Xiaomi 17 Pro: Preis klettert von 4.750 auf 5.699 Yuan

Nach massiven Preisnachlässen im Frühjahr steigen die Kosten für Smartphones in China wieder. Grund sind stark verteuerte Speicherchips, die Hersteller zu Anpassungen zwingen.

In einer koordinierten Reaktion auf die Wettbewerbsbedingungen im chinesischen Mobilfunksektor haben führende Hersteller Mitte Mai 2026 drastische Preiskorrekturen für ihre aktuellen Flaggschiff-Modelle vorgenommen. Apple, Huawei und Xiaomi senkten die Preise für ihre High-End-Geräte teils im vierstelligen Yuan-Bereich, um die Nachfrage im Vorfeld wichtiger Absatzereignisse zu stimulieren.

Aggressive Rabattaktionen im chinesischen Kernmarkt

Mitte Mai 2026 reduzierte Apple die Preise für die iPhone 17 Pro-Serie flächendeckend um 1.000 Yuan. Auf Handelsplattformen wie JD.com waren die Geräte damit bereits ab 6.999 Yuan erhältlich, während Tmall Einstiegspreise von 7.099 Yuan aufrief.

Zeitgleich reagierte Huawei mit noch deutlicheren Nachlässen auf die Konkurrenz: Das faltbare Modell Mate X6 wurde um 3.000 Yuan auf nun 9.999 Yuan gesenkt, während das Mate X7 eine Reduktion um 1.000 Yuan auf 11.999 Yuan erfuhr.

Xiaomi beteiligte sich ebenfalls an der Rabattwelle und senkte den Preis für das 15 Ultra um 1.500 Yuan. Ein Manager von Huawei kommentierte diese Entwicklung mit dem Hinweis, dass der Smartphone-Markt derzeit sehr lebhaft sei und sich der Zugriff für Kunden lohne.

Branchenbeobachter führen diese Maßnahmen primär auf das 618-Festival zurück, wobei die Nachlässe teils mit staatlichen Subventionen und zusätzlichen Händlerzuschüssen kombiniert werden konnten.

Interessant ist dabei die Diskrepanz zwischen Online- und Offline-Handel: Während Online-Preise stark fielen, berichteten Händler in Hangzhou, dass das iPhone 17 im Ladenlokal weiterhin für 5.600 Yuan geführt wurde, während es im Netz bereits für 4.499 Yuan angeboten wurde.

Marktführerschaft und saisonale Verschiebungen

Die Preissenkungen fallen in eine Phase intensiven Wettbewerbs um Marktanteile. Marktforschungsdaten von IDC für das erste Quartal 2026 zeigen, dass Huawei mit 13,9 Millionen verkauften Geräten die Spitzenposition im chinesischen Markt übernommen hat.

Apple folgte mit 13,1 Millionen Einheiten auf dem zweiten Platz, während Unternehmen wie OPPO (11,0 Millionen), vivo (10,5 Millionen) und Honor (8,9 Millionen) die weiteren Ränge belegten. Xiaomi wurde in diesem Zeitraum mit 8,7 Millionen Geräten gelistet.

Anzeige

Wer sich für eines der rabattierten Apple-Modelle entscheidet, sollte auch die technische Sprache des Systems beherrschen. Dieses kostenlose PDF-Lexikon erklärt die 53 wichtigsten Begriffe rund um das Smartphone einfach und verständlich. In 10 Minuten die Apple-Sprache verstehen

Trotz der starken Rabattaktionen im Frühjahr zeigten Daten von Counterpoint, dass die Smartphone-Verkäufe in China in den ersten 30 Wochen des Jahres 2026 insgesamt um 8,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sanken.

Nach dem 618-Festival weitete sich dieser Rückgang zeitweise sogar in den zweistelligen Bereich aus. Huawei konnte sich jedoch mit einem Wochenmarktanteil von über 20 Prozent seit dem zweiten Quartal als Marktführer behaupten, während Apple saisonal bedingt auf den fünften Platz zurückfiel.

Trendwende durch steigende Komponentenpreise

Gegenläufig zu den Rabatten des Frühjahrs zeichnete sich im August 2026 eine deutliche Trendwende ab. Getrieben durch massiv gestiegene Kosten für Speicherchips sahen sich Hersteller gezwungen, die Preise für neuere Modelle wieder anzuheben.

Laut Branchenangaben von Xiaomi sind die Preise für Speicherchips um das Vierfache gestiegen, ein Trend, der sich bis Ende 2027 fortsetzen könnte. In der Folge stiegen die Preise für die Xiaomi 17-Serie und die Redmi-K-Serie im August um 300 bis 500 Yuan. Der Durchschnittspreis des Xiaomi 17 Pro kletterte von 4.750 auf 5.699 Yuan.

Anzeige

Ob preiswertes Schnäppchen oder High-End-Modell – die Sicherheit der persönlichen Daten sollte bei jedem Gerät an erster Stelle stehen. Ein gratis Ratgeber zeigt Ihnen fünf einfache Schritte, mit denen Sie Ihr Smartphone sofort effektiv gegen Zugriffe von außen absichern können. 5 Schutzmaßnahmen jetzt kostenlos entdecken

Auch andere Marken wie iQOO, OnePlus, Realme und Google erhöhten ihre Preise, insbesondere im indischen Markt. Google-Indien-Geschäftsführer Mitul Shah betonte beim Launch der Pixel-11-Serie, dass der indische Markt weniger preissensibel als vielmehr wertsensibel sei. Dennoch wurden das Pixel 11 und das 11 Pro um 10.000 Rs. teurer, während das Pixel 11 Pro Fold einen Preissprung von 14.000 Rs. verzeichnete.

Technologische Kostentreiber und Investitionen

Hinter den Preiserhöhungen im zweiten Halbjahr stehen fundamentale Veränderungen im Zulieferermarkt. Die Vertragspreise für Speicherchips stiegen im ersten Halbjahr 2026 um 200 Prozent gegenüber dem Jahresende 2025. Als Hauptursachen gelten die enorme Nachfrage durch KI-Rechenzentren, die Priorisierung von High Bandwidth Memory (HBM) und der technologische Übergang von DDR4 zu DDR5.

Marktführer reagieren mit massiven Investitionen auf diese Volatilität. Samsung Electronics wies für das erste Halbjahr 2026 Rekordausgaben in Höhe von 55 Billionen Won (entspricht etwa 39,6 Milliarden US-Dollar) für Forschung, Entwicklung und Anlagen aus.

Allein die Preise für mobilen Speicher stiegen laut Unternehmensangaben um 211 Prozent im Vergleich zum Vorjahresdurchschnitt, was die Margen der Hardware-Hersteller zunehmend unter Druck setzt. Während die Bruttomarge von Xiaomi im August auf 12,1 Prozent sank, warnte das Management von Huawei bereits Anfang August, dass branchenweit umfassende Preisanpassungen notwendig werden könnten.