Xiaomi-Elektroautos: Zwei Brände an einem Tag erschüttern den Newcomer

Xiaomi bestätigt zwei Brandfälle mit seinem SU7-Modell, betont aber normale Batteriewerte. Die Vorfälle treffen den Auto-Neuling in einer kritischen Expansionsphase und führen zu Kursverlusten.

Peking reagiert mit Untersuchung auf zwei Feuer-Vorfälle – Batteriedaten sollen normal gewesen sein. Der Vorfall trifft den Tech-Riesen in einer sensiblen Expansionsphase.

In einer schweren PR-Krise für seine junge Elektroauto-Sparte muss sich der chinesische Technologie-Riese Xiaomi mit zwei Brandfällen an einem Tag auseinandersetzen. Das Unternehmen bestätigte die Vorfälle vom 19. Januar und betonte, erste Daten der Fahrzeuge hätten einen normalen Batteriestatus unmittelbar vor den Bränden angezeigt. Eine umfassende Untersuchung ist eingeleitet. Die Zwischenfälle mit dem beliebten SU7-Modell lenken den Fokus erneut auf die Sicherheitsfrage bei Xiaomis ehrgeizigen E-Auto-Plänen.

Zwei Vorfälle, unterschiedliche Umstände

Die beiden Brände ereigneten sich in verschiedenen Regionen Chinas. Im ersten Fall stand in Haikou auf der Insel Hainan ein unbesetztes und abgestelltes Xiaomi-Elektroauto in einer Werkstatt in Flammen. Laut Unternehmensangaben zeigten die Fahrzeugdaten Bewegungen der Vordersitze um 17:34 Uhr, drei Minuten später brach das Feuer aus. Die entscheidende Aussage: Die Parameter der Hochvoltbatterie seien bis zum Abbruch der Datenverbindung normal gewesen.

Bereits Stunden zuvor war auf einer schneeglatten Autobahn im Kreis Weishi (Provinz Henan) ein Xiaomi SU7 in einen Unfall verwickelt. Nach einem riskanten Spurwechsel eines Lastwagens kollidierte das E-Auto. Der Fahrer brachte den beschädigten Wagen auf den Standstreifen, alle Insassen konnten sich unverletzt in Sicherheit bringen. Anschließend geriet die Frontpartie in Brand. Auch hier betont Xiaomi, die Datenlogdatei zeige bis zum Offline-Gehen normale Werte für Hoch- und Niedervoltbatterie.

Volle Kooperation und Suche nach der Ursache

Xiaomi hat eine Sonderermittlungsgruppe eingesetzt und arbeitet nach eigenen Angaben eng mit Feuerwehr- und Verkehrsbehörden zusammen. Die Kernbotschaft der Kommunikation ist klar: Die Batterien selbst schienen intakt. Damit lenkt der Konzern die Aufmerksamkeit auf andere mögliche Ursachen – etwa die Unfallfolgen in Henan oder andere Fahrzeugsysteme im Fall von Hainan.

„Unsere höchste Priorität ist eine gründliche Untersuchung“, ließ ein Unternehmenssprecher verlauten. Gleichzeitig rief Xiaomi Öffentlichkeit und Medien auf, sich an offizielle Fakten zu halten und keine Gerüchte zu verbreiten.

Kritischer Zeitpunkt für den Marktneuling

Die Vorfälle treffen Xiaomi in einer entscheidenden Phase. Mit Milliardeninvestitionen und dem erfolgreichen SU7 hat sich der Smartphone-Hersteller rasch einen Namen im umkämpften chinesischen E-Auto-Markt gemacht. Doch Sicherheitsbedenken bleiben ein sensibles Thema. Der Markt reagierte prompt: Die Xiaomi-Aktie verlor am Tag nach der Bekanntgabe knapp 2,7 Prozent.

Die detaillierten Fahrzeugdaten, die Hersteller wie Xiaomi auslesen können, sind für die Aufklärung solcher Vorfälle unerlässlich. Die Branche wartet nun gespannt auf die Untersuchungsergebnisse. Sie könnten weitreichende Folgen für Sicherheitsstandards haben, insbesondere für das Verhalten von Hochvoltbatterien nach Kollisionen.

Die Bewährungsprobe für Vertrauen und Transparenz

Für Xiaomi geht es nun um Glaubwürdigkeit. Ein transparentes, schnelles und lückenloses Aufklärungsmanagement ist entscheidend, um das Verbrauchervertrauen nicht zu verspielen. Analysten beobachten, ob die Vorfälle zu Rückrufaktionen oder Sicherheits-Updates per Software führen werden.

Die Bewährungsprobe für den Auto-Neuling ist in vollem Gange. Wie Xiaomi diese Krise navigiert, wird ein Maßstab dafür sein, ob der Tech-Konzern auch in der Automobilindustrie als verlässlicher Partner wahrgenommen wird. Die ambitionierten Produktions- und Auslieferungsziele in einem hart umkämpften Markt stehen nun unter noch schärferer Beobachtung.