und bis zu 2 TB DDR5-6400 ECC-Speicher fassen.

Im Serverbereich hat Supermicro kürzlich zwölf neue Plattformen für Intels Xeon-6+-Prozessoren vorgestellt. Die Systeme der Hyper- und SuperBlade-Familie sind für KI- und Cloud-Workloads optimiert und bieten bis zu 288 Effizienzkerne pro Sockel – insgesamt bis zu 576 Kerne pro Server. Laut Hersteller liegt die IPC-Steigerung bei 17 Prozent, die Speicherleistung sei 25 Prozent schneller als bei Vorgängergenerationen.

Eine weitere Besonderheit ist der Granite-Rapids-D-SoC, der in spezieller Hardware wie der Senao SmartNIC SX906 zum Einsatz kommt. Diese PCIe-Karte fungiert als „Server auf einer Karte“ mit bis zu 38 Xeon-Kernen und 64 GB RAM – ideal für Edge-Computing und Netzwerkbeschleunigung.

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Die Markteinführung fällt in eine Zeit des Umbruchs im High-Performance-Computing (HPC). Die aktuelle TOP500-Liste vom Juni 2026 führt Chinas LineShine-Supercomputer mit 2,198 Exaflops an der Spitze. AMD-betriebene Systeme belegen vier der zehn Top-Plätze, darunter El Capitan und Frontier. Intel hält mit mehreren dedizierten Xeon-Clustern weiterhin Positionen in den Top-Rängen.

Auf der ISC-2026-Konferenz am 23. Juni präsentierte MiTAC Computing neue flüssigkeitsgekühlte Server-Infrastruktur für „Agentic AI“. Die Systeme der G4520G6-Serie sind für duale Intel-Xeon-6-Prozessoren zusammen mit NVIDIA Blackwell oder H200 GPUs ausgelegt – ein klares Signal, wohin die Reise in der nachhaltigen Hochleistungsrechnerei geht.