China startet die Serienfertigung von humanoiden Robotern. Doch die wahre Herausforderung liegt in der Software, die ganze Armeen von Maschinen steuern muss.
Der Wettlauf um den ersten industriellen Einsatz humanoider Roboter tritt in eine neue Phase. Während der chinesische Auto- und Technologiekonzern Xpeng nun mit dem Bau der ersten Massenproduktionsstätte für humanoide Roboter in China beginnt, richten Investoren ihr Kapital gezielt auf die dafür nötige KI-Software aus. Die Botschaft ist klar: Die Hardware wird zur Ware – der wahre Wert entsteht durch die Intelligenz, die sie steuert.
Während die industrielle Nutzung von KI-Systemen rasant voranschreitet, schafft die neue EU-KI-Verordnung seit August 2024 einen verbindlichen Rechtsrahmen für deren Einsatz. Dieser kostenlose Leitfaden hilft Ihnen, die komplexen Anforderungen und Risikoklassen für Ihr Unternehmen richtig einzuordnen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zur KI-Verordnung sichern
Am 26. Februar 2026 gab Xpeng den Start der Bauarbeiten in Guangzhou bekannt. Das Unternehmen will noch in diesem Jahr die Serienfertigung seines humanoiden Roboters IRON hochfahren. Diese Ankündigung markiert einen strategischen Wendepunkt. Die Branche verlässt das Labor und strebt in die Fabrikhallen. Doch mit der Möglichkeit, Roboter am Fließband zu produzieren, wächst eine neue, komplexere Herausforderung: die Orchestrierung ganzer Roboterflotten.
Vom Prototyp zur Serienfertigung in Guangzhou
Die neue Fabrik entsteht im „Guangtang Sci-Tech Innovation City“-Park für embodied intelligence, also verkörperte KI. Auf rund 110.000 Quadratmetern will Xpeng seine jahrelange Erfahrung aus der Elektroauto-Produktion nutzen. Der Konzern entwickelt seit sieben Jahren Roboter, vom vierbeinigen Modell bis zum humanoiden IRON.
Dieser neueste Roboter verfügt über eine leistungsstarke Onboard-Recheneinheit und nutzt die hauseigenen großen KI-Modelle von Xpeng. Sie steuern Dialoge, Bewegungen und komplexe Interaktionen. Die vertikal integrierte Expertise in Chips, Systemen und Fertigung soll nun die Massenproduktion möglich machen. Ein entscheidender Schritt, um nicht nur die Hardware, sondern auch die benötigten Trainingsdaten für die KI in ausreichender Menge zu beschaffen.
Die neue KI-Herausforderung: Das Management der Maschinen-Armee
Die Serienfertigung löst nur ein Problem. Die viel größere Aufgabe beginnt danach: Wie koordiniert man Hunderte intelligente Roboter in einer dynamischen Umgebung wie einem Lager oder einer Fabrikhalle? Ein einzelner Roboter ist eine technische Meisterleistung. Eine synchron arbeitende Flotte revolutioniert Logistik und Arbeitswelt.
Dafür braucht es eine mächtige KI-gesteuerte Software-Schicht. Sie muss als intelligenter Verkehrsleiter und Arbeitsdispatcher fungieren. Diese Plattformen integrieren sich in bestehende Unternehmenssysteme wie Warehouse-Management-Systeme (WMS). Sie weisen Aufgaben dem geeignetsten Roboter zu – basierend auf Standort, Akkustand und Fähigkeiten. Sie verwalten gemeinsame Räume, verhindern Kollisionen und optimieren den Fluss zwischen Robotern und menschlichen Mitarbeitern.
Über eine Cloud-Architektur lernt die gesamte Flotte zudem kollektiv. Sie teilt Kartendaten und neue Fähigkeiten, um die Effizienz kontinuierlich zu steigern. Diese Software wird zum zentralen Nervensystem der physischen KI.
Investoren setzen auf die Steuerungs-Software
Die Finanzmärkte haben diesen Bedarf erkannt. Bereits am 25. Februar 2026 kündigte die Investmentgesellschaft Humanoid Global Holdings Corp. ihre Kapitalstrategie für 2026 an. Der Fokus liegt explizit auf Übernahmen oder Joint Ventures mit Unternehmen, die die essentielle Software für skalierbare Roboterflotten bereitstellen.
Die Vernetzung ganzer Roboterarmeen über die Cloud eröffnet nicht nur Effizienzpotenziale, sondern vergrößert auch die Angriffsfläche für Cyberkriminelle. Erfahren Sie in diesem Experten-Report, wie Sie Ihre IT-Infrastruktur und neue Technologien wirksam vor digitalen Bedrohungen schützen. Gratis Cyber-Security-Ratgeber für Unternehmen herunterladen
Hinter dieser Strategie steht eine klare Prognose: Der globale Markt für humanoide Roboter soll von derzeit geschätzten 2-3 Milliarden US-Dollar bis 2035 auf etwa 200 Milliarden US-Dollar wachsen. Investoren wetten darauf, dass der wahre Wert nicht im einzelnen Roboter liegt, sondern in der Intelligenz, die sie im Verbund steuert. Als weiteres wichtiges Einsatzfeld identifiziert Humanoid Global zudem den Verteidigungs- und Sicherheitssektor.
Der Wettlauf um das Betriebssystem für die physische Welt
Die parallelen Entwicklungen bei der Fertigung und den Investitionen definieren die nächste Phase der Robotik-Revolution. In den kommenden 18 bis 24 Monaten wird sich entscheiden, welche Unternehmen das dominante „Betriebssystem“ für Roboterflotten etablieren können.
Der Trend zur „Physical AI“ – intelligente Systeme, die in der physischen Welt agieren – wird durch Fortschritte im Edge Computing vorangetrieben. Technologieriesen wie NVIDIA liefern bereits die Plattformen für die Autonomie von Lieferrobotern bis hin zu humanoiden Prototypen.
Wenn die Hardware standardisiert und verfügbar wird, entscheidet die Software über den Wettbewerbsvorteil. Die KI-Frameworks, die multi-vendor-Flotten verwalten und nahtlos in menschliche Arbeitsabläufe integrieren können, werden den Ton angeben. Der Weg vom einzelnen humanoiden Roboter zur voll orchestrierten, autonomen Belegschaft hat gerade erst begonnen. Sein Erfolg wird vom IQ des kollektiven KI-Gehirns abhängen.





